Mercedes C-Klasse T-Modell/BMW 3er Touring: Vergleich
— 26.08.2011Geschminkt zum Sieg
Ein klassisches Kombi-Duell geht in die nächste Runde: Der 3er Touring von BMW sieht nach dem Facelift der Mercedes C-Klasse alt aus. Im Vergleich die kleinen Benziner C 180 und 320i.
Überblick: Alle News und Tests zur Mercedes C-Klasse

Video: C-Klasse vs. BMW 3er
Klassisches Kombi-Duell
C-Klasse-Kunden werden in der Aufpreisliste fündig, müssen aber tapfer sein: Mit Ausnahme der kleinen Kaffeetasse im Tacho-Display, die bei nachlassender Konzentration zum Pausemachen mahnt, packen die Schwaben ihre Assistenzsysteme in ärgerlich teure Pakete. Auch BMW hat nicht gerade Spendierhosen an. Im Gegensatz zur C-Klasse muss beim 3er sogar die Klimaautomatik extra bezahlt werden. Überhaupt wirkt der BMW im Vergleich zum Mercedes ziemlich karg eingerichtet – was allerdings auch Vorteile hat. Schwierigkeiten, im Dämmerlicht die Instrumente abzulesen oder in der Klaviatur auf der Mittelkonsole die richtige Taste zu treffen, gibt es hier jedenfalls nicht. Auch bei Qualität und Materialgüte ist der 3er über jede Kritik erhaben. Die C-Klasse hatte hier Nachholbedarf, weshalb Mercedes das Cockpit mächtig aufgemöbelt hat. Früher trist und grau, verströmt der üppig mit Chrom verzierte Fahrerplatz nun die Noblesse der größeren Modelle E-Klasse und CLS.
Überblick: Alle News und Tests zum BMW 3er
Die Sitze könnten allerdings bequemer sein – so wie im BMW, in dessen Sportgestühl (630 Euro) auch lange Strecken ihren Schrecken verlieren. Die Multikontursessel des Mercedes (512 Euro) verwöhnen zwar ebenfalls mit aufblasbaren Flanken, sind für stattliche Fahrer aber zu schmal geschnitten. Außerdem fehlt es ihnen an Abstützung im Schulterbereich, weil die Lehnen zu kurz sind. Unter der Haube ist dem BMW sein Alter anzumerken. Statt wie Mercedes der aktuellen Motoren-Mode "kleiner Hubraum plus Turbo" zu folgen, setzen die Münchner noch auf einen größeren Saugmotor. Beim Verbrauch handelt sich der 320i dadurch zwar keinen Nachteil ein. Im Gegenteil: Mit 7,1 Litern im Schnitt fuhr er im Test sogar 0,3 Liter sparsamer als die vermeintlich modernere C-Klasse. Auch sonst lässt sich dem 170 PS starken Zweiliter-Aggregat im Grunde wenig vorwerfen. Es hängt spontan am Gas, tourt willig hoch und gibt über das gesamte Drehzahlband harmonisch Leistung ab. Erst wer in den Mercedes umsteigt, merkt, was ihm im BMW gefehlt hat.Obwohl auf dem Papier 14 PS schwächer, zeigt der C 180 seinem Münchener Rivalen die Rücklichter und zieht – Turbo sei Dank – trotz längerer Übersetzung vor allem in den hohen Gängen deutlich souveräner durch. Zwischen 1600 und 4000 Touren genügt ein Druck aufs Gaspedal, und die C-Klasse zischt ab. Ganz schön beeindruckend für einen Basismotor. Im Vergleich zum gleich starken Vorgänger mit Kompressor-Aufladung macht sich vor allem der vibrationsärmere Lauf bemerkbar; auch beim Verbrauch (Testwert des alten Modells: 8,8 Liter/100 km) sprangen stolze 1,4 Liter Einsparung heraus – obwohl der BMW nach wie vor sparsamer fährt. Ungeachtet der schlechteren Fahrwerte wirkt der 3er sportlicher. Das verdankt er vor allem seiner sorgsam austarierten Lenkung, mit der sich Kurven millimetergenau anpeilen lassen. Das Mercedes-Ruder zieht zwischen Straße und Fahrer eine (wenn auch dünne) Weichzeichnerfolie ein. Es lässt sich leichter drehen (gut beim Rangieren), wirkt aber beim Einlenken nervöser und zum Teil unnötig spitz.
Bei der Kurvenfestigkeit nehmen sich beide Kandidaten wenig, sie bleiben also auch bei höheren Geschwindigkeiten souverän in der Spur; die – ebenfalls recht straffe – C-Klasse verdaut aber vor allem kurze Stöße feinfühliger und rollt auch leiser ab. Nicht nur beim Komfort, auch bei den Kombi-Eigenschaften ist der Mercedes die größere Nummer. Dafür, dass sich in seinem Frachtraum mehr verstauen lässt, müssen dann allerdings die Hinterbänkler büßen. Eine praktische, ebene Ladefläche lässt sich in keinem der zwei Kandidaten schaffen; liegen die Rücksitzlehnen flach, steigt der Gepäckraumboden leicht nach vorn an. Ärgerlich bei der C-Klasse: Das breitere (linke) Lehnensegment lässt sich ohne Ausbau des Gepäckraumrollos nicht umlegen. Den Vergleich gewinnt der Mercedes trotzdem. Das Bad im Jungbrunnen hat sich gelohnt. Der BMW fährt auf Platz zwei – und das durchaus in alter Frische.
