Erste Ausfahrt im Mercedes ML 450 Hybrid durch die winterlichen Straßen von Detroit.

Mercedes ML 450 BlueHybrid

— 20.01.2009

Blauer Klettermax

Auf der NAIAS 2009 zeigt Mercedes seinen ersten Voll-Hybriden. Das SUV hat neben dem Sechszylinder zwei je 30,5 PS starke Elektromotoren an Bord. Zusammen schieben sie den Benz in 8,2 Sekunden auf Tempo 100.

Im Gegensatz zur Hybrid-Luxus-Limousine S 400 Hybrid verfügt der Mercedes ML 450 BlueHybrid auch über einen elektrischen Antrieb. Bei der S-Klasse sorgt die neue Technik durch Aufladen der Batterie beim Bremsen und Rollenlassen nur für den Bordstrom, nicht aber fürs Vorwärtskommen. Optisch fällt die Hybrid-M-Klasse kaum auf. Lediglich die etwas höhere Motorhaube verrät die neue Technik. Unter der Haube steckt die komplizierte Steuerelektronik. Sie regelt den Energie-Fluss und steuert das komplizierte Getriebe. Im ML 450 Hybrid stecken ein Sechszylinder-Benziner mit 279 PS und ein Hybrid-Modul mit zwei Elektromotoren, das zusätzliche 61 PS leistet und von einer 288-Volt-Batterie gespeist wird.

Übergang ist nicht spürbar

Im Cockpit zeigt ein Minibildschirm die Arbeitsteilung zwischen Verbrennungs- und Elektromotoren.

Beim Fahren spürt man die neue Technik überhaupt nicht. Die ersten Meter legt der ML 450 BlueHybrid rein elektrisch zurück. Ab Tempo 45 schaltet sich der mächtige Benziner zu. Hörbar ist das nicht, lediglich die Energie-Fluss-Anzeige in der Mittelkonsole verrät den Fahrzustand. Wie, schon im vierten Gang? Sanft und völlig ruckfrei wechselt die Acht-Stufen-Automatik die einzelnen Fahrstufen. Wie bei jedem anderen Vollhybriden schaltet auch der ML 450 BlueHybrid beim Ampelstopp die Motoren aus. Das spart zusätzlich Sprit. Genauso wie das Laden der Nickel-Metall-Batterie in der Reserverad-Mulde beim Bremsen. Der gespeicherte Strom steht dann beim Fahren wieder zur Verfügung. Und sorgt für beste Fahrleistungen. So sprintet der fast 2,4 Tonnen schwere Saubermann in nur 8,2 Sekunden auf Tempo 100, wird bei 210 km/h sanft abgeriegelt.

E-Antrieb kommt nicht weit

Trotzdem soll der ML 450 BlueHybrid nur mit 7,7 Liter (CO2: 185 g/km) auskommen. Nicht schlecht für so ein Dickschiff. Zwei Mankos bleiben: Rein elektrisch schafft der Öko-Benz nur knappe 2,5 Kilometer. Mehr geben die technisch veralteten Nickel-Metall-Akkus nicht her. Erhöhte Reichweite kostet einfach zu viel Gewicht. Schon jetzt muss der ML 450 BlueHybrid ein Mehrgewicht von rund 250 Kilogramm mit sich herumschleppen. Bleibt die Frage nach dem Preis, die auch Chef-Entwickler Neil Amstrong nicht beantworten will. Wir tippen mal vorsichtig auf rund 80.000 Euro, wenn der ML 450 BlueHybrid dann in den deutschen Verkaufsräumen steht. Allerdings ist selbst das noch nicht sicher. Denn vorerst soll er nur in den USA an den Start gehen.

Autor: Carsten Paulun

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