Mercedes Concept IAA: Fahrbericht

Mercedes Concept IAA (2015): Fahrbericht

— 28.11.2015

So fährt das Aerodynamik-Wunder

Die Hybrid-Studie Mercedes Concept IAA schlägt dem Luftwiderstand ein Schnippchen. AUTO BILD war mit dem cW-Wunder unterwegs!

Video: Mercedes Concept (IAA 2015)

Aerodynamik-Wunder

Der fährt ja wirklich! Normalerweise kennen wir das von Studien ja so: Sie stehen auf einer Messe, faszinieren mit ihrer Hülle, und drunter ist – nix! Umso schöner, dass Mercedes das Concept IAA nun tatsächlich auf die Straße schickt, damit wir einen Eindruck von der Zukunft der Marke bekommen. Unter der hübschen Außenhaut steckt die Hybridtechnik des Mercedes C 350 e. Die Systemleistung beträgt unverändert 279 PS, aber die Reichweite klettert in diesem Einzelstück je nach Fahrmodus von 36 auf bis zu 66 km.
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Ab Tempo 80 geht's im Aerodynamik-Modus weiter

Die verspiegelten Fensterflächen verraten: Hier handelt es sich um eine Studie.

Das liegt am geringeren Gewicht und an der extrem guten Windschlüpfigkeit, die ab 80 km/h vom Design- in den Aerodynamik-Modus wechselt. Die Umstellung hört man – am Einsatz der insgesamt fünfzehn E-Motoren, die vorne, hinten und seitlich surrend eingreifen, um den Fahrtwind zu besänftigen. Nach knapp zehn Sekunden ist der Spuk vorbei und wieder Ruhe im Karton. Vor allem bergab, wenn sich der Verbrenner verabschiedet und unser Silberfisch fast geräuschlos vorangleitet.

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Das Concept IAA wächst bei Bedarf um 39 Zentimeter

Variable Länge: Ab 80 km/h fährt der Benz seinen Silberschweif um 39 Zentimeter heraus.

Dabei erstaunt zunächst der sehr geringe Tempoverlust. Auf der über zwei Kilometer langen, leicht abschüssigen Start- und Landebahn fiel die Geschwindigkeit an diesem stürmischen Tag im Segelmodus um nur zehn km/h ab. Was genau passiert, wenn die Chips ihre Aero-Show starten? Am Kammheck fahren rundum acht Segmente aus und verlängern so die Tropfenform um bis zu 39 Zentimeter. Am Bug verbessern stärker angestellte Flaps die Umströmung der Radkästen. Gleichzeitig reduziert eine bewegliche Querstrebe die Verwirbelung entlang des Unterbodens, die eben noch geschüsselten Felgen schließen jetzt flächenbündig mit der Karosserie ab. Dafür sorgen pro Rad fünf vorgespannte Federelemente, die mit zunehmendem Speed eine in der Endphase vollkommen plane Oberfläche fixieren. In Summe verringern diese Maßnahmen den ohnehin schon sehr niedrigen Luftwiderstand um sechs Punkte auf 0,19 – das wäre Weltrekord für Serienautos, doch die nächste Destination des beinahe wolllüstig proportionierten Viertürers ist leider die Asservatenkammer.

Sitzprobe Mercedes Concept IAA

Hände ans Lenkrad, Augen auf die Straße

Wer im türgrifffreien Mercedes Platz nehmen will, muss erst das Touchpad an der B-Säule finden.

Durchaus Zukunft hat dagegen die Gestaltung des Cockpits. "OFN" nennt Mercedes die kleinen Touchpads, die in der neuen E-Klasse (Vorstellung Januar 2016) erstmals den zentralen Dreh-Drücksteller "Comand" ersetzen, der seit 17 Jahren ein Abo für die Mittelkonsole hat. OFN steht für "Optische Finger Navigation". Optisch, weil jede Bewegung sofort am Bildschirm nachvollziehbar ist. Finger, weil beide Daumen die gesamte Arbeit machen. Navigation, weil die komplette Menüsteuerung über die zwei Tastenfelder erfolgt. Das Trackpad hinter den Cupholdern bleibt uns zwar erhalten, ist aber in seiner Funktionalität eingeschränkt. Besonders clever erscheint die intuitive Aufteilung der Bedienelemente: der rechte Daumen betreut den rechten Bildschirm (Infotainment), der linke kümmert sich um den Monitor hinter dem Lenkrad (Fahrzeug) und um das Head-up-Display. Der Cursor bewegt sich in vier Richtungen, jede Eingabe muss per Knopfdruck bestätigt werden. Per Returntaste geht es zurück auf die nächsthöhere Ebene. OFN ist praktisch und sicher, getreu dem Markenmotto "Hände ans Lenkrad, Augen auf die Straße".

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Vorgriff aufs Design aller kommenden Elektro-Mercedes

Apropos Augen. Das Gesicht der IAA-Studie ist dem Vernehmen nach ein klares Indiz für die Formensprache, mit der sich ab 2018 die Mercedes-Elektroautos vom Rest der Palette unterscheiden werden. Spätestens 2020, wenn der erste maßgeschneiderte E-Mercedes in Bremen vom Band rollt, sollen die horizontalen Lichtleiter und die umlaufende Heckleuchtenbrille zur optischen Signatur der Null-Emission-Modelle avancieren. Anzahl und Anordnung variieren in Abhängigkeit vom Fahrzeugtyp. Vielleicht gehören bis dahin auch die beleuchteten Lüftungsrosetten zu den Erkennungsmerkmalen der Stromer mit Stern.

Mercedes Concept IAA (IAA 2015): Vorstellung und Bilder

Georg Kacher

Georg Kacher

Fazit

Das IAA Concept macht Top-Aerodynamik sichtbar – und fühlbar. Obwohl wir nur im zweistelligen Tempobereich unterwegs waren, haben wir die geringeren Windgeräusche und die spürbar reduzierten Fahrwiderstände als besondere Kennzeichen der aktiven Luftleitelemente empfunden. Sogar die Akustik im Bereich der Räder und des Unterbodens veränderte sich hörbar. Ziemlich genial ist auch die OFN-Ergonomie, die mit einfachen und preiswerten Mitteln das Risiko der Ablenkung dramatisch verringert. Selbst komplexe Vorgänge wie das Vorlesen von Mails oder das Feinjustieren einer Musikquelle meistert OFN auf Daumendruck. Dieses Bedienkonzept wird in Kombination mit den beiden großen Bildschirmen demnächst in fast allen neuen Mercedes-Modellen Einzug halten.

Stichworte:

Studie

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