Mercedes F 015: Vorstellung

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Mercedes F 015: Vorstellung

— 18.03.2015

Neue Details zum Zukunfts-Benz

Mercedes zeigt mit dem F 015, wie der selbstfahrende Benz der Zukunft aussehen könnte. Jetzt haben die Schwaben neue Details bekanntgegeben.

Video: Mercedes F015

Der selbstfahrende Stern

Der Antrieb ist emissionsfrei. Die Assistenzsysteme sind immer online und die Technik vollkommen autonom. Das Auto wird sich in den nächsten Jahren so sehr verändern, dass wir es kaum mehr wiedererkennen. Das zumindest ist die Überzeugung von Mercedes. Den Benz der Zukunft namens F 015 haben die Schwaben nun in San Francisco/USA fahren lassen und neue Details bekanntgegeben. Die Vernetzung des Autos mit seiner Umwelt und mit dem Nutzer wird immer wichtiger – kein Wunder, dass der F 015 via Smartphone-App gerufen wird und seinen Besitzer abholt. Bei den ersten Fahrten darf der silberne Benz nur 45 km/h schnell fahren. Aber keine Sorge: Maximal sollen bis zu 200 km/h drin sein. Zu den technischen Daten ist noch nicht viel bekannt: Klar ist, dass es sich beim Antrieb um einen Wasserstoff-Plug-in-Hybrid handelt, der eine Leistung von 272 PS entwickelt. Der Sprint von 0 auf 100 km/h geschieht in 6,7 Sekunden, der Verbrauch liegt bei 0,6 kg Wasserstoff, die Reichweite bei maximal 1100 Kilometern. Seine Premiere feierte der "F 015 Luxury in Motion" auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas – der größten Elektronik- und Computermesse der Welt.

Mercedes F 015 CES 2015: Sitzprobe

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Was das Publikum dort zu sehen bekam, hat mit einer Luxuslimousine von heute nicht mehr viel zu tun. Schon das Design des 5,22 Meter langen, über zwei Meter breiten und 1,53 Meter hohen Dickschiffs ist eine Kampfansage an die Traditionalisten. Denn aus dem ebenso schicken wie statusbewussten Stufenheck wird ein Monolith, der wie ein Van aus dem Windkanal alle gängigen Vorstellungen sprengt und die Idee vom seligen Renault Avantime als Großraumcoupé noch ein paar Jahrzehnte weiterspinnt.

Lounge-Feeling im Innenraum

Der lange Radstand von 3,60 Meter und der topfebene Boden sorgen für ein luftiges Raumgefühl und viel Platz.

Wirklich spannend wird es allerdings, wenn sich die gegenläufigen Saloon-Doors öffnen und den Blick in den Innenraum freigeben. Der ist bei irrwitzigen 3,60 Metern Radstand und einem topfebenen Boden nicht nur ungeheuer geräumig und luxuriös wie eine Lounge im Fünf-Sterne-Hotel, sondern er überrascht vor allem mit einem einzigartigen Sitz- und Bedienkonzept. So schwenken sich den Insassen vier elegante Lounge-Chairs entgegen, die in der ersten Reihe tatsächlich drehbar montiert sind. Denn wenn man autonom unterwegs ist, muss man nun wirklich nicht mehr nach vorne auf die Straße oder die Rücklichter der Staunachbarn schauen, sagt Interieur-Designchef Hartmut Sinkwitz. Sein Vorstandschef Dieter Zetsche fasst es noch ein bisschen weiter: "Wer nur an die Technik denkt, hat noch nicht erkannt, wie das autonome Fahren unsere Gesellschaft verändern wird. Das Auto wächst über seine Rolle als Transportmittel hinaus und wird endgültig zum mobilen Lebensraum", erläutert er das wohnliche Innenleben des Stuttgarter Schaustücks. Deshalb schweift der Blick durch eine ausgesprochen luftige Kabine, die mit Holz und weißem Leder ausgeschlagen ist und kaum mehr greifbare Konturen hat. Die Füße schwenken über einen ebenen Parkettboden ohne Kardantunnel, es gibt keine Ablagen mehr und keine Armlehnen, alles sieht clean und simpel aus. "Wir haben den Innenraum entrümpelt, um dem Auge maximale Entspannung zu geben", argumentiert der Designer.
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Wer will, kann auch selber fahren

Auf Wunsch auch konventionell: Der F 015 hat für Selbstfahrer noch ein Lenkrad und zwei Pedale.

Einziger Einrichtungsgegenstand neben den vier Sesseln ist ein futuristischer Konferenztisch, der sich auf Kommando zwischen den Insassen aufbaut. Auf seiner digitalen Arbeitsplatte kann man surfen, spielen oder arbeiten. Auch überall in den Türen und an der Rückwand blickt man auf Displays mit kontextbezogenen Inhalten. Animierte fliegende Partikel geben unterbewusst Aufschluss über die Geschwindigkeit, man kann gezielt Medieninhalte betrachten oder dem Autopiloten über die Schulter schauen. Sobald man die Hand ausstreckt, erscheinen dank Eyetracking und kapazitiven Sensoren an der jeweils passenden Stelle virtuelle Bedienelemente. Doch spätestens wenn sich der Fahrer in seine altbekannte Position dreht, wird er wieder geerdet. Weil es nach über 125 Jahren Automobil einfach irgendwie dazu gehört, hat nämlich auch der F 015 noch ein Lenkrad und aus dem Boden ragen zwei Pedale hervor. Während draußen die LED-Beleuchtung an Heck und Grill vom spacigen Blau in ein vertrautes Weiß wechselt, kann der Mensch damit von der Maschine jederzeit wieder das Ruder übernehmen.

Google baut sein erstes Auto

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Der Aufbau ist fast konventionell

Mit einer Mischbauweise aus Carbon, Kunststoff, Aluminium und Stahl hat Mercedes das Gewicht der Rohkarosse um 40 Prozent gedrückt.

Ein Design wie aus der Weltraumforschung, ein Innenraum wie eine Mischung aus Luxuslounge und digitaler Spielhölle und ein radikal vereinfachtes Bediensystem – dagegen ist der Aufbau der Studie fast schon konventionell. Denn dass man mit einer Mischbauweise aus Carbon, Kunststoff, Aluminium und Stahl das Gewicht der Rohkarosse um 40 Prozent drücken kann, ist keine große Überraschung. Dass sich Karosserieteile zum Unfallschutz irgendwann einmal im vorauseilenden Gehorsam wie Airbags aufpumpen und so die Knautschzone erweitern können, haben die Schwaben schon 2009 in einem Forschungsfahrzeug demonstriert.

Autor: Thomas Geiger

Stichworte:

Autonomes Fahren Studie

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