E-Klasse und 5er im Vergleich

Mercedes E 220 d/BMW 525d: erster Vergleich

— 22.03.2016

Neue E-Klasse fordert BMW 5er heraus

Der Neue in der Chefetage hat beste Empfehlungen: Die Mercedes E-Klasse misst sich mit dem BMW 5er im ersten Schnupper-Vergleich.

Video: E-Klasse gegen 5er BMW

Neue E-Klasse im ersten Vergleich

Hier schlgt das Herz von Mercedes. In der E-Klasse versammeln sich alle Wesensmerkmale des Mercedes-Seins, das hat Tradition. Nichts anderes erwarten wir folglich vom Nachfolger er muss als Vollwert-Benz rberkommen, und er muss den klassischen E-Klasse-Spagat vollziehen: den Taxifahrer ebenso glcklich machen wie den Handelsreisenden oder den Oberarzt, Nutztier sein, aber zugleich prestigetrchtig. Er muss dem reifen Big Spender das Geld wert sein, ohne deshalb als Seniorenkatapult abgestempelt zu werden. Neu und zunehmend wichtig: Er muss auch dem Chinesen gefallen.
Alle News und Tests zur Mercedes E-Klasse

Die neue E-Klasse erntet Respekt beim Betrachter

Lnger und breiter: Die neue E-Klasse ist stattlich geworden und macht ordentlich was her.

Eine Mammutaufgabe, keine Frage. Und rein visuell wrden wir der neuen E-Klasse schon mal Vollzug attestieren: Sie macht was her, eine Limousine, die beim Betrachter Respekt erntet. Zugleich folgt sie stilgetreu dem aktuellen Einheitsdesign von Mercedes, ein paar Zentimeter lnger und breiter als der Vorgnger. Basisversion und "Exclusive"-Ausstattung berechtigen zum Traditionsgrill, "Avantgarde" und "AMG Line" bedeutet Sportgrill ohne Stern auf der Haube. Schwer beeindruckend dann auch der Blick ins Innere: Das Cockpit der neuen Mercedes-Oberklasse prsentiert sich derart schickobello, dass es selbst in Feudalkreisen eine gute Figur machen wrde. Im oberen Bereich erstrecken sich gegen Aufpreis zwei 12,3-Zoll-Monitore, virtuelle Anzeigen ersetzen klassische Instrumente, alles nach Wunsch konfigurierbar. Das Infotainmentangebot erfllt modernste Ansprche inklusive gngiger Lifestyle-Befindlichkeiten.

Neue Assistenzsysteme auf dem Weg zum autonomen Fahren

Voll mit Assistenten: Der Arbeitsplatz im Benz sieht nicht nur edel aus, er hilft auch aktiv beim Fahren.

Umso mehr freut sich der Fahrer angesichts des enormen Ablenkungspotenzials ber die jngste Generation der Fahrassistenten. Von echter Intelligenz kann hier zwar nicht die Rede sein, so sehr dieser Begriff von Mercedes auch strapaziert wird. Schlielich tun die weiterentwickelten Systeme nur das, was ihnen zuvor in Form diverser Algorithmen eingeimpft wurde. Aber es beruhigt, wenn das Auto notfalls autonom bremst, auch bei Querverkehr an Kreuzungen, wenn es helfend in die Lenkung eingreift und im Fall des Unfalls Vorsorge trifft. Schn auch, wie die E-Klasse mittels "Drive Pilot" vorausfahrenden Autos folgt, selbst um leichte Kurven, und nun auch dann die Spur hlt, wenn Fahrbahnmarkierungen fehlen. Bei Bedarf gengt es, den Blinker zu setzen, und sie wechselt von selbst die Spur Schritte auf dem Weg zum autonomen Fahren.

Der 5er BMW, der dem Mercedes bei dieser ersten Ausfahrt Gesellschaft leistet, beherrscht dergleichen jedenfalls noch nicht. Seine Aufgabe ist es, eine erste, noch vorlufige Einordnung der E-Klasse zu ermglichen. Erster Eindruck im direkten Vergleich: Was das Raumangebot betrifft, hat sich die Relation zwischen BMW und Mercedes durch den Modellwechsel nicht wesentlich verndert: Gefhlt zumindest liegen beide etwa gleichauf, wobei der Mercedes den leichteren Einstieg in den Fond ermglicht, whrend der BMW die bequemeren Sitze offeriert.
Alle News und Tests zum BMW 5er

Der Mercedes ist komfortabel ohne ins Schwammige abzugleiten

Die neue Vierlenker-Vorderachse erhht im Verbund mit dem Luftfahrwerk Komfort und Querdynamik.

