Mercedes C 350 e Plug-in (2015): Fahrbericht

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Mercedes C 350 e Plug-in (2015): Fahrbericht

— 20.03.2015

Favorit der Flottenfahrer

Der Mercedes C 350 e ist der Benz für die Steckdose. Durch seine Plug-in-Technik verbraucht er weniger und hat trotzdem Power. Fahrbericht!

Mercedes legt die C-Klasse an die lange Leine. Nach der S-Klasse bieten die Schwaben jetzt auch den Enkel des Baby-Benz 190 als Plug-in-Hybrid an. Im Team angetrieben von einem Vierzylinder-Benziner mit 211 PS und einem E-Motor mit 82 PS, der aus einem 6,4 kWh großen Lithium-Ionen-Akku gespeist wird, kann er nicht nur bis zu 31 Kilometer rein elektrisch fahren.
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Plug-in-Technik Mercedes-typisch verpackt. Äußerlich sieht man dem Hybriden die Batterien nicht an.

Weil man den Akku je nach Stromstärke binnen 90 bis 180 Minuten auch an der Steckdose laden kann, sinkt der Normverbrauch auf 2,1 Liter und macht den C 350 e zum sparsamsten Mercedes in der Modellpalette. Selbst ein Smart ist dagegen ein Schluckspecht. Kein Wunder, dass vor allem Firmenfahrer, Flottenkunden und Kilometerfresser auf die C-Klasse für die Steckdose fliegen sollen und es zur Limousine deshalb gleich auch einen Kombi gibt.

Die Intelligenz steckt dabei weniger in der Hardware, die Mercedes fein säuberlich in einem Baukasten sortiert hat und bis 2017 in insgesamt zehn Modellen einbauen möchte. Was den C 350 e gegenüber den bislang eher spärlichen Konkurrenten ausmacht, ist das intelligente Zusammenspiel der beiden Motoren. Zwar kennt man einen Spar- oder Sportmodus genauso von anderen Hybriden wie eine Taste, mit der man den Antrieb in den reinen E-Betrieb zwingt oder den Verbrenner soweit aufdreht, dass er zwischendurch sogar den Akku nachlädt. Und auch die E-Save-Funktion, mit der man genügend Strom für die letzten Kilometer im Wohngebiet sparen kann, ist nicht neu. Doch die Vernetzung mit dem Navigationssystem, mit dem Abstandstempomaten und einem intelligenten Gaspedal gibt es so noch bei keinem anderen Hersteller.

Mercedes C 350 e Plug-in-Hybrid: Preis

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Damit reguliert die Elektronik nicht nur, wie stark sie rekuperiert oder den Wagen im Segelbetrieb bis Tempo 160 eben einfach rollen lässt. Mit sanftem, aber bestimmtem Gegendruck kuriert sie auch noch so schwere Bleifüße: Ein variabler Druckpunkt signalisiert beim Beschleunigen die Grenze zwischen dem reinen E- und dem Mischbetrieb, und wer zu flott auf den Vordermann zurollt, der spürt ein unzweifelhaftes Pulsen im Pedal, das anzeigen soll: Fuß runter vom Gas und rollen lassen. Im Grunde kann man in den C 350 einfach einsteigen, losfahren und dem Standard-Set-up vertrauen. Denn die Zusammenarbeit ist dann so gut geregelt, dass man den Hybriden fährt wie jede andere C-Klasse und dabei ganz intuitiv zum Sparer wird. Selbst wenn am Ende eher 5,0 statt der weltfremden 2,1 Liter aus dem Normzyklus auf dem Bordcomputer stehen dürften.

Der Eco-Modus lässt die C-Klasse ehrgeizig sparen

Auch sonst ist man gut beraten, nicht all zu viel an der "Agility Control" zu spielen und die Programme zu wechseln – zumindest nicht in den Eco-Mode. Dann nämlich spart die C-Klasse so ehrgeizig, dass viel Spaß auf der Strecke bleibt. Das Pedal fühlt sich plötzlich ziemlich teigig an, die Automatik schaltet zäh und das ganze Auto wirkt irgendwie saft- und kraftlos.

Kaufberatung Mercedes C-Klasse


 

Mithilfe der Dämpferverstellung ist die serienmäßige Luftfederung entweder sportlich-straff oder komfortabel.

Auch wenn man elektrisch fahren will, muss man sich umstellen: Zwar schafft die C-Klasse in der Theorie unter Strom bis zu 130 km/h. Aber man muss den Fuß schon ganz, ganz leicht machen und sehr sachte beschleunigen, wenn man an der Ampel ohne Verbrenner starten möchte. Dann allerdings winken im besten Fall 31 Kilometer, in denen die C-Klasse emissions- und geräuschlos durch die Stadt gleitet. Das freut übrigens nicht nur das Gewissen, sondern auch das Gehör. Denn vor allem im Kontrast zum flüsterleisen E-Motor hat der Vierzylinder einfach keinen guten, harmonischen Klang, sondern krächzt und knattert fast wie ein Diesel.
 
Zwar will Mercedes mit dem C 350 e vor allem seine CO2-Vorgaben erreichen und lockt deshalb mit Sparsamkeit. Doch ein überraschend dynamisches Fahrverhalten gibt es als Zugabe noch obendrein. Dafür muss man nur in den Sport- oder gar den Sport+-Modus wechseln. Der strafft nicht nur Lenkung und Luftfederung, sondern schweißt auch die beiden Motoren zu einer sprichwörtlichen Power-Unit zusammen und nutzt die E-Maschine wie einen Nachbrenner: Eine Systemleistung von 279 PS und ein gemeinsames Drehmoment von 600 Nm fühlen sich beim Kickdown an wie ein Boxhieb und machen das Batterie-Auto tatsächlich zum Boliden. Nicht umsonst schmilzt die Sprintzeit von 0 auf 100 auf 5,9 Sekunden und die Höchstgeschwindigkeit gibt Mercedes ganz selbstverständlich mit 250 km/h an.

Die Preise starten bei 50.962 Euro

Fahrleistungen wie ein Sechs- und ein Verbrauch wie ein Dreizylinder – das gibt es nicht zum Nulltarif. Doch weil Mercedes die Technik  zum Erfolg führen muss, verbieten sich prohibitive Aufpreise von selbst. Mit 50.962 Euro für die Limousine und 52.628 Euro für den Kombi ist der C 350 e deshalb sogar noch etwas billiger als der 333 PS starke C 400, der dann allerdings mit Allradantrieb vorfährt. Damit kann der Hybrid zwar (noch) nicht dienen. Doch ansonsten ist zum Beispiel ist mit der Luftfederung schon ein teures Extra an Bord.
Autor:

Thomas Geiger

Fazit

Natürlich will Mercedes vor allem in den Teichen von Audi und BMW fischen. Schließlich haben beide Bayern in der Mittelklasse aktuell noch keinen Plug-in-Hybriden am Start. Doch gefährlich wird der C 350e auch einem anderen Auto: dem C 300 BlueTec Hybrid. Denn Diesel hin und einen Kofferraum ohne Einschränkung her: Selbst wenn er fast 4000 Euro billiger ist und Diesel tankt, einen normalen Hybriden braucht im Zeitalter der Plug-in-Technik keiner mehr.

Stichworte:

Plug-in-Hybrid

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