Mercedes-Benz SLK (ab 1996)

Mercedes-Benz SLK 200 Mercedes-Benz SLK 200

Mercedes-Benz SLK (ab 1996)

— 25.02.2002

Da klappt alles

Ein Auto wie ein edles Stück Familienschmuck: schön, wertbeständig und bei guter Pflege in jedem Fall für mehrere Generationen geeignet.

Technik und Marktlage

Lange Lieferzeiten, dubioser Handel mit Kaufverträgen und horrende Aufpreise für sofort verfügbare Autos von freien Händlern - der SLK mischte bei seiner Markteinführung vor fünf Jahren die Autowelt kräftig auf. Mittlerweile wurde es ruhiger um den Zweisitzer. Überlange Wartefristen gibt es nur noch bei exotischen Ausstattungswünschen, Sonderpreise für Kaufverträge werden momentan lieber für den neuen SL bezahlt. Was bleibt, ist der hohe Preis: Der SLK führt die Top-Ten-Liste in der Schwacke-Restwert-Hitparade an. Für einen SLK 200 mit 136 PS werden nach zwei Jahren noch immer 85 Prozent vom ehemaligen Neupreis verlangt - und bezahlt.

Das Schwierigste am Gebrauchtwagenkauf ist die Suche: Auffallend viele gut gepflegte Stücke finden nicht den Weg zum Händler, sondern werden von Privatpersonen verkauft. Sozusagen unter Freunden. Gutes Auto für gutes Geld findet man traditionell bei den großen Mercedes-Niederlassungen, da stimmt dann auch die Garantie. Und das ist trotz aller Zuverlässigkeit ein angenehmer Nebeneffekt. Eine überzeugende Vorstellung lieferte der SLK 230 bereits im AUTO BILD-Dauertest von 1999. Probleme gab es nur mit dem Auspuffsammelrohr und der dazugehörigen Dichtung, ansonsten trotzte der Roadster erfolgreich jeder vorzeitigen Alterung. Ebenso wie unser Fotowagen für diesen Test: Nach 60.000 Kilometern in drei Jahren wirkt dieser 200 noch immer taufrisch. Nichts klappert, alles funktioniert einwandfrei.

Damit sind wir auch bei einer der interessantesten Fragen, nämlich der Funktion des Variodachs bei Gebrauchtwagen. Grundsätzlich gilt die Technik als sehr zuverlässig, von Störungen hört man selten. Leistet sich das Dach doch mal einen Aussetzer, liegt es oft am roten Schalter in der Konsole. Auch von Wassereinbruch im Kofferraum berichten unsere Leser gelegentlich, weshalb ein Blick in den Laderaum nicht schadet. Beständiger Wassereintritt bleibt nie spurlos.

Motor und Karosserie

Ziemlich zuverlässig verdichtet der Kompressor. Über 100.000 Kilometer spendete er dem Dauertestwagen in jeder Lebenslage Luft und Leistung. Weniger Zuspruch erhält die Sitzheizung, hier kommt es oft zu Klagen, wenn die Sitzfläche, nicht aber die Lehne gewärmt wird. Die Reparatur erfolgt durch einen Austausch der Heizungsmatte, dafür muss der Sitz ausgebaut und zerlegt werden. Unehrliche Anbieter sparen sich die Kosten, verkaufen ihren Wagen mit defekter Sitzheizung. Also vor dem Kauf noch mal Sitzfläche und -lehne prüfen.

