Mercedes neuer Formel-1-Renner

Die neue Silber-Schlange

Schlängelt sich der neue Silberpfeil endlich wieder zum WM-Sieg? Sein größter Trumpf für die Formel-1-Saison steckt im Bauch.

Der größte Tank der Formel 1

Von Tobias Holtkamp 28 Tage vor Ferrari hat Mercedes den neuen Wagen für 2005 vorgestellt. Der Silberpfeil, der sechs Jahre nach dem letzten WM-Triumph (Häkkinen 1999) Schumi schlagen muß. Mercedes-Vorstand Eckhard Cordes fordert: "Dieses Jahr will ich Erfolge sehen."

Kann der MP4-20 (so der Fachname) das? Das Auto ist extrem flach, schlank und wendig. Mercedes-Sportchef Norbert Haug zu BILD: "Die neuen Einschränkungen in der Aerodynamik (30 Prozent weniger Abtrieb; d. Red.) haben die Konstruktion stark beeinflußt. Unser Ziel war, trotzdem soviel Bodenhaftung wie möglich hinzukriegen."

Ergebnis: Der neue Mercedes ist eine Silber-Schlange! Dem wellenförmig geschwungenen Frontflügel folgen rechts und links sehr kleine, fast runde Seitenkästen – und ein extrem kurzes, tiefes Heck. Haug verrät: "Wir erhoffen uns eine nahezu ideale Schwerpunktlage, die je nach Streckenprofil sogar noch variabel ist."

Der große Mercedes-Trumpf: Im Bauch der Silber-Schlange liegt der größte Tank (ca. 120 Liter) der Formel 1. Damit können die Piloten Räikkönen und Montoya fast auf jeder Strecke Ein-Stop-Strategien fahren – also viel Zeit sparen. Haug: "Für Schönheit allein gibt's ja keine WM-Punkte. Aber ich bin sicher, daß wir dieses Jahr noch mehr zu bieten haben." Nach fünf Jahren ohne WM-Sieg können die Fans das auch erwarten.

Die "Körperteile" der neuen Silber-Schlange

Kobra-Kopf: Mit einem stark geschwungenen Drei-Stufen-Flügel sticht die Silber-Schlange in die Luft. Die Nase ist wieder breiter als zuletzt, fällt dafür krumm und tief ab. Neu-Mercedes-Pilot Montoya begeistert: "Das sieht unglaublich aus."

Mamba-Taille: Im mittleren Teil läuft das Auto extrem schmal zusammen. Das Ergebnis von 3600 Stunden Windkanal-Arbeit. Die Seitenkästen sind klein wie nie, dazu rund nach innen geschwungen. Haug: "Der MP4-20 wird sehr beweglich sein."

Schlängel-Heck: Die Lufthutze ist ungewöhnlich kurz, fällt steil ab. Der 910-PS-Motor, der ab jetzt zwei Rennen halten muß (Haug: "Wir wollen trotzdem keine Leistung einbüßen"), liegt sehr tief. Das bringt in engen Kurven zusätzliche Bodenhaftung.

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