Fahrbericht Mercedes CLS

Mercedes CLS: Fahrbericht

— 30.06.2014

Feinschliff für die Stilikone

Optisch bleibt die Modellpflege für den Mercedes CLS dezent, aber unterm Blech tut sich einiges – und preiswerter wird der Sternträger auch noch.

Braucht die Mona Lisa wirklich frische Schminke? Und hätte Michelangelo noch weiter an seinem David hämmern sollen? Sicher nicht! Und weil auch der Mercedes CLS jedenfalls in den Augen seiner Macher ein Gesamtkunstwerk ist, muss man schon zweimal hinschauen um das Facelift zu erkennen, mit dem die Schwaben ihre E-Klasse für Schöngeister nach den Sommerferien in die zweite Halbzeit schicken.

Im Innenraum erkennt man das Facelift am leichtesten

Video: Mercedes CLS (2014)

Facelift für den CLS

Am leichtesten fällt das noch im Immenraum, der jetzt von einem großen, freistehenden Navigationsmonitor dominiert wird. Schließlich gibt es neben den vielen elektronischen Helfern aus der S-Klasse auch deren Infotainment-System mit Online-Navigation und eigenem Appstore, nur leider nicht das coole Touchpad auf dem Mitteltunnel, das so viel besser funktioniert als der kleine Drehregler mit den wenigen Direktwahltasten. Wo man den Unterschied natürlich auch erkennt, ist in der Preisliste. Und zwar nicht wie sonst am satten Aufschlag, den die Hersteller bei so einer Gelegenheit gerne einrechnen. Nein, diesmal marschieren die Schwaben in die Gegenrichtung und ziehen sogar jede Menge ab. Im direkten Vergleich werden einzelne Motorvarianten bis zu 3000 Euro günstiger. Wer dazu für 54.086 Euro noch den neuen 170 PS-Basisdiesel im CLS 220 BlueTec bestellt, spart gegenüber früher sogar rund 6000 Euro. Und das ohne ernsthaften Einbußen.
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Dank der neuen Automatik ist der 220 CDI extrem entspannt

Hektik, was ist das? Wer im CLS entschleunigen will, der greift zum extrem entspannten 220 CDI.

Der bekannte 2,1-Liter ist auch mit der neuen Programmierung keine Spaßbremse und weiß seine maximal 400 Nm geschickt zu nutzen. Immerhin wuchtet er den Zweitonner in 8,3 Sekunden auf Tempo 100 und muss die linke Spur bei maximal 226 km/h nur selten räumen. Mehr noch als mit seiner Kraft überzeugt der Vierzylinder aber mit seiner Laufkultur. Denn gekoppelt mit der bei Mercedes noch ganz neuen Neungang-Automatik wird der CLS 220 zum Blutdrucksenker par Excellence: Weil die Gänge noch weiter gespreizt sind, muss das Aggregat lange nicht mehr so hoch drehen und verharrt selbst bei Richtgeschwindigkeit noch unter 1500 Touren. Entsprechend leise läuft der Motor und ist obendrein auch deutlich sparsamer. Rund einen halben Liter sparen die Schwaben deshalb mit dem neuen Getriebe, das auch in den unveränderten beiden anderen Dieseln  CLS 250 (204 PS) und CLS 350 (258 PS) sowie im ebenfalls bekannten CLS 500 mit seinem 408 PS starken V8-Benziner angeboten wird.
So sitzt es sich im modellgepflegten Mercedes CLS

Eine weitere Neuerung unter der Haube ist der V6-Motor im CLS 400, der den bisherigen 350er ersetzt. Noch immer 3,5 Liter groß, jetzt aber mit zwei Turbos bestückt, klettert seine Leistung von 306 auf 333 PS und der Motor macht noch ein bisschen mehr Programm. Nicht zuletzt, weil das maximale Drehmoment um 110 auf 480 Nm zulegt und damit Überholen selbst auf einer kurvigen Landstraße plötzlich zum Kinderspiel wird.

Intelligentes Licht sorgt für optimalen Durchblick

Es werde Licht: Den CLS gibt es für knapp 2000 Euro extra auch mit so genannten MultiBeam-Strahlern.

Trotzdem. Bei Tag betrachtet sind die Unterschiede zwischen dem alten und dem neuen CLS vergleichsweise gering. Doch wenn man das ganze mal bei Dunkelheit betrachtet, erscheint einem der Luxusliner plötzlich in einem ganz anderen Licht. Schon in der Serie grundsätzlich mit LED-Scheinwerfern bestückt, gibt es den neuen CLS nun für knapp 2000 Euro auch mit so genannten MultiBeam-Strahlern. Die arbeiten zwar ebenfalls noch mit LED-Technik und klingen deshalb nicht ganz so spacig wie die Laserleuchten bei BMW oder Audi. Aber sie machen – natürlich – das bessere Licht, sagen die Mercedes-Ingenieure. Schließlich komme es nicht darauf an, mit welcher Quelle der Strahl erzeugt werde, sondern wie zielgenau, situationsgerecht und leuchtstark man den auf die Straße bringe. Je 24 Leuchtdioden pro Scheinwerfer, die in 255 Stufen gedimmt werden können und mithilfe der Kamera des Fernlichtassistenten und dem Navigationssystem bis zu 100 Mal pro Sekunde neu justiert und kombiniert werden, sollen in jeder Fahrsituation das perfekte Licht liefern, versprechen die Entwickler: Dabei spannen sie den Bogen vom Dauerfernlicht über das vorausschauende Kurvenlicht mit bis zu 60 Metern mehr Sichtweite über das neuartige Kreisverkehrlicht, bei dem beide Abbiegefunktionen gleichzeitig aktiviert werden, bis hin zum blendfreien Dauerfernlicht mit 100 Metern Leuchtweitengewinn und einer Keule, die fast 500 Meter lang ist.

Der Shooting Brake bleibt selbstverständlich im CLS-Programm

Keine Cash-Cow, aber Vorreiter: Der CLS Shooting Brake ebnet dem CLA Shooting Brake den Weg.

Zwar gilt der CLS den Schwaben als Stilikone für geschmackssichere Individualisten. Doch die Auswahl ist da jetzt großzügiger denn je. Denn nicht nur unter der Haube bietet Mercedes die Wahl zwischen drei Dieseln, zwei Benzinern, den beiden AMG-Modellen mit 557 und 585 PS sowie nun schon sechs Versionen mit Allradantrieb. Sondern seit zwei Jahren gibt der CLS mal wieder den Trendsetter und steht für knapp 2000 Euro Aufpreis auch als Shooting Brake bei den Händlern. Der verkauft sich – nicht zuletzt, weil er nicht in den USA angeboten wird, zwar lange nicht so gut wie das viertürige Coupé, das seit 2010 auf über 100.000 Zulassungen kommt. Doch schon die 15.000 Exemplare seit 2012 sind für Mercedes Grund genug, es jetzt gleich noch einmal zwei Klassen darunter zu probieren. Deshalb gibt bei der Premiere der überarbeiteten Stilikone zumindest virtuell gleich noch ein drittes Designerstück seinen Einstand.  "Denn", so hat es Entwicklungsvorstand Thomas Weber versrochen, "ab dem nächsten Jahr gibt es auch den CLA als Shooting Brake."

Autor: Thomas Geiger

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