Mercedes Attention Assist

Mercedes "Attention Assist"

— 13.12.2007

Kampf der Müdigkeit

Bis zu ein Drittel aller tödlichen Verkehrsunfälle geht auf übermüdete Fahrer zurück. Mercedes will 2009 ein System anbieten, das bei Müdigkeit eine doppelte Warnung ausgibt.

Mercedes will 2009 ein System anbieten, das übermüdete Fahrer erkennt und sie warnt. Der sogenannte "Attention Assist" setzt dabei nicht wie vergleichbare Systeme auf Kameras, die Pausen zwischen dem Lidschlag messen, in Verbindung mit Spurhalteassistenten, sondern allein auf Sensoren. Bei jeder Fahrt beobachtet der Müdigkeitswarner permanent typische Verhaltensmuster des Piloten und ermittelt auf diese Weise ein individuelles Fahrerprofil, das als Grundlage für die Müdigkeitserkennung dient. Ob und wann der Autofahrer gewarnt wird, hängt allerdings auch von der jeweiligen Tageszeit, der Fahrtdauer und der Fahrweise ab. Nimmt der Fahrer ungewöhnlich viele kleine Lenk-Korrekturen vor, ist das Daimler zufolge ein untrübliches Zeichen für beginnende Müdigkeit. Das System erkennt dabei aber auch externe Faktoren wie Seitenwind oder Fahrbahnunebenheiten und integriert diese Informationen in die Auswertung der Situation. Ist der Fahrer müde, erscheint ein optisches Warnsignal in Form einer Kaffeetasse im Display, zusätzlich erklingt ein Warnton. Weiter geht das Sytem nicht, es schaltet weder den Motor ab, noch greift es in anderer Weise ein. In welchen Baureihen der Attention Assist Einzug hält und was das System kosten könnte, ließ Mercedes noch offen.

500.000 Testkilometer abgespult

Laut aktueller europäischer Studien sind 24 bis 33 Prozent aller tödlichen Verkehrsunfälle auf übermüdete Autofahrer zurückzuführen. Monotonie hinterm Lenkrad und zu wenig Schlaf sorgen insbesondere bei Dunkelheit für den lebensgefährlichen Sekundenschlaf. Versuche der Mercedes-Ingenieure mit 420 Testpersonen haben gezeigt, dass Müdigkeit von vielen Menschen nicht richtig und vor allem nicht rechtzeitig genug wahrgenommen wird, obwohl sie sich langsam und kontinuierlich aufbaut. Insgesamt haben die Testpersonen bereits mehr als 500.000 Testkilometer auf unterschiedlichen Strecken und in unterschiedlichen Klimazonen zurückgelegt. Zur Markteinführung 2009 wird der Attention Assist als Ergänzung zu bereits verbauten Sicherheitssytemen wie ABS, Bremsassistent, Pre-Safe-Bremse, Nachtsicht-Assistent oder ESP angeboten.

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