Mercedes E-Klasse: Fahrbericht
— 05.02.2013So fährt die neue E-Klasse
Mercedes hat die E-Klasse von Grund auf überarbeitet und bringt sie im April auf den Markt. Wir haben das "größte Facelift aller Zeiten" ausprobiert.
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Auch innen haben die Designer den Wagen ein wenig aufgefrischt, auch bei den letzten Versionen den Schaltknauf ans Lenkrad verbannt und ein paar neue Zierteile eingezogen. Das sieht alles prima aus und fühlt sich klasse an, und vor allem wirkt die E-Klasse damit wohnlicher als der Fünfer. Aber an die kühle Perfektion der aktuellen Audi-Modelle kommt der Schwabenpfeil nicht heran. Außerdem wirkt der Monitor in der Mitte mittlerweile ein bisschen klein, dem Cockpit fehlt die Option auf ein Head-Up-Display und die mechanische Fußfeststellbremse wirkt seltsam antiquiert in so einem High-Tech-Auto. Mit einem knappen Dutzend neuer oder erweiterter Assistenzsysteme nimmt die Baureihe viele Errungenschaften vorweg, die im Sommer auch die nächste Auflage der S-Klasse bekommen wird. So erkennt, entschärft oder vermeidet die E-Klasse dank einer neuen Stereo-Kamera hinter dem Innenspiegel künftig auch Kreuzungsunfälle mit querendem Verkehr, bremst für Fußgänger, achtet beim Spurwechsel auf den Gegenverkehr, fährt dauerhaft mit Fernlicht, ohne andere Fahrzeuge zu blenden, und schlägt Alarm, wenn der Fahrer an der Autobahnauffahrt zum Geisterfahrer wird. Allerdings verlangen die Schwaben dafür einen stolzen Tarif: Weil die meisten Assistenten extra kosten und oft an die große Navigation gekoppelt sind, summiert sich das Schutzgeld auf weit mehr als 5000 Euro.Mehr Emotion im Design, mehr Intelligenz bei der Elektronik und mehr Effizienz bei den Motoren. Deshalb gehen die Schwaben auch unter der Haube noch einmal zur Sache und bringen die Antriebspalette auf Vordermann. Bei den insgesamt fünf Dieseln vom E 200 mit 136 PS bis zum E 350 mit 252 PS bleibt alles gleich. Und auch den E 300 Hybrid mit seinem Knauserverbrauch von 4,1 Litern Diesel kennt man schon aus der ersten Hälfte der Laufzeit. Doch bei den Benzinern tut sich einiges: An der Basis steht im E 200 mit 184 und im E 250 mit 211 PS zum ersten mal ein Vierzylinder-Turbodirekteinspritzer, der auf dem Weg von der C- in die E-Klasse noch einmal gründlich überarbeitet wurde. Er senkt den Verbrauch auf 5,8 Liter und macht die E-Klasse zur ersten Limousine in dieser Liga, die in der Energieeffizienzklasse A fährt.
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Dabei ist der Motor etwa im E 250 beileibe keine Spaßbremse. Er klingt beim Anlassen noch ein bisschen kernig. Aber sobald er auf Touren kommt, wirkt er sehr kultiviert – und vor allem ziemlich kraftvoll. Mit maximal 350 Nm gelingt der Spurt in 7,4 Sekunden, und mit 243 km/h fährt man auf der Überholspur lange ganz vorne mit. Darüber rangiert der bekannte 3,5-Liter-V6, der im E 300 auf 252 PS kommt und im E 350 weiterhin 306 PS. Die zweite große Neuheit ist der darüber positionierte E 400 mit einem V6-Direkteinspritzer und zwei Turboladern. Er holt aus den drei Litern Hubraum dann schon 333 PS und 480 Nm schon ab 1400 Touren, mit denen er den Rückstand zur Konkurrenz genauso wettmacht wie vor zwei Jahren die neuen V8-Motoren. Denn wie ein Sportler im Smoking beschleunigt der neue Doppelturbo die Limousine derart mühelos und ohne Anstrengung, dass man ihm auch zwei Zylinder mehr abnehmen würde. Nicht umsonst vergehen bis Tempo 100 nur noch 5,4 Sekunden.Egal ob vier oder sechs Zylinder, Stahl- oder Luftfederung – in jeder Variante überzeugt die E-Klasse mit einem ausgezeichneten Reisekomfort. Sie mag zwar nicht ganz so sportlich, stramm und fordernd sein wie ein Fünfer BMW. Und ganz so weitreichend wie die Charakterregelung bei Audi oder BMW ist das Umschalten vom Comfort- in den Sportmodus auch nicht. Doch wenn es darum geht, auch größte Distanzen vollkommen gelassen und entspannt abzuspulen, gibt es in dieser Klasse kein besseres Auto. Einsteigen und wohlfühlen lautet das Motto, selbst wenn man ohne Stopp durch halb Europa fährt.
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Kommentare zum Artikel (6)
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Fußfeststellbremse mechanisch, das alte häßliche Armaturenbrett und das Durchschnittstalter von 61 Jahren der Fahrer werden die Absatzkatastrophe nicht groß lindern. Schön, daß es jetzt das letzte Modell nochmals billiger gibt, wobei wir jetzt mit dem Wertverlust schon fast auf Renault Niveau liegen. Wenigstens deutet jetzt das äußere Erscheinungsbild wieder Richtung klassischen Mercedes. Welches Schwabenmodell ist ein Renner? Richtig, gar keins!
Das "größte Facelift aller Zeiten"??? Was soll das??? Das riecht nach "GRÖFAZ" und muss nicht sein!!!
zum Thema "Willkommen-Zuhause-Gefühl", der eine fühlt sich in einem Toyota Auris auf anhieb Zuhause und der andere braucht dann schon einen BMW oder AUDI in der Oberklasse. Das Gefühl sich Zuhause zu fühlen entscheidet zu 70% die Geldtasche des Käufers. Und der Rest regelt die Leasinggesellschaft des Autoherstellers oder die eigene Hausbank. MB E-Klasse; Das ///AMG Modell wird sicher ein Interessantes Auto, ich freue mich schon über den Vergleich mit dem BMW ///M5 F10. Spätestens dort werdet Ihr wieder von mir hören. Servus
@demi77
.. hässlich, so viel Zeit muss sein!
Jede E-Klasse der letzten Jahre sollte wesentlich besser sein als der jeweilige Vorgänger. Aus eigener Erfahrung kann ich dem bis zum W124 zustimmen. Wurde man aber Opfer vom S210 und knüpfte grosse Erwartungen an den S211, die dann eher nüchtern ausfielen (SBC/Eleketronic etc), dann schraubt der eingeschworene der E-Klasse Fan seine Erwartungen deutlich herunter. Mit dem Facelift, dem wirklich der Titel gelungen, zusteht, geht mein Dank an die Design Abteilung. Noch ein paar Monate und mein S212 sieht alt aus. Wäre da nicht das Willkommenzuhause-Gefühl, ich wäre auch schon zu Audi oder BMW ausgewandert.