Mercedes C 63 AMG Coupé Black Series: Fahrbericht

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Mercedes C 63 AMG Coupé Black Series: Fahrbericht

— 18.11.2011

Jetzt sieht AMG für die C-Klasse schwarz

Wenn AMG ein Modell in den Black Series-Adelsstand erhebt, heißt das: Jetzt machen die Affalterbacher so richtig Ernst. Das beweist auch der Fahrbericht der stärksten C-Klasse aller Zeiten.

Genug ist nicht genug. Weil mehr Leistung auch mehr Lust und Leidenschaft und vor allem mehr Umsatz bedeutet, legt die schnelle Mercedes-Tochter AMG beim neuen Coupé der C-Klasse noch einmal nach. Nur ein halbes Jahr nach dem Verkaufsstart des C 63 AMG gibt es den Zweitürer deshalb jetzt auch als "Black Series". Die in Kleinserie gebaute Powervariante des Einstiegsmodells kann man zu einem Preis von 115.430 Euro zwar in fast allen Farben kaufen. Doch egal ob das Auto zum Beispiel in Diamond White, Fire Opal oder Solarbeam lackiert ist, hat seine Seele immer die gleiche Farbe: Rabenschwarz!

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Dafür steht nicht allein der 6,2 Liter große V8-Motor mit dem ebenso anachronistischen wie attraktiven Hochdrehzahlkonzept und dem faszinierenden Sound zwischen Bollern und Brüllen. Ihm haben die AMG-Entwickler noch einmal 30 PS und 20 Nm entlockt und das Coupé so mit 517 PS zur stärksten C-Klasse aller Zeiten gemacht. Entsprechend brachial ist die Beschleunigung: In nur 4,2 Sekunden katapultiert der Achtzylinder den Donnerkeil auf Tempo 100. Und dass der Rausch des Rasens bei 300 km/h schon wieder vorbei ist, liegt nicht an mangelnder Leistung, sondern an einem gewissen Rest von Vernunft, der den AMG-Entwicklern noch geblieben ist. Außerdem geht es den Schwaben gar nicht so sehr um die Längsdynamik. Spaß macht das Coupé vor allem in Kurven. Dafür gibt es ein knüppelhartes Gewindefahrwerk, das man mit einem Schraubenschlüssel für jede Rennstrecke und jeden Geschmack anpassen kann, eine um bis zu acht Zentimeter verbreiterte Spur für einen besseren Stand und Bremsen mit dem Biss einer britischen Bulldogge.

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Luft muss her! Die Front ist deshalb noch weiter aufgerissen, in der Motorhaube klaffen zwei riesige Kühlöffnungen.

Doch zum Bösewicht wird der Beau vor allem durch sein Design, das sich beinahe schon am aktuellen DTM-Rennwagen orientiert: Die Front ist deshalb für die bessere Luftzufuhr noch weiter aufgerissen, in der stark konturierten Motorhaube klaffen zwei riesige Kühlöffnungen und die Kotflügel wurden für die mächtigen Walzen und die breitere Spur vorn noch einmal drei Zentimeter und hinten vier Zentimeter weiter ausgestellt. Auch am Heck  demonstriert das C-Coupé jetzt noch mehr Stärke und wirkt mit dem riesigen Diffusor schier unendlich breit. Wer für knapp 8000 Euro auch noch das Aerodynamik-Paket bestellt, bekommt vorn einen so genannten Splitter, der wie ein Rasiermesser über den Asphalt schneidet. An der Flanke sorgen spezielle Finnen für eine bessere Luftführung, die Hinterachse wird speziell gekühlt, und auf dem Heckdeckel prangt ein Spoiler aus Carbon – so scharf sah bislang noch keine andere C-Klasse aus.

Dazu gibt es einen weiter verfeinerten und zugleich aufs Wesentliche reduzierten Innenraum in Schwarz und Rot. Vorn sitzt man deshalb in zwei schmal geschnittenen Rennschalen und die Rückbank haben die Entwickler der Einfachheit halber gleich ganz weg gelassen. Auch wenn sich die Black Series vielleicht tatsächlich einmal auf die Rennstrecke verirren sollte und dort gar keine schlechte Figur macht, kann man mit dem Coupé allerdings auch bequem von A nach B fahren. Denn bei allem Seitenhalt wahren die Sitze einen gewissen Restkomfort, und natürlich muss man auf Klima und Navigation nicht verzichten. Den großen Bildschirm braucht AMG aber noch für etwas anderes: Ein spezieller Bordcomputer namens AMG Performance Media zeigt für weitere 2 300 Euro nicht nur den Streckenverlauf der berühmtesten Rennkurse, sondern misst auch fast so viele Telemetriedaten wie in der Formel 1.

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Um die stärkste C-Klasse aller Zeiten fahren zu können, braucht man nicht nur tolerante Nachbarn, ein solides Selbstvertrauen und ein gut gefülltes Konto. Sondern man muss fast so schnell sein wie das AMG-Modell.  Gebaut wird der Donnerkeil nämlich nur bis in den Sommer, und viel mehr als 500 oder 600 Exemplare wird es nicht geben, sagt Firmenchef Ola Källenius. Wer da lange zögert, geht leer aus. "Denn die meisten Autos sind schon verkauft."

Autor: Thomas Geiger

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