Gebrauchter Mercedes GLK im Test

Mercedes GLK Mercedes GLK Mercedes GLK

Mercedes GLK: Gebrauchtwagen-Test

— 02.12.2016

Die abgelöste Kante

Der kantige GLK war ein Designexperiment – er sollte an das G-Modell erinnern. Technisch basiert er auf der C-Klasse. AUTO BILD ALLRAD macht den Gebrauchtwagen-Test.

Tausende von zornigen Taxifahrern und enttäuschten Kunden standen zwischen 2008 und 2013 vor den Toren von Mercedes. Was war passiert? Die Stuttgarter hatten einen neuen Vierzylinder-Turbodieselmotor eingeführt, den OM651. Und der nervte schon bald mit Ausfällen und Undichtigkeiten an den komplizierten Einspritzelementen mit elektronischer Betätigung. Tausende Mercedes-Autos humpelten im Notlaufprogramm in die Vertragswerkstätten. Reihenweise wurden die teuren Injektoren getauscht, über die Jahre oft mehrfach, weil selbst verbesserte Injektorenversionen erneut auffällig wurden. Was das mit dem GLK zu tun hat? Nun, genau dieser Vierzylinder-Diesel wurde auch für den GLK am häufigsten geordert und sitzt nun in den meisten der in Deutschland angebotenen Gebrauchtwagen. Alle 220 und 250 CDI/BlueTec tragen diesen OM651 unter der Haube. Doch inzwischen hat Mercedes die Situation offenbar im Griff. Bei unserer aktuellen Fragebogenaktion ist das Injektoren-Desaster kaum noch ein Thema. Offenbar wurden inzwischen praktisch alle Motoren erfolgreich umgerüstet. Die allermeisten Mercedes-Fahrer sind wieder versöhnt. Umso wichtiger ist für den Gebraucht-Interessenten ein vollständig ausgefülltes Wartungsheft, wenn er sich für einen GLK 220/250 CDI interessiert. Dann kann man davon ausgehen, dass der Wagen an allen Rückrufaktionen teilgenommen hat.

Mercedes GLK im autobild.de-Gebrauchtwagenmarkt

Überblick: Alle Infos zum Mercedes GLK

Bei der Probefahrt sollte man besonders die Automatik checken

Seit der Modellpflege Mitte 2012 sitzt der Automatikwählhebel an der Lenksäule. Neu kam auch der Armaturenträger mit vier runden Lüftungsdüsen.

Wer der Sache dennoch nicht traut, hat zum Glück Alternativen im Motorenprogramm. Denn da gab es zum einen den ebenso starken wie unproblematischen 3.0-V6-Turbodiesel im GLK 320/350 CDI. Hier setzte Mercedes stets auf die teureren Injektoren von Bosch statt auf die von Delphi für den Vierzylinder. Weitere Alternativen bilden die Benziner. Völlig unproblematisch und schön laufruhig, wenn auch etwas drehzahlgierig sind die 3.5-V6-Benziner ohne Turbo. Unproblematisch scheint auch der 2013 nachgeschobene 2.0-Vierzylinder-Turbobenziner namens GLK 250 zu sein. Anders als mancherorts zu lesen, haben sämtliche 4Matic-GLK von Produktionsbeginn an die Siebenstufen-Wandlerautomatik, nicht erst seit der großen Modellpflege Mitte 2012. Zu diesem Zeitpunkt wechselte lediglich der Wählhebel der Automatik seinen Platz: von der Mittelkonsole an die Lenksäule. Mit der Automatik sollte man sich bei der Probefahrt beschäftigen. Ruckt es beim gemächlichen Heranrollen und Verzögern vor einer roten Ampel? Schaltet die Automatik beim sachten Beschleunigen erst auffällig spät in den nächsthöheren Gang? Wenn ja, dann Finger weg von diesem GLK. Vielleicht ist nur das Automatiköl überaltert, vielleicht jedoch reicht ein Ölwechsel oder eine Ölspülung nicht aus. Es gibt aber mehr als genügend GLK mit einwandfrei arbeitender Automatik.
Ersatzteilpreise*
Kotflügel vorn 338 Euro
Scheinwerfer 423 Euro
Bremsscheiben vorn (Satz) 292 Euro
Bremsbeläge vorn (Satz) 121 Euro
Automatikgetriebe (AT) 3928 Euro
Motor ohne Anbauteile (AT) 8155 Euro
Generator (AT) 1235 Euro
Anlasser (AT) 664 Euro
Wasserpumpe (AT) 197 Euro
Auspuff ohne Kat 2166 Euro
*inklusive MwSt am Beispiel: GLK 220 CDI 4Matic mit Automatikgetriebe, Bj. 2012

Die kantige Karosserie trägt zur Übersichtlichkeit bei

Seit der Modellpflege darf der GLK endlich 2,4 Tonnen ziehen. Damit ist ein großer Nachteil gegenüber der Konkurrenz Geschichte.

