Mercedes E-Klasse T (1985-1996)

Mercedes E-Klasse T (1985-1996) Mercedes E-Klasse T (1985-1996)

Mercedes E-Klasse T (1985-1996)

— 25.02.2002

Schneller verkauft als gesehen

Solide, begehrt, zuverlässig - gebrauchte Mercedes-Kombi der 124er-Baureihe gehen wie geschnitten Brot.

Meistens sehr hohe Laufleistungen

Made in Germany - das bürgt für Qualität und trifft auf kaum ein zweites Fahrzeug so sicher zu wie auf die 124er-Baureihe von Mercedes-Benz. Die alte E-Klasse gilt als sicher wie die Bank von England, zuverlässig wie ein Schweizer Uhrwerk - und das selbst drei Jahre nach Ablösung ihrer letzten Version, den sogenannten T-Modellen. Mit gutem Grund, denn der begehrteste Kombi auf dem Gebrauchtwagenmarkt verbindet die Gediegenheit der gehobenen Mittelklasse mit fast einzigartigen Last- und Zuladungsmöglichkeiten. Und in Sachen Langlebigkeit reicht ein Blick zum Taxenstand: Wo so viele 124er als Kilometerfresser bewegt werden, ist an der Solidität nicht zu zweifeln.

Ein Urteil, das auch unser T-Modell von 86 mit 260000 Kilometern auf dem Tacho nicht erschütterte. Korrosion am Boden ist fast unauffindbar, selbst die durch Spritzwasser gefährdeten Stehbleche der Spurstange vorn sind noch stabil. Als schlecht konstruiert und rostanfällig gelten die Wagenheberaufnahmen in den Schwellern. Zum Glück beim Testwagen ohne Befund: Denn wenn das Blech um die Stahlrohre gammelt, verweigert jeder noch so kulante TÜV-Prüfer die Plakette. Die Reparatur ist teuer, weil die Schweller sehr aufwendig geschweißt werden müssen.

Beim Sicherheitscheck auf der Bühne sollten zugleich die hinteren Lenker geprüft werden, sie sind meist schon nach 80000 Kilometern ausgeschlagen. Bei Kombis immer auch den Stoßdämpfern einen Blick gönnen. Wurde immer volle Ladung gefahren, lecken sie oft und kosten im Tausch satte 1600 Mark. Auspuff fit? Vor allem die Baujahre 93 bis 95 fielen in der ADAC-Pannenstatistik öfter mit gebrochenen oder verrotteten Abgasanlagen auf.

Motoren und Technik

Ein Blick aufs Antriebsaggregat, in unserem Fall der 2,5-Liter-Fünfzylinder-Diesel (250 D/90 bis 113 PS). Ein Klassiker, der ohne Mühe eine halbe Million Kilometer abspult und rund elf Liter verbraucht. Ein bißchen verölt gilt als normal, Ventildeckeldichtung und Kurbelwellen-Simmerring lassen Schmierstoff entweichen. Für erfahrene Mercedes-Meister ist es deshalb ein beruhigender Anblick, wenn die Maschine "im vollen Saft" steht.

Häufigste Motorisierung ist jedoch der 230 Benziner (132 PS), der solide Fahrleistungen bei einem Verbrauch um 10 Liter garantiert. Frühe Jahrgänge fielen mit Nockenwellenschäden auf, AUTO BILD-Lesertester melden dazu defekte Wasserpumpen und durchgebrannte Zylinderkopfdichtungen. Beliebt, aber selten sind die Sechszylinder-Diesel mit und ohne Turbo für reichlich Fahrspaß.

Weniger lustig sind dafür elektrische Sperenzchen älterer 124er. Am Testwagen streikten Fensterheber und Schiebedach - eine durchgebrannte Sicherung. Doch Pannenstatistik und AUTO BILD-Lesertester bestätigen ebenfalls, daß Batterie, Zentralverriegelung und Lichtmaschine gerne den Geist aufgeben. Auch Wischermotoren, die Schalter der Fensterheber und Heizung gelten im gesetzten Alter als wenig zuverlässig. Dann sind 124er aber meist über das normale Gebrauchtwagenalter hinaus. Oldies, but Goldies: Zehnjährige Zweiliter kosten um 10000 Mark, dreijährige locker das Dreifache. Wen wundert es - dieser Kombi ist eine Anschaffung fürs Leben.

Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte 9/85 Vorstellung des S(-tation) 124 auf der IAA. Motoren: 230(132 PS), 300(180 PS); ab Herbst 86 serienmäßig mit G-Kat • 9/88 neu: 200(118 PS), 300 Td(147 PS); ABS Serie • 2/89 Kunststoffseitenplanken in Stoßfängerhöhe mit Chromleiste; Dieselmotoren: 200/250/300 TD (75/94/113 PS) • 10/92 Einführung von Vierventilmotoren: 200 (136 PS), 220 (150 PS), 280 (197 PS), 320 (220 PS) • 5/93 Modellpflege zur E-Klasse: integrierter Kühlergrill, Stern auf Haube; Motoren unverändert, Diesel serienmäßig mit U-Kat • 5/96 Produktionsende, seit März neue E-Klasse S 210.

Schwachstellen Wagenheberaufnahmen sind extrem rostanfällig: In den Schwellermulden sammelt sich Wasser, und Rost zerfrißt das Blech ums Rohr. Wegen Schwächung des Schwellers ein TÜV-Ausschlußgrund. • Schiebedach in den Führungen und unter den Gummidichtungen auf Rost kontrollieren. Ursache: durch verstopfte Ablauflöcher setzt sich Dreck fest und greift den Lack an. • Lenker hinten sind nach 80000 bis 100000 Kilometern ausgeschlagen und führen zu schwammigem Fahrverhalten. T-Modelle auch immer auf dichte Dämpfer checken - Ersatz kostet 1600 Mark (Paar). • Ölverlust durch undichte Ventildeckel, vereinzelt auch durch kaputte Zylinderkopfdichtungen, wie AUTO BILD-Lesertester berichten. • Bremsen (Scheiben, Beläge) verschleißen überdurchschnittlich.

Reparaturkosten Preise inklusive Lohn und Mehrwertsteuer am Beispiel Mercedes E 250 TD, 83 kW/113 PS, Bj. 1994. In der soliden Mittelklasse gibt es solide Preise, vor allem bei Aggregaten. Etwas günstiger ist Ersatz vom Schrott oder beim Mercedes-Altteilecenter.

Fazit und Urteil

Fazit Die alte Mercedes E-Klasse ist fast unverwüstlich. Kaum Rost, standfeste Motoren und solide Verarbeitung garantieren eine halbe Million Kilometer und mehr. Typischer Verschleiß sind aber ausgeschlagene Lenker hinten nach 100000 Kilometern, undichte Ventildeckel und jaulende Differentiale bei 250000 Kilometern. Ölverlust gibt es häufig am Simmerring der Kurbelwelle, und bei T-Modellen sollten auch die hinteren Dämpfer auf Dichtigkeit geprüft werden. Eine klassische Schwachstelle sind rostende Wagenheberaufnahmen. Bei den Motoren möglichst Kat-Versionen nehmen, Nachrüsten ist teuer. Empfehlenswert sind der günstige 230er-Benziner und der 300er-Sechszylinder-Turbodiesel.

AUTO BILD-Urteil: Sehr empfehlenswert

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