Brabus Mercedes G 400 CDI

Brabus Mercedes G 400 CDI Brabus Mercedes G 400 CDI

Mercedes G 400 CDI

— 24.03.2002

Der rasende Kohlenkasten

Ausprobiert: Mercedes G 400 CDI Brabus-Tuning mit 310 PS und 650 Nm.

60 PS und 90 Nm Drehmoment extra

Eigentlich mag Brabus-Chef Bodo Buschmann keine Diesel. Aber die Nachfrage nach chip-getunten Mercedes Diesel ist nun mal da. Und Geschäft ist Geschäft. Also gibt es bei Brabus jetzt einen G 400 CDI mit stolzen 310 PS.

Mit Hilfe eines eigens entwickelten Motor-Steuergeräts und einer Edelstahl-Abgasanlage werden aus den serienmäßigen 250 PS des V8-Diesel bei Brabus stolze 310 Pferdestärken. Und das ohnehin schon beeindruckende Drehmoment von 560 Nm steigt ganz nebenbei auch noch um 90 Nm. Oder um es etwas plastischer auszudrücken: Wollte man an einem langweiligen Samstag ein lustiges Tauziehen veranstalten, würde der Brabus-G locker 16 Smarts, alle unter Vollgas, wegschleifen.

Und wie wirkt sich solche Power in der Praxis aus? Hat man erst einmal den hohen Kommandostand, pardon, den lederausgestatteten Salon des G 400 erklommen und dreht den Schlüssel im Zündschloss, wummert der Diesel sofort in angenehmer Stimmlage sanft grollend los. Allerdings sollte man sich von der sympathischen Geräuschkulisse nicht täuschen lassen: Sobald man den Schutz des schallgedämmten Innenraums verlässt und beispielsweise ein Fenster öffnet, zeigt der Diesel die Zähne und nagelt kräftig drauflos wie ein gelernter Zimmermann.

In 8,4 Sekunden von null auf 100 km/h

Stellt man nun den Wählhebel der serienmäßigen Automatik (natürlich mit Brabus-Logo) auf D und streichelt vorsichtig das Gaspedal, folgt die eigentliche Überraschung des Tages: Es passiert zunächst einmal - nichts. Die 2,6 Tonnen Lebendgewicht setzen sich anfangs nur langsam in Bewegung, weil sich der Turbolader erst einmal die heutzutage wieder übliche Gedenksekunde genehmigt, bevor er dem Motor ordentlich Druck macht.

Doch dann geht es ab: Der G zieht an wie ein mittlerer Jumbo kurz vor dem Abheben. Die Spurtzeit des schwarzen Kohlenkastens von 8,4 Sekunden für den Standardsprint von 0 auf 100 km/h lässt so manchem Sonntagsfahrer vor Schreck den Mund offen stehen. Besonders amüsant sind die Gesichter von eiligen Pkw-Fahrern, denen der alles andere als aerodynamisch geformte Kastenwagen auch auf der Überholspur nicht aus dem Rückspiegel weichen will - die Höchstgeschwindigkeit von knapp über 200 km/h macht es möglich.

Noch überraschender als der gewaltige Durchzug und die erzielbaren Beschleunigungszeiten ist aber der Verbrauch: Während sich ein getunter G mit Benzinmotor für diese Fahrleistungen mindestens 25 Liter/100 km schmecken lässt, liegt der Durst des Brabus-Diesel auf Serien-Niveau. Das heißt, man kann man mit 13 bis 16 Liter/100 km auskommen, wenn man nicht ständig Vollgas gibt - geradezu geschenkt in Anbetracht dieser Fahrleistungen. Dafür setzt aber der Neupreis eine gut gefüllte Börse voraus: Inklusive Navigationssystem mit Fernseher kostet der Brabus-G so viel wie ein kleines Eigenheim - gute 100.000 Euro sollte man mindestens einplanen. Natürlich lässt sich dieser Betrag mit so sinnvollen Extras wie zum Beispiel Büroausstattung oder Infrarot-Kopfhörern noch beliebig weit erhöhen.

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.