Neue Mercedes E-Klasse gegen BMW 5er

BMW Dreizylinder Neue Mercedes E-Klasse (Illustration) V6- und Reihensechszylinder-Motor (Illustration)

Mercedes E-Klasse/BMW 5er: Vergleich

— 23.12.2013

Oberklasse in der Klemme

Die Nachfolger von BMW 5er und Mercedes E-Klasse haben es schwer – die kleineren Modelle 3er und C-Klasse bieten ähnliche Technik zum niedrigeren Preis.

Früher war alles anders. Da haben E-Klasse und 5er das viele Geld verdient, das Mercedes und BMW brauchten, um die C-Klasse und den 3er zu entwickeln. Doch inzwischen gelten andere Prioritäten, der Mittel­klasse-Absatz stagniert. Vor allem die SUV stellen heute wirklich profitable Zuwachsraten in Aussicht. Und auch die Kleinen müssen Geld verdienen. Anders ausgedrückt: A-, B- und C-Klasse müssen Kasse machen, um die teure S-Klasse-Entwicklung zu bezah­len; 1er und 3er sollen für BMW das Geld einsammeln, um den 7er zu fi­nanzieren. Genau zwischen diesen Fronten kämpfen die E-Klasse und der 5er um Kunden und Marktanteile – ab 2016 freilich mit vielen innovativen Argumenten.   

E-Klasse: Vierzylinder-Modelle sind die Zukunft

Zusätzlich zu den Ausstattungslinien Basis, Elegance und Avantgarde wird die E-Klasse mit AMG-Sport-Paket angeboten.

Auch bei Mercedes ist die Nach­frage nach großen Motoren im frei­en Fall. V8? Geschätzter Anteil beim W 213 (so heißt die neue E-Klasse intern) unter zwei Prozent. Sechs­zylinder? Rund 12,5 Prozent, aber nur, weil die Dreiliter-Aggregate mit Hy­brid-Bausteinen zwangsgekoppelt werden. Nur so lässt sich der Flottenver­brauch senken. Im Modellmix do­minieren in Zukunft die Vierzylinder. Die Benziner werden zunächst vom Vorgängermodell übernommen, die Diesel der Baureihe OM 654 sind neu, leichter, kompakter, sparsamer und sauberer. Auf W 213-Basis soll es mindestens fünf Karosserievarianten geben: Limousine, Kombi, Coupé, Cabrio und CLS. Der Nach­folger des CLS Shooting Brake ist noch nicht fix, auch für den Van "Sport­Cruiser" fehlt bisher ein Vorstandsbeschluss. Ganz neu, sehr sicher und beson­ders umweltfreund­lich: die mit CO2 als Kältemittel be­triebene Klimaanlage.

600 PS im nächsten E 63 AMG – aus nur vier Litern Hubraum

Die neue C-Klasse wird gemeinsam mit der kommenden E-Klasse entwickelt.

Bei Mercedes bleibt zwar das Schaltgetriebe für die kleinen Vier­zylinder im Programm, doch die meisten E-Klasse-Kunden lassen schalten. Künftig übernimmt eine Neunstufenautomatik die Aufgabe. Zwischen Motor und Getriebe ro­tieren auf Wunsch drei verschieden dicke "grüne Scheiben", wie Mercedes seine Hybrid-Komponenten nennt. Die Version mit 40-PS-Elek­tromotor ist dem Mildhybrid-Paket vorbehalten (Diesel und Benzin), der 80 PS starke E-Motor gehört zum Vierzylinder-Plug-in-Hybriden. Das 110 PS starke E-Werk wird wohl nur dem Sechszylinder zugeordnet. Im nächsten E 63 AMG kommt ein aufgeladener Vierliter-V8-Biturbo zum Einsatz. Die avisierten Leistungsdaten für die erste Ausbaustufe: 600 PS und 750 Newtonmeter. Beim Achtzylinder will Mercedes Synergieeffekte mit anderen Ma­schinen nutzen: Die Zylinderköpfe stammen vom Turbo-Vierzylinder.

Die Technik der neuen E-Klasse: Der V6 hat ausgedient

Das neue E-Klasse-Design wirkt verbindlicher und weniger effekthascherisch als bisher.

