Mercedes M-Klasse (ab 1997)

Gebrauchtwagen Mercedes ML Gebrauchtwagen Mercedes ML

Mercedes M-Klasse (ab 1997)

— 08.04.2002

Im Kern gesund, aber ...

...im Detail nicht Mercedes-Benz. Den Markt stört es nicht, die Nachfrage ist mehr als heftig.

Verarbeitung und Technik

Typisch Mercedes: Drei Jahre nach Modelleinführung herrscht am Gebrauchtwagenmarkt eine Nachfrage nach dem ML, als erfreue sich die heimische Wirtschaft bester Gesundheit. Glücklich, wer einen listengepreisten ML in gutem Zustand findet. Der ist nämlich so selten, wie man es bei einem jungen Mercedes vermutet - und will teuer bezahlt sein.

Die nachlässige Verarbeitung der Fahrzeuge aus den USA fällt im Innenraum besonders auf. Abfallende Verkleidungen, ungleiche Spaltmaße, Klappern auf schlechten Straßen - unsere Leserpost ist voll mit derartigen Beschwerden. Kein Problem für Mercedes-Mechaniker, abgefallene Klammern sind schnell ersetzt, und mit etwas Geschick kann man selbst die ungleichen Spalten einrichten. Trotzdem, ein Premium-Produkt stellen wir uns anders vor. Teurer wird die Behebung allfälliger Roststellen, wobei man hier nach deren Lage unterscheiden muss. Rost am Unterboden bemerkt ein sorgsamer Mechaniker bei der Inspektion und behandelt die betroffene Stelle mit Unterbodenschutz. Heikler wird es an Hauben und Türen. Hier fällt der Rost ins Auge und raubt dem Stern seinen Glanz. Helfen kann nur der Lackierer - und damit wird die Sache aufwendig. Der TÜV gibt dem ML übrigens keine schlechte Rostnote, denn er berücksichtigt nur Durchrostungen an Rahmen und tragenden Teilen. Und davon ist der ML noch meilenweit entfernt. Kantenrost ist zwar störend, steht aber einer neuen Plakette nicht im Weg.

Als Mangel wird im Prüfprotokoll gelegentlich Ölverlust vermerkt, wobei Motor und Antriebsstrang gleich stark betroffen sind. Leckt der ML auch nur wenig, ist der Kostenvoranschlag einer Mercedes-Werkstatt unbedingt empfehlenswert. Was für den Laien ein Öltropfen ist, kann mittelfristig zu einem kostspieligen Dichtring-Tausch führen. Je nach Laufleistung sind sämtliche Verschleißteile potenzielle Austausch-Anwärter, vor allem die Bremsen haben unter dem hohen Fahrzeuggewicht zu leiden. Hat man die Auswahl, sollte man das jüngere Fahrzeug wählen. ML aus Österreich (ab Juni 99) sind besser verarbeitet, ab September 99 wurden für die Innenausstattung hochwertigere Kunststoffe verwendet. Die Entscheidung sollte aber schnell fallen, denn ein ML sucht nie lange seinen Käufer.

Historie, Schwachstellen, Kosten

Modellgeschichte 5/97 Produktionsstart im DaimlerChrysler-Werk Tuscaloosa (USA) 3/98 Start in Europa für ML 230 (150 PS) und ML 320 (218 PS) 9/98 Das Modelljahr 99 bringt serienmäßig ESP 3/99 Markteinführung des ML 430 (272 PS) 6/99 Produktionsstart für den ML in Graz (Österreich) 12/99 Einführung des ML 270 CDI (163 PS), Verbesserungen am Interieur, Xenonlicht gegen Aufpreis erhältlich 3/00 Starker Nachwuchs: ML 55 AMG mit 347 PS 9/01 Neue Motoren: ML 500 (292 PS) und ML 400 CDI (250 PS)

Schwachstellen Schlechte Verarbeitung zeigt sich an abfallenden Verkleidungen, ungleichmäßigen Spaltmaßen und Scheppergeräuschen. Oft gehen einige Klammern für die Verkleidungsbefestigung verloren. Besserung ab 6/99 nach dem Fertigungsstart in Österreich. Die Handbremse wirkt bei auffallend vielen ML einseitig, die Bremsklötze haben mit dem hohen Fahrzeuggewicht vor allem bei sportlicher Fahrweise ihre Probleme und verschleißen entsprechend. Die Bremsschläuche zeigen bereits nach drei Jahren Schwächen, hier hilft nur ein Austausch. An Hauben und Rahmen beobachten wir wiederholt Rost. Die Ausstattung der ersten Fahrzeuge zeigt große Lücken, Fahrzeuge ohne ESP sind weniger beliebt.

Reparaturkosten Preise inklusive Lohn und Mehrwertsteuer am Beispiel ML 270 CDI, 120 kW/163 PS, Baujahr 00. Sofern kein Unfall passierte, stehen meist nur Reparaturen an der Bremsanlage auf dem Programm. Immerhin, die Preise entsprechen dem Ruf von Mercedes.

Fazit und Modellempfehlung

"Der Mercedes ML zeigte bei insgesamt 569 Hauptuntersuchungen häufig Ölverlust an Motor, Antrieb und Getriebe. Weiters bemerkten wir, dass die Feststellbremse überdurchschnittlich oft nicht gleichmäßig auf beide Hinterräder einwirkt. Ebenso ein häufiger Kritikpunkt: spröde Bremsschläuche und das Lenkungsspiel. Bestnoten gab es für Korrosionsschutz, Antriebswellen, Blinker, Wirkung der Fußbremse, Bremsleitungen und die Kraftstoffanlage." Klaus Lesczensky, Gutachter TÜV Rheinland/ Berlin-Brandenburg

Modellempfehlung Mercedes ML 270 CDI (120 kW/163 PS)

Steuer/Schadstoffklasse: 400 Euro im Jahr/D3 Testverbrauch: Werksangabe 9,5 Liter, gemessen 11,0 Liter (Diesel) Versicherung: Vollkasko (24/1000 Euro SB): 1458 Euro. Teilkasko (35/300 Euro SB): 396 Euro. Haftpflicht (24): 1553 Euro (Basis: HUK-Jahrestarife für Regionalklasse Berlin, 100 Prozent) Inspektion/Kosten: nach Intervallanzeige, etwa 150 bis 400 Euro Wertverlust: Für den 270 CDI gibt es noch keinen Listenpreis, ein Baujahr 00 ist je nach Laufleistung ab 33000 Euro zu bekommen

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