So hochwertig und modern wie in der neuen E-Klasse geht es im 5er nicht zu, andererseits kann er in Sachen Bedienung ein paar Vorteile ins Feld fhren. Das vermgen auch die neuen Sensortasten in den Lenkradspeichen des Mercedes nicht zu verhindern nun wird hier nicht mehr gedrckt, sondern gewischt. Die wahren Schtze der neuen E-Klasse finden sich ohnehin im Verborgenen. Da wre das neue Fahrwerk mit der Vierlenker-Vorderachse (zuvor drei Lenker), das neue Komfortpotenziale erffnet. Das gilt umso mehr, wenn der Kunde zustzlich die ebenfalls neue Luftfederung ordert. Sie verfgt nun ber mehrere Luftkammern (vorn zwei, hinten drei), die unterschiedliche Federhrten ermglichen. Das lst in Verbindung mit der variablen Stodmpfung das alte Problem, dass die Dmpfung nicht immer mit der Federung harmoniert. Und das sprst du: Die weiche Grundfederung bietet im "Comfort"-Modus einen eklatanten Komfortzuwachs, ohne ins Schwammige abzugleiten. In "Sport" und "Sport+" zahlt sich sodann die Straffung der Federung aus, das Handling verdient nun mehr als zuvor das Prdikat sportlich, ohne den Komfort zu ruinieren. Ein klarer Fortschritt.

Auf der kurvenreichen Landstrae macht der 5er mehr Spa

Gewohnte Rolle: Im Vergleich mit der neuen E-Klasse bleibt der BMW 5er das handlichere Auto.

Wo bleibt da der BMW? Er bleibt beim Wuseln auf kurvenreichen Straen der Handlichere, seine Lenkung vermittelt mehr Fahrbahnkontakt. So samtpfotig wie der Mercedes bewegt er sich aber nicht, und lauter ist er auch, sowohl in den Abroll- und Windgeruschen als auch unter der Haube. Letzteres wirft zugleich ein Schlaglicht auf eine epochale Neuheit, die in der E-Klasse Premiere feiert: Mercedes prsentiert im 220 d einen brandneuen Dieselmotor in Aluminiumbauweise vier Zylinder, geschrumpft von 2,1 auf 2,0 Liter, und kompakter, leichter (von 203 auf 168 kg), strker (194 PS, 400 Nm), noch sauberer, um 17 Prozent sparsamer und eben auch laufruhiger. Verglichen mit dem grummelnden Diesel im bisherigen 220 d, ist der Nachfolger eine Offenbarung. Das neue Aggregat kommt ausschlielich zusammen mit der Neunstufenautomatik, eine angenehm geschmeidige Verbindung. Und es lsst den gegnerischen Antrieb im BMW in Sachen Laufkultur und Normverbrauch alt aussehen.

Was die Leistung betrifft, wre der 520 d (190 PS) der passende Vergleichspartner, im Preis eher der 525 d (217 PS, handgeschaltet ab 47.400 Euro), der erwartungsgem mit deutlich besserem Durchzug aufwartet. Preislich bleibt Mercedes gleichwohl auf dem Teppich. Der neue E 220 d kostet nur 178,50 Euro mehr als der alte, mithin ab 47.124 Euro. Zum Verkaufsstart im April 2016 stehen auerdem der Benziner E 200 (184 PS, ab 45.303 Euro) und der sechszylindrige E 350 d (258 PS, 55.603 Euro) bereit.

Technische Daten BMW 525d Automatik Motor: Vierzylinder, Turbo, vorn lngs Hubraum: 1995 cm Leistung: 160 kW (218 PS) bei 4400/min max. Drehmoment: 450 Nm bei 1500/min Vmax: 243 km/h 0100 km/h: 6,9 s Antrieb: Hinterrad, Achtstufenautomatik Tankinhalt: 70 l Lnge/Breite/Hhe: 4907/1860-2102/1464 mm Kofferraum: 520 l Leergewicht: 1730 kg Zuladung: 535 kg EU-Mix: 4,7 l Diesel/100 km Abgas CO2: 123 g/km Preis ab 49.650 Euro.

Technische Daten Mercedes E 220 d Motor: Vierzylinder, Biturbo, vorn lngs Hubraum: 1950 cm Leistung: 143 kW (194 PS) bei 3800/min max. Drehmoment: 400 Nm bei 1600/min Vmax: 240 km/h 0100 km/h: 7,3 s Antrieb: Hinterrad, Neunstufenautomatik Tankinhalt: 50 l Lnge/Breite/Hhe: 4923/1852-2065/1468 mm Kofferraum: 540 l Leergewicht: 1680 kg Zuladung: 640 kg EU-Mix 3,9 l Diesel/100 km Abgas CO2: 102 g/km Preis ab 47.124 Euro.
Wolfgang Knig

Wolfgang Knig

Fazit

Wunder kann sie nicht, die neue E-Klasse. Sie begngt sich mit dem kleinen Fortschritt, den aber auf breiter Front: mehr Komfort, mehr Laufkultur, mehr Sicherheit, mehr Infotainment, weniger Verbrauch. Heraus kommt kein BMW, wie diese Begegnung zeigt, sondern ein typischer Mercedes und eine typische E-Klasse nur eben auf hherem Niveau.

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen gnstig kaufen und Geld sparen.


Kfz-Versicherung