Aktuell leistet sich Mercedes den Luxus von drei verschiedenen Zylinderabstän­den: 90, 94 und 106 Millimeter. Ab 2016 ist Ver­einheitlichung angesagt: 90 Millimeter, Zylinderinhalt knapp 0,5 Liter, 60 Prozent Gleich­teile zwischen Diesel und Benziner sowie zwischen Vier- und Sechszylinder. Effekt: eine um 35 Prozent billigere Fertigung. Voraussetzung ist, dass der V6 von einem neu konstruierten, besonders laufruhigen Reihensechszylinder abgelöst wird. Genau­er gesagt durch zwei: einen Diesel (OM 656, 2,9 Liter Hubraum) und einen Benziner (M 256, 3,0 Liter Hubraum). Die technischen Besonderheiten der Ben­ziner: innermotorische Maßnahmen zur Erfüllung von EU 6, doppelte Nockenwel­lenverstellung "Camtronic", Lader mit variabler Schaufelgeometrie, elektrisch angetriebene Wasserpumpe.

BMW-Strategie: 5er und 6er im Paket – aber wohl kein 8er

Die mittleren Kühllufteinlässe des neuen BMW 5er werden über Stellmotoren geöffnet.

Nachdem die nächste E-Klasse im März 2016 debütiert, folgt der neue 5er im Juli des gleichen Jahres. BMW plant wie gehabt drei Karosserievarianten: Limousine (G30), 7/2016 • Touring (G31), 11/2016 • 5er GT (G32), 4/2016 Auf gleicher Basis entsteht der Nachfolger der 6er-Reihe: Cabrio (G14), 4/2018 • Coupé (G15), 7/2018 • Gran Coupé (G16), 4/2019 An Limousine und Touring wird nicht gerüttelt, doch der neue GT soll deutlich hübscher ausfallen als der erste Entwurf. Weil BMW mit Toyota eine neue Sportwagengeneration entwickelt, könnten die Produktplaner den 6er künftig noch mehr in Richtung elegant und hochwertig ausrichten. Das von Pininfarina entworfene 8er Coupé ist dagegen vom Tisch – zu teuer und viel zu kleine Stückzahlen.

Technik beim 5er: Bis zu 180 Kilo weniger Gewicht

Der 5er ist und bleibt der formal gelungenste BMW. Neu: mehr Platz im Fond, ein größerer Kofferraum und eine noch bessere Aerodynamik.

BMW splittet seine Plattform erstmals innerhalb ein und derselben Baureihe. Und so funktioniert es: Der 5er bekommt als Drei- und Vierzylinder leichtere Komponenten (Achsen, Bremsen, Kühler vom 3er) als die Versionen mit Sechs- und Achtzylinder. Mithilfe eines flexiblen Werkstoffkonzepts wollen die Münchner gleichzeitig das Gewicht um bis zu 180 Kilo senken (M5 mit Performance-Paket). BMW will mit dem 150 PS starken 518i erstmals einen Dreizylinder in der oberen Mittelklasse anbieten. Darüber rangieren neue Zweiliter-Vierzylinder (Leistungssteigerung rund 15 PS) und neue Dreiliter-Sechszylinder (Leistungssteigerung rund 25 PS). Der Gleichteileanteil zwischen Drei-, Vier und Sechszylinder liegt bei 60 Prozent, zwischen Diesel und Benziner bei 40 Prozent. Auch in Sachen Elektro tut sich was, wobei BMW auf eine neue Ladetechnik setzt. Statt eines Kabels verbindet ein Stempel auf Knopfdruck die Batterie mit einer Ladezunge auf dem Parkplatz.

Neue Mercedes E-Klasse gegen BMW 5er

Neuer BMW 5er (Illustration) BMW Dreizylinder Neue Mercedes E-Klasse (Illustration)
Georg Kacher

Georg Kacher

Fazit

Es wird enger zwischen BMW und Mercedes. Vor allem mit dem Come­back des Reihensechszylinders rückt Schwaben ein Stück näher an Bayern. Den BMW-Vorsprung beim Diesel will Mercedes durch Hybrid-Bausteine aus­gleichen. Bei Sicherheit, Komfort und Qualität werden beide Modelle nach­legen müssen, denn von unten machen die kleineren Model­le C-Klasse und 3er Druck.

Stichworte:

Limousine

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