Beliebt ist auch der Umbau der Heckleuchten und der Seitenschweller bei alten Modellen gegen die facegelifteten Teile aus der aktuellen Serie. Der Preis sollte davon aber unberührt bleiben, denn primär zählt das tatsächliche Fahrzeugalter, nicht die Kosmetik. Und natürlich Farbe und Ausstattung: Silber ist der Modeton schlechthin, 60 Prozent aller Kunden entscheiden sich für diese Farbe. Die knallgelben Zweisitzer der ersten Jahre blieben selten. Alufelgen glänzten immer schon aufpreisfrei in den Radhäusern. Die Automatik sollte vor dem manuellen Getriebe Vorrang haben. Auch wenn der SLK ein Sportler ist - die Handschaltung ist meist hakelig und will mit Nachdruck bedient werden. Der Fünfstufenautomat arbeitet hingegen stets streikfrei. Beim TÜV fällt nur der Ölverlust am Antriebsstrang auf, mehr Schnitzer leistet sich der Roadster nicht. Es klappt eben alles.

Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte 8/96 Modelleinführung des SLK 200 (136 PS) und SLK 230 Kompressor (193 PS) 6/97 Serienmäßig sind nun Sidebags, Tempomat mit variabler Geschwindigkeitsbegrenzung (Speedtronic) für die Automatikgetriebe, Wartungsintervallanzeige, Bremsassistent (BAS); Antriebsschlupfregelung (ASR) auch für den 200 aufpreisfrei 6/98 Fach unter der Armaturenauflage abschließbar über die Zentralverriegelung, neue Radiogeneration 6/00 Neue Sechszylinder, Facelift mit Blinker im Seitenspiegel

Schwachstellen • Batterien haben im SLK viel Arbeit, denn Stromverbraucher gibt es im kleinen Zweisitzer in rauen Mengen • Ölverlust am Antriebsstrang ist das einzige Prüfkriterium bei der TÜV-Hauptuntersuchung, in dem sich der SLK eine Macke erlaubt • Die Bremsen gelten grundsätzlich als sehr standfest, sportliche Fahrer schaffen trotzdem starken Abrieb an Klötzen und Scheiben • Der Auspuffkrümmer unseres Dauertest-SLK musste zweimal getauscht werden • Die Sitzheizung leistet sich gelegentlich Aussetzer - meist wird die Lehne dann nicht mehr erwärmt • Wenn das Variodach einmal streikt, liegt es vermutlich am Schalter • Ärgerlich: Wassereinbruch im Kofferraum

Reparaturkosten Preise inklusive Lohn und Mehrwertsteuer am Beispiel Mercedes SLK 230 Kompressor, 142 kW/193 PS, Baujahr 98. Mercedes zeigt eindrucksvoll, dass auch bei einem kleinen Auto allfällige Reparaturen ein gewaltiges Loch ins Budget fressen können.

Fazit und Modellempfehlung

Fazit "Bei seiner ersten Hauptuntersuchung nach drei Jahren gibt es nur einen einzigen Punkt, den wir überdurchschnittlich häufig kritisieren: Ölverlust am Antriebsstrang. Die Bestnote 0,0 vergeben wir für die Rostschutzvorsorge, die beiden Antriebswellen, Wirkung der Handbremse, Bremskraftregelung, Bremsleitungen und Kraftstoffanlage. Insgesamt gesehen, ist der Mercedes SLK ein robuster Roadster, der sich sehr verschleißresistent zeigt." Gunnar Dahm, Gutachter TÜV Rheinland/Berlin-Brandenburg

Modellempfehlung Mercedes SLK 230 Kompressor (142 kW/193 PS)

Steuer/Schadstoffklasse: 230 Mark im Jahr/D3 Testverbrauch: Werksangabe 9,8 Liter, gemessen 11,2 Liter (Super) Versicherung: Vollkasko (25/1000 Mark SB): 3031 Mark. Teilkasko (37/300 Mark SB): 1053 Mark. Haftpflicht (13): 1453 Mark (Basis: HUK-Jahrestarife für Regionalklasse Berlin, 100 Prozent) Inspektion/Kosten: Nach Verschleiß, etwa 500 bis 700 Mark Wertverlust: Dreijährige verlieren rund 27 Prozent vom Neupreis (Händlerverkaufspreis), danach jährlich um 3000 Mark Verlust

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