Mercedes GLA-Werbespot verboten

Mercedes GLA-Werbespot abgesetzt

— 18.03.2014

Verhängnisvolle Verse

Daimler bewarb den Mercedes GLA in Schweden mit einem Gedicht der Lyrikerin Karin Boye. "Grabplünderung", schimpft die Schwedische Akademie.

(dpa) Ein umstrittener Mercedes-Werbespot ist nicht mehr im schwedischen Fernsehen zu sehen. Die Reklame für den Mercedes GLA hatte ein Gedicht der Lyrikerin Karin Boye, "I rörelse" ("In Bewegung"), enthalten. Das war der Schwedischen Akademie, die unter anderem den Literaturnobelpreis vergibt, bitter aufgestoßen. "Boyes Gedicht in so unsensibler und kommerzieller Weise zu nutzen ist Grabplünderung", schrieb der Ständige Sekretär der Sprachschützer, Peter Englund, in seinem Blog – und drohte in einem Brief an Mercedes in Schweden mit einer Klage. Es gehe nicht, sich dahinter zu verstecken, dass Boye seit mehr als 70 Jahren tot und ihr Werk daher zur Nutzung frei sei, erklärte Englund.

Mercedes nimmt den Spot zurück

"Wir haben die Kritik natürlich ernst genommen", sagte ein Mercedes-Sprecher am 18. März 2014. Ihm zufolge hatte die von dem Autobauer beauftragte Agentur vor der Nutzung des Gedichts bei der Karin-Boye-Gesellschaft, die sich um das Vermächtnis der Schwedin kümmert, um Erlaubnis gefragt. Der Spot sei nur für drei Wochen gesendet worden und schon am 13. März wieder aus Fernsehen und Internet verschwunden. Den Streit mit der Akademie habe er in einem Telefonat beilegen können. "Für mich ist die Sache damit geklärt."

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