Mercedes E-Klasse All Terrain (2016): Fahrbericht

Mercedes E-Klasse All Terrain (2016): Fahrbericht

Mercedes E-Klasse All Terrain (2016) im Test: Fahrbericht

— 07.12.2016

Daimlers Wald-und-Wiesen-Kombi

Mercedes bringt mit der E-Klasse All Terrain einen Luxuslaster im Offroad-Look. Was er im Gelände kann, zeigt der Fahrbericht!

Nun kommen Sie mal wieder runter! Längst nicht jeder will da oben im SUV enden. Die modischen Geländewagen sind zweifellos große Kracher. Verstanden. Aber es dreht sich schließlich nicht die ganze Autowelt um sie, und wer mal wieder runterkommen möchte, ein Stück weiter "down to earth", der wird nun bei Mercedes fündig. Nachdem Daimler die hohe SUV-Schule in jeglicher Ausprägung erfolgreich abgeschlossen hat, stürzen sich die Schwaben ab Frühjahr 2017 eine Etage tiefer ins Abenteuer. Sie bauen die E-Klasse zum SÜVchen für alle Fälle um.
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Der Abstieg heißt dann All Terrain und ist so etwas wie das T-Modell fürs Grobe. Hochgebockte Allrad-Kombis mit ein wenig derber Schminke und rustikalem Charme sind natürlich nicht wirklich die Neuerfindung des tiefen Tellers. Volvos Cross Country und Audis allroad fahren schon seit Jahren erfolgreich auf diesem Pfad. Für Mercedes aber ist der All Terrain komplett neues Gelände. Es dürfte ein lukrativer Ausflug werden, dem sich später auch das C-Klasse T-Modell anschließen könnte. Der Entwicklungsaufwand für die modischen Grenzgänger ist schließlich überschaubar.

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Der All Terrain steht 29 Millimeter höher

Edel, edel: Das Interieur zeigt, dass es Mercedes mit dem Geländeeinsatz nicht ganz ernst meint.

Für den All-Terrain sollen die Daimler-Ingenieure gerade mal drei Monate gebraucht haben. Und das ging so: Man nehme ein paar Meter Kunststoff-Planken für die Optik, einen Grill im SUV-Stil, sowie bulligere Stoßfänger und einen Placebo-Unterfahrschutz in schickem Alu. Das Ganze schraubt man an ein ganz normales T-Modell 4matic mit Allradantrieb und ergänze es um ein spezielles Fahrprogramm für leichte Offroad-Abenteuer. Die beim All Terrain stets serienmäßige Luftfederung Air Body Control ist das Herzstück von allem. Sie ermöglicht eine dreistufige Einstellung des Fahrwerks. Schon im Normallfall steht der All-Terrain 29 Millimeter höher als ein vergleichbares T-Modell. 14 mm davon gehen aufs Konto der stattlichen Räder, die der All Terrain von der S-Klasse erbt (Standard 19 Zoll), 15 auf die größeren Polster der Luftfederung. Im Nahkampf-Modus "All Terrain" pumpt diese die Karosserie nochmals um 20 Millimeter höher (bis 35 km/h). ESP und Antischlupfregelung werden dann entsprechend instuiert und erlauben den Rädern etwas Schlupf, um sich auf steilen Waldwegen durch zu fräsen. Die 9-Gang-Automatik ist dabei so dressiert, dass sie bei durchdrehenden Rädern nicht schaltet.

Kein Geländewagen – kraxelt aber passabel

Schräglage: Die Geländefähigkeiten sind beeindruckend – so werden wir den All Terrain wohl aber selten sehen.

Schon erstaunlich, wie selbstverständlich sich der Bursche morastige, mit Baumwurzeln gespickte Pfade zu recht legt und in der Manier eines geübten Wanderers empor kraxelt. Die ausgeklügelte Elektronik und bis zu 15,6 Zentimeter Bodenfreiheit machen es möglich. Du denkst noch: das schafft der nie – und plötzlich bist du schon oben. Obwohl der All Terrain einen Schrägwinkel von 35 Prozent zulässt, und Steigungen von 70 Prozent meistern soll, ist er natürlich kein Geländewagen. Will er ja eben auch nicht sein. Eher ein "ich-könnte-wenn-ich-wollte". Doch in der Praxis dürfte sich auch ein All Terrain kaum mal in die Wildnis verirren. Dafür bietet er in freier Wildbahn all die Vorteile, die den meisten robusten SUVs abgehen. Daimlers neuer Wald-und-Wiesen-Kombi ist auf der Straße ein formidabler Streber. Ungemein komfortabel und leise und eben auch viel fahraktiver als zum Beispiel SUV-Bruder GLE. All die guten Gene der E-Klasse sind dem All Terrain erhalten geblieben. Von den üppigen Sitzen über die vielen klugen Fahrassistenten bis hin zu den untadeligen Kombi-Talenten des T-Modells mit unverändert maximal 1820 Litern Ladevolumen.

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Die Geländetauglichkeit hat ihren Preis

Mit zwei Motoren startet der All Terrain seine Karriere: Zunächst  kommt der beplankte E mit dem neuen Vierzylinder-Voll-Alu-Diesel 220 d. Seine 195 PS reichen völlig, zumal die 400 Newtonmeter Drehmoment für jede Lebenslage die richtige Antwort aus dem Keller holt. Die ist dann zwar nicht immer flüsterleise, gerade wenn sich der zwei Tonnen schwere Edelkombi an Steigungen abmüht, aber stets souverän. Leiser und noch ein Stück stärker – na klar – ist der  350 d, der etwas später folgen soll, den wir aber jetzt auch schon gefahren haben. Der laufruhige Sechszylinder-Diesel mit 258 PS verwandelt den All-Terrain vollends zum Traumtyp für alle Fälle. Wenn - ja wenn auch das Bankkonto eine gewisse Geländetauglichkeit aufweist. Denn die Basisversion E 220 d All Terrain kostet mindestens 58.102 Euro und damit rund 4700 Euro Aufpreis mehr als das normale T-Modell mit 4Matic. Wer diese Unebenheiten elegant abfedern kann, wird den neuen Absteiger für Aufsteiger mögen.

Sitzprobe Mercedes E-Klasse All Terrain

Autor: Tomas Hirschberger

Stichworte:

Allradantrieb Kombi

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