Mercedes Vision B und Vision R

Mercedes-Benz Vision B (Compact Sports Tourer) Mercedes-Benz Vision B (Compact Sports Tourer)

Mercedes-Benz Vision B und Vision R

— 27.09.2004

Raum für neue Klassen

Sie heißen Vision B und Vision R. Zwei neue Raumfahrzeuge von Mercedes-Benz. Variabel wie Vans, nur viel schöner.

Limo, Van, Kombi, SUV? Von jedem etwas!

Das Auto wurde vor knapp 120 Jahren erfunden. 1885 der erste Benz. 1901 der erste Mercedes. Mercedes-Benz, heute DaimlerChrysler, ist der älteste Autohersteller der Welt. Sie könnten sich ausruhen auf diesem Ruhm und wahrscheinlich gut davon leben. Doch was tun sie? Sie erfinden das Auto neu, immer wieder. Unerschöpflich sprudeln die Ideen. In letzter Zeit kamen dabei innovative Autos heraus wie der SLK, die A-Klasse, der Smart oder der CLS. Nie zuvor hatte Mercedes-Benz jedenfalls eine so umfangreiche Modellpalette wie im Moment.

Jetzt kommen noch B- und R-Klasse, hier noch als Einzel-Showstücke Vision B und R, für den Pariser Autosalon. Was bedeuten die Buchstaben? Eigentlich gar nichts, sagt ein Mercedes-Benz-Sprecher. Genausowenig, wie etwa E oder A eine tiefere Bedeutung haben, eine Kennzeichnung der Baureihen eben. Und die beiden heißen ja auch noch Compact Sports Tourer (B) und Grand Sports Tourer (R). Aha, danke, aber was genau sind sie jetzt – Großraum-Limousine, Van, Vielzweck-Kombi, SUV? Die Antwort: Wohl von allem etwas.

Also: Der Vision B ist praktisch ein Kompaktvan auf Basis der A-Klasse. Mit einer Länge von 4,27 Metern ist er 43 Zentimeter länger und orientiert sich auch mit seiner Höhe von 1,60 Metern ziemlich genau an Autos wie dem Renault Scénic (4,26/1,62 Meter) oder dem VW Touran (4,39/1,64 Meter). Wahrscheinlich hat er damit genau die Größe, die die Klasse vielleicht von Anfang an hätte haben sollen. Vielen Leuten war die erste Generation ja doch zu eng. An Bord des ausgesprochen modern und luftig eingerichteten Vision B ist es jedenfalls spürbar geräumiger – auch als in der aktuellen A-Klasse.

Unendliche Fond-Weiten in der Vision B

Besonders im Fond gibt es im Wortsinn einen Klassen-Unterschied: Hier kann man zu zweit sitzen wie in einer ausgewachsenen Oberklasse-Limousine. Und das Gepäckabteil hat mit einem Volumen von 525 bis maximal 1480 Litern dann auch eine vanmäßige Größe. Das Thema Variabilität hat Mercedes-Benz sowieso gründlich ausgereizt. Die Dreier-Rückbank läßt sich geteilt umklappen oder mit ein paar Handgriffen ausbauen, auch der Beifahrersitz kann entnommen werden. Alles durchdacht und funktionell gebaut.

Der Show-B wird von einem Zweiliter-CDI mit 140 PS angetrieben, gekoppelt an eine neue, stufenlose Automatik. Der B-Klasse werden insgesamt wohl die stärkeren Motoren aus dem A-Klasse-Programm vorbehalten sein. Im Frühjahr nächsten Jahres geht es los, wir rechnen mit Preisen ab etwa 22.000 (116-PS-Benziner) beziehungsweise 24.000 Euro (109-PS-CDI).

In jeder Beziehung von ganz anderem Kaliber ist der Vision R. Der wiederum ist die Luxus-Reiseversion der neuen M-Klasse, von der die Technik stammt. Kein Wunder also, daß das Showcar genau wie der Geländewagen mit permanentem Allradantrieb und Airmatic-Luftfederung fährt.

Standesgemäß: Vision R steht auf 21-Zöllern

Unter der Haube steckt hier ein nagelneuer V6-CDI-Diesel mit drei Liter Hubraum, 218 PS und einem Drehmoment von 510 Newtonmetern. Gekoppelt ist dieses Triebwerk an eine Siebengangautomatik. Wie die M-Klasse wird auch die R-Klasse in und für Amerika gebaut – Stil und Auftritt sind denn auch sehr amerikanisch. Das Auto wirkt trotz des raffinierten Designs ziemlich wuchtig und größer, als es auf den Fotos scheint. Immerhin steht die Studie standesgemäß auf gewaltigen 21-Zoll-Rädern.

Die hier gezeigte Version ist mit 4,92 Meter Länge dabei noch die kurze Europa-Variante, das US-Auto wird sich auf 5,16 Meter strecken. Zum Vergleich: Eine S-Klasse ist 5,05 Meter lang. Auch in der Kurzversion des R muß man sich natürlich nicht einschränken, Platz gibt es hier in Hülle und Fülle. In den ersten beiden Reihen läßt es sich auf fetten Einzelsesseln wunderbar fläzen, erst in der dritten Reihe wird es dann doch etwas enger. Raum für die Beine ist immer noch da, aber zumindest Erwachsene müssen den Kopf einziehen.

Während die B-Klasse das Thema Familie und Freizeit betont, geht es beim R ungeniert um Lust und Luxus. Wohin man auch schaut – edles Holz, griffiges Leder, aufwendig gesteppte Nähte, poliertes Alu, fast wie in angesagten Bars. Die Einzelsitze in der zweiten Reihe lassen sich längs verschieben und auch umklappen, die Lehnenneigung ist verstellbar. Und die Sitze in Reihe drei können ganz einfach umgelegt werden. Baut man dazu noch die Fond-Mittelkonsole aus (geht mit einem Handgriff), entsteht ein wahrhaft riesiger Laderaum.

Durchdachte Innenräume und edles Material

Größenangaben macht Mercedes-Benz dazu noch nicht. Daß die Sitze hier nicht ausbaubar sind, ist übrigens volle Absicht: Die Amis mögen solch umständliche Operationen überhaupt nicht. Beide Autos – R und B – sind mit viel Liebe zum Detail und ausgesprochen hochwertig gemacht. Der Chef-Erbsenzähler hatte offenbar gerade keinen Dienst. Egal ob Türgriff, Fensterheber oder Drehregler – du spürst, wie sorgfältig die Designer alles noch mal durchdacht haben.

Im R zum Beispiel wanderte der Automatik-Wählhebel von der Mittelkonsole ans Lenkrad. Klar, umwerfend neu ist das nicht – aber eben sehr praktisch. Denn es schafft Luft in der Mitte und zugleich Platz für große Staufächer. Die Frage, ob die Serienmodelle exakt genauso hochwertig ausgestattet sein werden, lassen wir mal offen. Schön wäre es ja.

Die Cockpits jedenfalls sind typisch Mercedes-Benz, Studie hin oder her. Fragen zur Bedienung gibt es hier nicht, Lichtschalter und Klimaregler finden sich genau da, wo sie immer sind. Außen haben sich die Mercedes-Benz-Leute dann allerdings noch etwas Neues einfallen lassen. Alu-Beam heißt die Lackierung. Ein neuartiger Lack, der sich sehr effektvoll wie eine Metall-Haut über die Karosserien legt. Wie gesagt, die erfinden das Auto immer wieder neu. Und sei es nur im Detail.

Autor: Dirk Branke

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