VW Passat im ersten Vergleich

Mercedes E-Klasse/Skoda Octavia/VW Passat: Test

— 20.10.2014

In welcher Liga spielt der Passat?

Nummer acht ist besser als jeder Passat zuvor. Spielt er jetzt schon in einer Liga mit der Mercedes E-Klasse? Oder muss er sich mit dem Skoda Octavia messen?

"Nein, der neue Passat ist nicht die neue Oberklasse von VW, sagt Heinz-Jakob Neuer. Der Mann sollte es wissen als Entwicklungsvorstand von VW. Doch die Frage, in welcher Liga der Passat zuknftig spielt, stellt sich trotzdem: Mit seiner schieren Gre, seiner umfangreichen Ausstattung und jeder Menge Technik steht er auf dem Sprung in die nchsthhere Klasse. Dorthin, wo die E-Klasse von Mercedes traditionell antritt. Andererseits: Baut Skoda, bekanntlich mit Technik aus dem VW-Regal, vielleicht schon die besseren Volks-Wagen? Das prfen wir.

VW hat den Passat optisch deutlich aufgewertet

Kosmetik: Obwohl sich an den Abmessungen kaum etwas verndert hat, wirkt der neue Passat straffer.

Weil bei uns drei Viertel aller Passat als Variant bestellt werden, vergleichen wir alle drei Autos als Kombi. Im Vergleich zum Vorgnger haben sich die Auenmae des Passat kaum verndert (Lnge 2 mm, Breite +12 mm, Hhe 14 mm), wohl aber die Proportionen: Nummer acht wirkt straffer und gestreckter. Doch weder der moderne, schnrkellose Skoda noch der wuchtige, leicht barocke Mercedes mssen sich vor dem VW verstecken. Der berzeugt auch innen als Vertreter der glasklaren Linie. Das sieht nicht nur ziemlich elegant aus und wesentlich edler als bisher , das schafft auch ein luftiges Raumgefhl. Unsere Messwerte besttigen den Eindruck: Der Passat bietet vorn noch mehr Platz als der auch schon gerumige Octavia und nur einen Hauch weniger als die fllige E-Klasse.Die berraschung gibt es im Fond: Mit seinem herrschaftlichen Platzangebot sprengt der Passat tatschlich den Rahmen der Klasse. Da haben sogar die luftig geschnittenen und berhaupt nicht engen Skoda und Mercedes das Nachsehen.
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Die E-Klasse fhlt sich beim Fahren am hochwertigsten an

Solide schwbische Wertarbeit: In Bewegung zeigt sich das E-Klasse T-Modell unerschtterlich.

Dass der Benz aber doch in einer hheren Klasse spielt, zeigt sich beim Fahren: Sanft wogend rollt er ber Gullydeckel und Querrinnen. Er wiegt 300 Kilo mehr als der Passat und fhlt sich genauso an: unerschtterlich. Mit den lngs eingebauten Motoren, dem Hinterradantrieb und der smigen Lenkung ergibt sich ein unaufgeregtes, komfortables Fahrgefhl. Skoda und VW, beide natrlich mit quer eingebauten Motoren und Frontantrieb, sind die jngeren Autos, das sprt man deutlich. Der Passat fhrt sich viel direkter und leichtfiger als der Mercedes, insgesamt sehr handlich. Wie gewohnt hat VW das empfehlenswerte DCC-Fahrwerk im Angebot (1180 Euro), mit dem sich die Dmpfer zwischen Normal, Sport und Komfort verstellen lassen. An den Komfort des Benz kommt der VW aber auch mit dem Verstell-Fahrwerk nicht heran. Der Skoda ist noch einmal 200 Kilo leichter als der Passat, fhrt sich ausgesprochen lebhaft und agil, federt aber zu stramm und rollt vergleichsweise steif ab.
Alle News und Tests zur Mercedes E-Klasse

Fr Leute, die eine letzte Entscheidungshilfe brauchen, noch ein Wort ber die Preise. Wenn der neue Passat Mitte November beim Hndler steht, gibt es erst einmal drei Motoren, einen davon mit Allradantrieb (siehe Tabelle unten). Spter folgen noch Benziner mit 125, 180, 220 und 280 PS sowie Diesel mit 120 und 190 PS. Als beliebter 150-PS-TDI kostet der Passat Variant ab 31.325 Euro. Der Skoda Octavia Combi steht mit dem gleichen Motor fr 25.950 Euro in der Liste. Und Mercedes schwebt in ganz anderen Sphren. Die Schwaben rufen fr den E 200 T mit 136-PS-Diesel mindestens 44.476 Euro auf.
Dirk Branke

Dirk Branke

Fazit

Die berraschung bleibt aus. Der Passat bleibt sich treu. Er ist einerseits gerumiger, komfortabler (und teurer) als der grundsympathische Skoda Octavia. Andererseits auch nicht Oberklasse wie der eben doch luxurisere und komfortablere Benz. Sondern Mittelklasse hier allerdings ganz weit oben.

Stichworte:

Kombi

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