Maybach - Mercedes für Milliardäre

Maybach: Mercedes für Milliardäre Maybach: Mercedes für Milliardäre

Mercedes für Milliardäre

— 19.03.2002

Fahren vom Feinsten

Der Maybach wird der teuerste und luxuriöseste Mercedes aller Zeiten. Auf dem Genfer Salon 2002 feierte er Premiere. Im Dunkeln. Und hinter Panzerglas.

Auferstehung nach 60 Jahren

Was hätten die Mercedes-Oberen wohl geantwortet, wenn man ihnen vor vielleicht 15 Jahren mit dem Vorschlag gekommen wäre, die alte Marke Maybach wieder aufleben zu lassen? In Form eines repräsentativen Superluxus-Autos, angesiedelt noch über der S-Klasse und gedacht für die Super-Super-Reichen dieser Welt. Bestimmt wäre abgewinkt worden, mit dem Kommentar: "Kein Markt" oder "Rechnet sich nicht" oder "Wir denken, die S-Klasse ist Luxus genug".

Heute ist alles anders, trotz weltweit schlechter Wirtschaftslage, Billionen an verbrannten Börsengeldern und politischen Sparkursen allerorten. DaimlerChrysler setzt auf den ultimativen Luxus, auf höchste automobile Exklusivität und belebt nach über 60 Jahren seine alte Marke Maybach wieder.

Wenn im Herbst 2002 erstmals diese legendäre Automarke ihr Debüt feiert, heißt es nur noch, in Superlativen zu denken. Ähnlich wie in den 30er Jahren, als Maybach den größten deutschen Personenwagen, den DS 8 Zeppelin (5,50 Meter, zwölf Zylinder), fertigte, so wird auch der neue Maybach diesen Platz für sich beanspruchen. Gegen die gigantischen 6,16 Meter (allein der Radstand beträgt 3,83 Meter) der Lang- sowie die 5,72 Meter der Normalversion wirkt selbst eine S-Klasse wie ein Kompaktwagen.

Drehmoment wie ein Lkw

Beide Versionen werden von einem neu entwickelten 5,5-Liter-V12 mit Biturbo-Aufladung angetrieben. Leistung: 550 PS und unglaubliche 900 NewtonmeterDrehmoment. Schließlich sind knapp an die drei Tonnen Automasse standesgemäß zu bewegen. Selbstverständlich erhält der Maybach sämtliche Hightech-Errungschaften aus dem Hause Mercedes, z.B. die Luftfederung (S-Klasse) und die elektrohydraulische Bremsanlage (SL, E-Klasse).

Den Stern wird der Maybach allerdings nicht tragen, zumindest nicht auf dem Kühler. Hier thront weiterhin das markante Doppel-M-Emblem. Stand es früher für Maybach-Motorenbau, so symbolisiert es jetzt die Maybach-Manufaktur. Standort: Sindelfingen. Denn ein Auto dieser Art wird natürlich nicht in profaner Fließbandtechnik erstellt, es wird in Handarbeit nach Wunsch des Kunden zusammengefügt - eben ganz nach alter Tradition.

Überhaupt genießt die Betreuung der erlauchten Kundschaft höchste Priorität. Ihr Wunsch ist das Maß aller Dinge. Es gibt keinen Prospekt, keinen Katalog, keine Ausstattungsliste. Kunde, Designer und Ingenieure besprechen das Wie und Was. Dazu baut DaimlerChrysler gerade für zehn Millionen Euro das Center of Excellence, ebenfalls in Sindelfingen.

Persönlicher Betreuer inklusive

In einer Art Atelier kann der Kunde stöbern zwischen edlen Hölzern, feinsten Ledersorten, Natursteinen, erlesenen Stoffen und Farben - so wie früher beim Raumausstatter zwischen Teppichen und Tapeten. Auch Sonderwünsche werden in einem weitgesteckten Rahmen abgenickt. Maybach sagt, der individuellen Gestaltung und Ausstattung sind kaum Grenzen gesetzt. Jede Limousine soll so zu einem wertvollen Einzelstück werden.

Wann immer er möchte kann der Kunde in den rund vierwöchigen Entstehungsprozess eingreifen, mit Fertigungsspezialisten weitere persönliche Ideen diskutieren und gegebenenfalls verwirklichen. Auch nach der Übergabe seiner Luxus-Karosse bleibt er von Maybach betreut wie der Präsident von Amerika. Eine Schlüsselrolle übernimmt der so genannte "Personal Liaison Manager" (PLM), eine Art Edelkümmerer.

Er sorgt sich um einen sehr kleinen Kreis von Maybach-Besitzern, berät sie bei allen Fragen rund ums Auto, dienstleistet, organisiert und plant. Egal ob es sich um den Eintritt zum Formel-1-Rennen oder um den Werkstatt-Termin handelt. Er ist rund um die Uhr erreichbar, ein Tastendruck am Autotelefon genügt, um den Kontakt herzustellen.

Die schöne Welt der Doppel-M-Kunden

Neben dem Center of Excellence entsteht weltweit ein Netz von etwa 50 Beratungs- und Verkaufsstützpunkten, in denen Maybach-Kunden ihren PLM treffen werden oder den Wagen warten lassen können. Dazu wird er via Lkw oder in speziellen See-Luft-Frachtcontainern zum nächstgelegenen Servicestützpunkt gebracht. Die Werkstätten erhalten modernstes Werkzeug und eigens gestaltetes Mobiliar. Sollte das edle Gefährt - egal wo man sich gerade befindet - dennoch unerwartet liegen bleiben, fliegt ein Spezialistenteam dorthin. Werksgarantie: vier Jahre, danach lebenslange Mobilitäts-garantie.

Früher hatten es die Doppel-M-Kunden (unter ihnen Caruso, Schmeling, Siemens und Bosch) oder zumindest deren Chauffeure nicht ganz so einfach. Für den Fall der Fälle gab das Werk ihnen 45 Stück bestes Werkzeug sowie 15 Positionen Ersatzteile - vom Ventil bis zur Glühbirne - mit auf den Weg. Sich noch selbst die Finger etwas schmierig zu machen, war auch für Herrenfahrer nichts Verwerfliches.

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