Mercedes-Benz SL 600

Mercedes-Benz SL 600 Mercedes-Benz SL 600

Mercedes-Benz SL 600

— 24.02.2003

Deutschland hat den Superstar

Vergessen Sie die RTL-Show. Unser Superstar ist ein offener Zwölfzylinder, der deutlich besser klingt als Daniel & Co.

Unaufgeregt und souverän

Gracia heult, Daniel spinnt, und Mercedes gewinnt. Auf diese kurze Formel lässt sich die von Abstimmungsbetrug und Knebelverträgen gebeutelte Fernseh-Farce "Deutschland sucht den Superstar" schon jetzt bringen. Denn wenn die Stuttgarter um Ostern 2003 ihren Superstar SL 600 auf die Bühne schicken, können selbst die cleversten Computerhacker seinen Sieg nicht verhindern.

Zwölf Zylinder unter der Haube und azurblauer Himmel über den Köpfen – dieses außergewöhnliche Arrangement lässt den schwäbischen Luxus-Roadster direkt in die automobile Hall of Fame fahren, und zwar mit Volldampf. Wer den V12 startet, erntet zunächst nur ein feines Fauchen – ganz wie es sich für einen Zwölfender gehört.

Auch beim Cruisen auf der Meile verrät der Biturbo noch nichts von den Gewalten, die in ihm schlummern. Unaufgeregt und souverän gleitet er durchs Verkehrsgewühl. Erst am Ortsausgang, wenn der Fahrer das rechte Bein durchstreckt, erwacht das brutale Biest im SL. Und dann gibt es kaum noch ein Halten.

Perfekte Fünfstufenautomatik

Der 5,5-Liter-V12 schmettert ein Belcanto durch die beiden Auspuffschlote, dass selbst die drei Startenöre vor Neid erblassen. Dazu fallen 500 PS über die wahrlich nicht schmächtigen Hinterräder her (285/35 R 18) und drohen diese in Rauch aufzulösen. Was die elektronische Straßenwacht ESP zum Glück zu verhindern weiß. Beim Kickdown begleitet den SL 600 dennoch stets ein kurzes Quietschen, setzt der pralle Po immer zum Jennifer-Lopez-Gedächtnis-Wackler an.

Gefahr besteht dabei nur für den Führerschein. In 4,7 Sekunden soll der Frischluft-Flitzer auf Tempo 100 fliegen, auch darüber lässt der Schub im Rücken nur unwesentlich nach und wird vom elektronischen Gewissen erst bei 250 km/h ausgebremst.

Bis dahin genießen wir die dank 800 Nm Drehmoment in allen Lebenslagen überreichlich vorhandene Kraft, den fetten und im Tunnel o(h)rgiastisch anschwellenden Sound sowie die perfekt agierende Fünfstufenautomatik. Doch Vorsicht, nicht übermütig werden. Sonst beschert uns der SL ruck, zuck fiese Fotos vom Polizei-Paparazzo.

Wohlgefühl hat seinen Preis

Zum Offenfahren passt die verhaltene Gangart aber ohnehin besser. Und auch die beherrscht der SL 600 perfekt. Nicht ganz so straff wie der mit Sportfahrwerk gespickte SL 55 AMG, gleitet der V12 gelassen über schlechte Straßen, dank ABC lässt sich der Zwei-Tonnen-Roadster aber auch mit Rasanz und ohne Reue um die Ecken wuchten. Nicht erst im Sportmodus kommen selbst sportliche Naturen voll auf ihre Kosten.

Der Rest ist schnell erzählt. Das Variodach verwandelt natürlich auch den Spitzen-SL blitzschnell, geräuscharm und zuverlässig vom Coupé zum Cabrio und wieder zurück. Der automatisch ausklappende Überrollbügel, die elektrohydraulische Bremse SBC, vier Airbags und Bi-Xenon-Scheinwerfer schaffen Sicherheit, die Komplettausstattung sorgt für Wohlgefühl.

Doch das dürfen wir auch erwarten. Schließlich verlangt dieser Superstar mit 128.180 Euro deutlich mehr Gage als Daniel & Co.

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