Mercedes ML 450 Hybrid

Mercedes ML 450 Hybrid in New York Mercedes ML 450 Hybrid in New York

Mercedes ML 450 Hybrid in New York

— 08.04.2009

Blau im Big Apple

Es hat gedauert, aber jetzt ist es soweit: Der erste Mercedes-Vollhybrid feiert auf der New York Auto Show 2009 Premiere. Sparsam wie ein Vierzylinder, stark wie ein Achtzylinder, endlich reif für die Serie.

Lange schon hatte Mercedes einen Vollhybriden angekündigt, der den bereits in der zweiten Generation gebauten Lexus-RX-Hybrid-Modellen den Rang ablaufen soll. Zwischenzeitlich stand das Projekt sogar auf der Kippe, weil es in den Anfängen aus der unglücklichen Ehe mit Chrysler stammt. Jetzt steht das Ergebnis auf der New York International Auto Show (NYIAS 10. bis 19. April 2009). Nicht umsonst feiert der ML 450 Hybrid Premiere im Big Apple, schließlich soll der deutsche Saubermann vor allem auf US-Highways wildern. Und wie: Unter der leicht modifizierten, höheren Haube schlummert die Kraft von drei Herzen. Ein 3,5-Liter-V6 mit 279 PS erhält Unterstützung von zwei Elektromotoren mit 288 Volt, die weitere 61 PS zuschießen und die Systemleistung auf 340 PS steigern und satte 517 Newtonmeter Drehmoment über ein CVT-Getriebe an alle vier Räder (4Matic) verteilen. Das schaffen sonst nur Achtzylinder-Motoren. Beim Durst ist der Hybrid-ML in der Liga eines Vierzylinders einzuordnen: 7,7 Liter rauschen laut Mercedes auf 100 Kilometern durch die Einspiritzanlage.

Drei Motoren, drei Aufgaben

Optisch sind die Unterschiede zum Seriem-ML marginal, nur der Schriftzug am Heck verrät den Hybriden.

Der ML 450 Hybrid ist der erste Mercedes, der rein elektrisch bewegt werden kann: Zwar reicht die Kraft der Nickel-Metallhybrid-Batterie (Litium-Ionen-Technik ist noch nicht serienreif) in der Reserveradmulde nur für 2,5 Kilometer, aber sie hilft kräftig beim sparen. Beide Elektromotoren sind vollständig in das Getriebegehäuse integriert, haben aber unterschiedliche Aufgaben. Der erste, näher am Verbrennungsmotor angeordnete E-Motor leistet 85 PS, bietet ein Drehmoment von 235 Newtonmeter und ist besonders auf Leistung und geringe Verluste ausgelegt. Die am Getriebeausgang platzierte E-Maschine leistet 82 PS, stellt 260 Newtonmeter bereit und ist für das rein elektrische Anfahren und Boosten vorgesehen. Wer sich jetzt fragt, warum der ML 450 Hybrid nicht auf die addierten 453 PS kommt, muss wissen, dass nicht immer alle Komponenten parallel zusammenwirken. Trotzdem reicht es für 210 Km/h Spitze und einen Spurt auf 100 km/h in 8,2 Sekunden.

Das Getriebe ist hochkompliziert

Hier schlummert die Kraft der drei Herzen, V6 und zwei Elektromotoren liefern zusammen 340 PS.

Im ersten und dritten festen Gang arbeiten beide Elektromotoren synchron und stellen entweder zusätzliche Energie für das Beschleunigen zur Verfügung (Boosten) oder speichern die Brems- und Schubenergie. Im zweiten und vierten Gang steht ein Elektromotor für das Boosten, der andere für die Energierückgewinnung bereit. Klingt kompliziert und ist es auch. Um die Zusammenarbeit der drei Herzen zu ermöglichen, ist eine Getriebeeinheit mit den zwei Elektromotoren, drei Planetenradsätzen und vier Kupplungen verbaut, die von der Elektronik ständig kontrolliert wird. Dazu kommen technische Schmankerl wie eine Start-Stopp-Automatik zum Spritsparen oder eine Launch-Control für dynamisches Anfahren. Parkvorgänge erledigen die Elektromotoren flüsterleise allein im E-Modus.

Innen mit Mäusekino

Der Fahrer kann zwischen zwei Getriebe-Abstufungen wählen, neben dem Spargrogramm gibt es ein Sport-Programm, das mit dem "E/S"-Schalter in der Mittelkonsole aktiviert wird. Es simuliert verkürzte Gangwechsel mit acht festgelegten Schaltzeiten, denn Gänge gibt es im CVT-Getriebe nicht. Zusätzlich stellt sich die Elektronik auf die die Fahrcharakteristik des Piloten ein. Während die Unterschiede des ML 450 Hybrid im Vergleich zu einem konventionellen ML gering ausfallen, gibt es innen einen entscheidenden Unterschied: Auf dem Display des Comand-Systems können wahlweise der jeweilige Energiefluss zwischen den Motoren mit dem jeweiligen Ladezustand der Batterie oder ein Diagramm zu Verbrauch und Energierückgewinnung angezeigt werden. Zusätzlich lässt sich der Batterieladezustand im Kombiinstrument aufrufen. Der konventionelle Drehzahlmesser fällt weg und wird durch ein Display ersetzt. Platz kostet die Hybridtechnik nicht, wohl aber belastet sie die Gewichtsbilanz des SUV mit 200 zusätzlichen Kilogramm. Preise gab Mercedes noch nicht bekannt, aber billig wird der High-Tech-ML sicher nicht.

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