Hintergrund: So testet AUTO BILD
| Fahrzeugdaten | BMW | Mercedes |
|---|---|---|
| Motor | Vierzylinder, vorn längs | Vierzylinder, Turbo, vorn längs |
| Ventile/Nockenwellen | 4 pro Zylinder/2 | 4 pro Zylinder/2 |
| Nockenwellenantrieb | Kette | Kette |
| Hubraum | 1995 cm³ | 1796 cm³ |
| kW (PS) bei 1/min | 125 (170)/6700 | 115 (156)/5000 |
| Nm bei 1/min | 210/4250 | 250/1600 |
| Vmax | 226 km/h | 218 km/h |
| Getriebe | Sechsgang manuell | Sechsgang manuell |
| Antrieb | Hinterradantrieb | Hinterradantrieb |
| Bremsen vorn/hinten | Scheiben/Scheiben | Scheiben/Scheiben |
| Testwagenbereifung | 225/45 R 17 V | 225/45 R 17 W |
| Radgröße | 8 x 17" | 7,5 x 17" |
| Abgas CO2 | 149 g/km | 160 g/km |
| Verbrauch* | 8,3/5,3/6,4 l | 9,3/5,4/6,8 l |
| Tankinhalt | 63 l/Super | 59 l/Super |
| Vorbeifahrgeräusch | 72 dB (A) | 72 dB (A) |
| Anhängelast gebr./ungebr. | 1400/695 kg | 1800/750 kg |
| Kofferraumvolumen | 460–1385 l | 485–1500 l |
| Preis (wird bewertet) | 34.680 Euro** | 36.729 Euro*** |
| *innerorts/außerorts/gesamt auf 100 km; **inklusive Servotronic für 250 € und 17-Zoll-Radsatz für 1680 Euro; ***inklusive Parameterlenkung für 238 € und Ausstattungslinie Avantgarde für 2130 € | ||
| Messwerte | BMW | Mercedes |
|---|---|---|
| Beschleunigung | ||
| 0–50 km/h | 2,9 s | 2,7 s |
| 0–100 km/h | 8,7 s | 8,8 s |
| 0–130 km/h | 14,1 s | 14,1 s |
| Elastizität | ||
| 60–100 km/h | 9,6 s (4. Gang) | 8,2 s (4. Gang) |
| 80– 120 km/h | 17,4 s (6. Gang) | 16,5 s (6. Gang) |
| Leergewicht/Zuladung | 1550/420 kg | 1598/482 kg |
| Gewichtsverteilung v./h. | 48/52 % | 51/49 % |
| Wendekreis links/rechts | 11,0/10,9 m | 10,9/10,8 m |
| Bremsweg | ||
| aus 100 km/h kalt | 36,0 m | 35,7 m |
| aus 100 km/h warm | 35,9 m | 35,5 m |
| Innengeräusch | ||
| bei 50 km/h | 57 dB (A) | 57 dB (A) |
| bei 100 km/h | 63 dB (A) | 62 dB (A) |
| bei 130 km/h | 71 dB (A) | 70 dB (A) |
| Testverbrauch – CO2 | 7,1 l S – 168 g/km | 7,4 l S – 176 g/km |
| Reichweite | 880 km | 790 km |
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Kommentare zum Artikel (29)
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Wie kann es eigentlich sein das 90% der Kommentare auf diesem Niveau stattfinden ?
Zu dem Beitrag oben muss ich sagen, es sind beides Klasse Autos.
Ich war immer BMW Fan und habe mir jetzt doch die C- Klasse bestellt.
Nach ausgiebiger Prüfung ist der Mercedes einfach minimal besser.
Meine Gründe waren die Verkehrszeichen erkennung und das der 3er aktuell nur als Kombi verfügbar ist.
@Dodel: unter 30iger sind auf Ihr Auto angewiesen - deine Oma sicherlich nicht! Ab 60 sollte man regelmäßig die Fahrtüchtigkeit überprüfen müssen! Wer hier versagt, der fährt Bus! Basta!
Die meisten Busse sind ja auch von Mercedes - ansonsten können sich Oma und Opa ihren Mercedes-Stern auch an den Hut stecken.
Die Frage hat sich erledigt! Meine Oma hatte gestern einen Herzinfarkt weil sie anscheinend mal 50km/h in ihrem alten Mercedes gefahren ist und dabei ist sie in einen Schulbus voll mit Kindern gerast. Und ich hab noch gesagt fahr Bus! arme Oma....
Mein Opa (96) ist seit den DTM-Erfolgen ganz begeistert von Mercedes! Eine wichtige Frage: dürfen unter 30 jährige - Unfallverursacher Nummer 1 - so ein Auto schneller als 30-40kmh fahren?
Meine Oma (76 ) ist ganz begeistert vom Mercedes! Eine wichtige Frage: schadet das dem Motor, wenn man nie schneller als 30-40kmh fährt?