Mercedes GLE Coupé (2015): Fahrbericht

Mercedes GLE Coupé Mercedes GLE Coupé Mercedes GLE Coupé

Mercedes GLE Coupé (2015): Fahrbericht

— 23.06.2015

So fährt das Mercedes GLE Coupé

Mit dem GLE Coupé schließt Mercedes die Marktnische "Fullsize-SUV-Coupé". Wie sich der BMW X6-Gegner in der Dieselvariante fährt, klärt der Fahrbericht.

Typisch SUV: Das Gepäck muss über eine tischhohe Ladekante in den Kofferraum gewuchtet werden.

SUV-Coupé-Bekenntnis: Mercedes schließt mit dem GLE Coupé zum BMW X6 auf. Zu lukrativ erwies sich die Marktnische, als dass man sie dem Erzrivalen überlassen wollte. Folglich liegt das neue GLE Coupé geschmacklich voll auf der X6-Linie – die einen finden ihn abgefahren, die anderen zum Abgewöhnen. Zwischentöne gibt es bei dieser Art von Auto nicht. Basis ist der altbekannte ML, der nun, in aufgefrischter Form, GLE heißt. Von diesem stammt der technische Unterbau komplett mit den wuchtigen Fahrschemeln (Hilfsrahmen) vorn und hinten, permanentem Allradantrieb mit Mittendifferenzial und einer hälftigen Kraftverteilung zwischen vorn und hinten, sowie (auf Wunsch) Luftfederung mit stufenlos variabler Stoßdämpfung. Neu beim GLE: die Neungangautomatik.

Hohe Ladekante plus niedriges Coupédach

Die neuen Sportsitze im Mercedes GLE Coupé bieten viel Halt und sind obendrein höchst bequem.

Erster Eindruck: Aus ein paar Metern Entfernung betrachtet, sieht das Riesending ja noch coupémäßig normal aus, gar nicht so elefantös wie erwartet. Formal folgt es den bekannten Mercedes-Trends – vorn ein Actros-verdächtiger Grill, viele Kurven und Sicken, heckseitig das rundliche Fenster und die schlanken Leuchten, die aktuellen Stilelemente der Coupés des Hauses. Die wahre Größe wird einem erst in unmittelbarer Nähe bewusst: Die Motorhaube reicht einem Durchschnittsmann (1,75 Meter) schon fast bis zum Kinn, hinten muss das Gepäck über eine tischhohe Ladekante gewuchtet werden, und Einsteigen heißt Aufsteigen. So gesehen ein typisches Fullsize-SUV, ungewohnt nur, dass man beim Eintritt den Kopf einziehen muss, der Coupé-Malus eben.

Mercedes-AMG GLE 63 S Coupé: Sitzprobe

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Wir haben uns das Coupé mit Dieselpower vorgeknöpft, was der Verkaufsrealität in Deutschland wohl am nächsten kommt. Drei Liter Hubraum verteilen sich auf sechs Zylinder. Und diese erzeugen 258 PS. Eindrucksvoller ist jedoch das Drehmoment: 620 Nm. Das langt dann selbst für einen 2,3 Tonner, wie uns der GLE vorführt. Sein Diesel ist kein Beißer, auch kein Reißer, eher ein Säusler, und einer, der lässig souverän sein Pensum erledigt. Unmerklich schlurft er durch die neun Gänge, nur im "Sport"-Modus weckt ihn die Elektronik auf und lässt ihn ein wenig mit den Gängen spielen. Kein sportliches Vergnügen also, aber ein angenehmes.

Der Fahrmodus Comfort bügelt die Straße glatt

Die Wankstabilisierung mittels aktiver Querstabilisatoren ("Active Curve System") bringt zusätzlich Ruhe in die Karosserie.

Das passt dann auch nahtlos zu den übrigen Qualitäten. Im Vergleich zum regulären GLE habe man das Coupé fahrwerkseitig dynamisiert, behaupten die Mercedes-Techniker, und das spürt man, ganz klar. Doch die Hauptattraktion bleibt der Komfort, wie die Luftfederung in der "Comfort"-Stellung die Straßen glatt bügelt, leicht schwebend, aber kaum schwankend, das möchte man gerade bei längeren Fahretappen nicht missen. Da bringt die aktive Wankstabilisierung mittels aktiver Querstabilisatoren ("Active Curve System") zusätzlich Ruhe in die Karosserie. Und sollte es doch zu weich sein, dann bietet "Sport" die passende Alternative: straffer, aber immer noch schön komfortabel. Zugleich legt sich das GLE Coupé dann williger in die Kurven, erledigt Kurswechsel eine Idee präziser und arbeitet dabei weniger in den Federn, verlangt aber etwas mehr Muskelkraft.

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Auch das macht ihn natürlich nicht wirklich sportlich – wie auch bei dieser Masse und einem derart hohen Schwerpunkt? Aber es hilft. Und natürlich wird hier niemand Verbrauchswunder erwarten. Bei unserer ersten Ausfahrt verkostete das GLE Coupé laut Bordcomputer 10,3 (Normverbrauch: 6,9 L/100 km).

Als AMG-Version hat das GLE Coupé bis zu 585 PS

Jetzt noch die Preisfrage: 66.699,50 Euro kostet das Coupé-Vergnügen falls hinten 350 d drauf steht. Das sind 5950 Euro mehr als der entsprechende GLE mit Hochdach. Hinzu kommen 2034,90 Euro für die Airmatic. Wer mehr Geld ausgeben möchte, dem wird natürlich mit Vergnügen geholfen, und auch in Sachen PS geht problemlos mehr. Neben der Dieselvariante 350 d, startet das GLE Coupé mit vier Benzinern: GLE 400 mit 333 und GLE 450 mit 367 PS, dazu die vollfetten Godzilla-Varianten AMG 63 mit 557 sowie AMG 63 S mit 585 PS.

Autor: Wolfgang König

Stichworte:

SUV SUV-Coupé

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