Die erwähnte Modellpflege Mitte 2012 brachte einige Vorteile für GLK-Besitzer: optische wie den qualitativ ansehnlicher aufgepolsterten Armaturenträger, vor allem aber die Erhöhung der Anhängelast von zuvor zwei auf endlich konkurrenzfähige 2,4 Tonnen. Damit beseitigte Mercedes einen Nachteil gegenüber direkten Konkurrenten wie Audi Q5 und BMW X3. Der GLK hatte den beiden dagegen stets den bequemeren Ein- und Ausstieg voraus. Woher kommt's? Von der klar und kantig gezeichneten Karosserieform, die den GLK zudem wesentlich übersichtlicher macht als die Konkurrenten. Und auch übersichtlicher als den rundlich gezeichneten Nachfolger GLC. GLK-Besitzer bedauern auffallend häufig die Abkehr des Nachfolgers vom übersichtlichen Kantendesign. Nicht wenige haben sich deshalb noch schnell vor dem Produktionsende einen neuen GLK gekauft.

Nur 29 Prozent wollen zum GLC wechseln

Ebenso zufrieden wie mit ihrem Fahrzeug selbst sind die GLK-Besitzer mit den Mercedes-Werkstätten. 82 Prozent vergeben mindestens die Note Gut. Zudem sind immerhin 65 Prozent mit den dort verlangten Preisen einverstanden, obwohl die Leser für eine große Inspektion im Schnitt 640 Euro bezahlt haben. Ein für die GLK-Besitzer eher zwiespältiges Kapitel ist die Frage nach der Wahl des nächsten Fahrzeugs. Denn häufig sind sie treue Mercedes-Kunden und fuhren oft (44 Prozent) bereits vor dem GLK ein Auto mit Stern. Doch ein Wechsel zum rundlich gezeichneten Nachfolger GLC kommt nur für 29 Prozent in Frage – ein mäßiger Wert. 21 Prozent wollen sich später lieber einen gebrauchten GLK kaufen, 11 Prozent zum größeren GLE aufsteigen, der früheren M-Klasse. Aber es gibt auch zahlreiche Markenwechsler: 26 Prozent wissen bereits, dass sie Mercedes den Rücken kehren. Doch wohin, ist für die meisten noch unklar.

Was beim gebrauchten Mercedes GLK Ärger machen kann und auf welche Mängel man beim Kauf achten sollte, erfahren Sie in der Bildergalerie.

Gebrauchter Mercedes GLK im Test

Mercedes GLK Mercedes GLK Mercedes GLK
Gebrauchtwagenpreise Mercedes GLK 4Matic (Benziner)
Modell (unfallfrei mit mind. einem Jahr TÜV) GLK 250 GLK 280 GLK 300 GLK 350 GLK 350
Zylinder / Hubraum 4 / 2.0 6 / 3.0 6 / 3.0 6 / 3.5 6 / 3.5
kW / PS 155 / 211 170 / 231 170 / 231 200 / 272 225 / 306
Verbrauch/100 km 11 l S 12,5 l S 12,5 l S 13 l S 12,5 l S
Höchstgeschwind. 215 km/h 210 km/h 210 km/h 230 km/h 238 km/h
Versich. (HP/VK/TK) 23 / 24 / 24 23 / 24 / 24 23 / 24 / 24 23 / 24 / 24 23 / 24 / 24
Neupreis 44.506 43.554 45.696 48.195 52.360
2014 26.000 29.000 32.000
2013 40.000 26.500 29.000
2012 52.000 21.500 26.000
2009 64.000 20.000 24.000 22.000
2010 76.000 19.000 22.500
2009 88.000 19.000 21.000
2008 100.000 18.000 19.500
Quelle: Schwacke; Händlerverkaufspreise (Euro inkl. MwSt.)
Gebrauchtwagenpreise Mercedes GLK 4Matic (Diesel)
Modell (unfallfrei mit mind. einem Jahr TÜV) GLK 220 CDI GLK 250 CDI/Btec GLK 320 CDI GLK 350 CDI GLK 350 CDI GLK 350 CDI
Zylinder / Hubraum 4 / 2.1 4 / 2.1 6 / 3.0 6 / 3.0 6 / 3.0 6 / 3.0
kW / PS 125 / 170 150 / 204 165 / 224 165 / 224 170 / 231 195 / 265
Verbrauch/100 km 8 l D 8,5 l D 9,5 l D 9,5 l D 9,5 l D 9 l D
Höchstgeschwind. 205 km/h 210 km/h 220 km/h 220 km/h 225 km/h 232 km/h
Versich. (HP/VK/TK) 21 / 24 / 24 21 / 24 / 24 21 / 24 / 24 21 / 24 / 24 21 / 24 / 24 21 / 24 / 24
Neupreis 44.149 46.856 46.053 47.600 48.195 51.468
2014 40.000 km 28.500 30.500 33.500
2013 60.000 km 26.500 28.000 31.500
2012 75.000 km 24.000 25.500 26.500 28.500
2011 90.000 km 22.000 23.000 24.500
2010 105.000 km 20.500 21.000 22.500 22.500
2009 120.000 km 18.500 19.000 19.500 19.500
2008 135.000 km 16.500 17.500
Quelle: Schwacke; Händlerverkaufspreise (Euro inkl. MwSt.)
Martin Braun

Martin Braun

Fazit

Daimler hat das Injektorendrama beim 220/250 Diesel mit viel Geld und Kulanz in den Griff bekommen. Die Beschwerden tendieren nun gegen null. Gut so, denn das passt zum Rest des übersichtlichen GLK, der sich angenehm problemlos gibt.

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