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Mercedes C-Klasse: Kaufberatung

— 11.04.2014

Gesucht: Die beste C-Klasse

Knapp zehn Zentimeter länger und vier Zentimeter breiter als der Vorgänger – die neue C-Klasse lebt auf großem Fuß. Was hat sie zu bieten, und welche Variante ist die beste Wahl? Hier kommt die Kaufberatung von der AUTO TEST-Redaktion.

Ungeachtet der vielen neuen kompakten Mercedes-Modelle, die die Marke verjüngen sollen, sind es doch eigentlich die gestandenen Limousinen, die man mit dem "guten Stern auf allen Straßen" assoziiert. Die Imageträger des Hauses heißen nach wie vor C-, E- und S-Klasse, auch wenn faktisch immer mehr Mercedes-Käufer zu einem preisgünstigeren Quermotor-Modell greifen. "Ein Upgrade von der Economy- in die Business-Klasse" verspricht Daimler jedem, der in der neuen C-Klasse Platz nimmt. Nun, vorn mag das durchaus zutreffen: Die Platzverhältnisse sind klassenüblich, und das moderne, geschmackvolle Cockpit sowie die erstklassige Materialqualität und Verarbeitungsgüte lassen selbst chronische Spaltmaßfummler verstummen. Im Fond hingegen ist das Raumangebot definitiv Economy. Die kurzen Rücksitzflächen suggerieren auf den ersten Blick eine größere Beinfreiheit als beim Platznehmen dann tatsächlich vorhanden ist. Verwunderlich, da der W 205 gegenüber dem Vorgänger doch um knapp zehn Zentimeter gewachsen ist. Das meiste davon steckt jedoch im langen Vorderwagen, nur zwei Zentimeter kommen den Hintensitzenden zugute. Auch das Heck wirkt in der Seitenansicht etwas kurz geraten, fasst aber dennoch 480 Liter – exakt so viel wie bei den Konkurrenten Audi A4 und BMW 3er. Der Vollständigkeit halber: Platzhirsch VW Passat schluckt stattliche 565 Liter.
Im Überblick: Alle Tests zur Mercedes C-Klasse

Testfahrt mit dem C 250 und C 250 BlueTec

Video: Mercedes C-Klasse (2014)

Diesel oder Benziner?

Der hoch angesetzte Kofferraum schränkt die Übersichtlichkeit nach hinten ein, wenngleich mittels kleiner Fondkopfstützen versucht wurde, die Sicht möglichst unverbaut zu lassen. Gut: Das die Kopffreiheit einschränkende Panorama-Schiebedach (2106 Euro) ist auch im voll geöffneten Zustand und bei höherem Tempo zugfrei, und die hinteren Seitenscheiben lassen sich vollständig versenken. Wir haben Fahrt aufgenommen. Zur Verfügung stehen uns ein C 250 mit 211 PS leistendem Zweiliter-Turbo sowie ein C 250 BlueTec mit 2,1-Liter-Diesel und 204 PS. Der 211 PS leistende C 250 fährt 350 Nm Drehmoment auf und sorgt für gute Fahrleistungen bei dürrem Klang. Den satten Durchzug des 500 Nm starken C 250 BlueTec kann er naturgemäß nicht bieten, was die Siebengang-Wandlerautomatik mitunter zu hektischer Schaltarbeit nötigt. Die Kombination Diesel und Automatik (die nun über einen Freilauf zum spritsparenden "Segeln" verfügt) wirkt wesentlich souveräner, das Getriebe muss weniger oft zurückschalten. Wermutstropfen: Trotz verbesserter Geräuschdämmung nagelt sich der Selbstzünder bis in den Innenraum. Flüssig bewegt, zeigt der Bordcomputer einen Schnittverbrauch von sieben Liter Diesel an, der Benziner genehmigt sich knapp neun Liter. Macht in diesem Fall eine Reichweite von nur rund 450 Kilometern beim serienmäßigen 41-Liter-Tank. Die Sonderausstattung Code 916 sei daher unbedingt empfohlen: Kraftstofftank 66 Liter, 59,50 Euro. Weitere Kostproben der neuen schwäbischen Sparsamkeit? Bitte sehr: Mercedes führt beim Basis-C-180 wieder Stahlräder ein, Regensensor und CD-Player kosten ab sofort Aufpreis.

Die Lenkung könnte mehr Rückmeldung geben

Novum in der Mittelklasse: Die neue C-Klasse verfügt über eine Luftfederung samt adaptiver Dämpfung.

Doch zurück zu den Fahreindrücken: Die exzellenten Vordersitze integrieren den Fahrer perfekt ins Cockpit, die Lenkung arbeitet mit der gewohnten Mercedes-Präzision – allerdings wünschen wir uns hier mehr Rückmeldung. Die Testwagen verfügen über die Luftfederung Airmatic samt Agility-Select-Schalter (heißt bei BMW "Fahrerlebnisschalter"), womit man über fünf Setups Einfluss auf Lenkung, Fahrwerk, Gasannahme und Automatikgetriebe nehmen kann. Klickt man sich aus den gemütlichen Programmen Eco und Comfort zu Sport und Sport+, so nimmt die Lenkunterstützung zwar merklich ab, das Feedback von der Straße aber leider nicht zu. Eine intensivere Rückmeldung über die Fahrbahnbeschaffenheit erfolgt durch die härter werdenden Stoßdämpfer. Im fünften Modus namens Individual kann man sein persönliches Setup programmieren. Die Luftfederung samt adaptiver Dämpfung, ein echtes Novum in der Mittelklasse, sorgt für sehr guten, nicht jedoch erhabenen Federungskomfort. Das Fahrgefühl bleibt glücklicherweise eher straff-direkt als abgehoben-schwebend. Die großen ungefederten Massen der am Testwagen montierten 19-Zoll-Räder samt flacher Reifenquerschnitte vermag aber auch das pneumatische Fahrwerk nicht vollständig zu kompensieren.
Preise Mercedes C-Klasse (Limousine)
Benziner
C 180 C 200 C 250 C 400 4Matic Mercedes-AMG C63*
ab 33.558 Euro ab 36.414 Euro ab 40.936 Euro ab 52.241 Euro ab 76.100 Euro
Diesel
C 180 BlueTec C 200 BlueTec C 220 BlueTec** C 250 BlueTec*** C 300 BlueTec Hybrid
ab 33.915 Euro ab 36.295 Euro ab 38.675 Euro ab 44.030 Euro ab 47.005 Euro
*lieferbar voraussichtlich ab Februar 2015; **auch als C 220 BlueTec Blue Efficiency Edition (ab 41.531 Euro); ***auch als C 250 BlueTec 4Matic (ab 46.410 Euro)

Fahrdynamisch gibt sich die C-Klasse keine Blöße

Das Head-up-Display (1178 Euro) spiegelt die wichtigsten Fahrdaten wie Geschwindigkeit und Navigationshinweise in die Frontscheibe.

Auch wenn Mercedes beim W 205 den Schwerpunkt gottlob auf den Komfort und nicht auf künstliche Sportlichkeit gelegt hat, gibt er sich fahrdynamisch keine Blöße. Lenkbefehle werden agil umgesetzt, Kurven weitestgehend neutral umrundet, der Fahrer im Grenzbereich vom fein abgestimmten ESP unterstützt. Assistenzsysteme gibt es in Hülle und Fülle, neu in der C-Klasse ist der aus E- und S-Klasse bekannte Abstandsregeltempomat Distronic Plus mit Lenkassistent und Stop & Go-Pilot (Teil des Fahrassistenz-Paket Plus, 2499 Euro), der ein autonomes Staufolgefahren bis zu einem Tempo von 60 km/h ermöglicht. Zu diesem Paket zählt ferner der aktive Spurhalte-Assistent, der bei unbeabsichtigtem Verlassen der Fahrspur den Wagen per einseitigem Bremseingriff zurück auf den rechten Weg führt. Wie beim BMW 3er ist nun auch ein Head-up-Display (1178 Euro) erhältlich, es spiegelt die wichtigsten Fahrdaten wie Geschwindigkeit und Navigationshinweise in die Frontscheibe.

Weitere Infos zur neuen Mercedes C-Klasse und den drei wichtigsten Konkurrenten finden Sie in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel mit allen Daten und Tabellen gibt es im Online-Artikelarchiv als PDF-Download.

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Ein Artikel aus AUTO TEST

Kaufberatung: Mercedes C-Klasse

Der vollständige Artikel ist ab sofort in unserem Online-Heftarchiv erhältlich. Hier können Sie das Original-Heft-Layout als PDF-Dokument downloaden.
Mercedes-Benz C-Klasse

Veröffentlicht:

19.03.2014

Preis:

2,00 €

Autor:

Florian Neher

Fazit

Das versprochene Upgrade in die Business-Class löst Mercedes in den Bereichen Sicherheit, Komfort und Qualitätseindruck vollumfänglich ein. Beim Platzangebot im Fond hätten wir hingegen mehr erwartet. Das empfehlenswerte Luftfahrwerk sorgt für sehr guten Federungskomfort, ohne das Auto von der Straße zu entkoppeln. Schock für Fans: Der Stern auf der Haube kostet ab sofort Aufpreis.

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