Mercedes S 63/S 65 AMG

Mercedes S 63/S 65 AMG

— 21.04.2009

Feines Tuning

Mehr Leistung war nicht gefragt: Mit 525 und 612 PS sind die AMG-Modelle S 63 und S 65 alles andere als untermotorisiert. Deshalb betreibt Mercedes den Feinschliff am Flaggschiff an anderer Stelle.

Manch Marketing-Wortschpfung erscheint uns befremdlich. So nennt Mercedes sein Flaggschiff im AMG-Kleid Performance-Limousine. Das passt irgendwie nicht zur S-Klasse, nachdem Haustuner AMG neuerlich Hand angelegt hat. Denn S 63 AMG und S 65 AMG sind reine Fahrmaschinen, nicht nur, wenn es um schnde Leistung auf dem Papier geht. Noch mehr Power war fr die AMG-Ingenieure also Nebensache, die Fahrleistungen blieben die Alten, drfen aber nicht verschwiegen werden: Der S 63 AMG mit dem 525 PS und 630 Newtonmeter starken AMG 6,3-Liter-V8-Motor beschleunigt in 4,6 Sekunden auf Tempo 100. Wem das noch nicht reicht, es geht noch deftiger mit dem S 65 AMG: Sein 6,0‑Liter-V12-Biturbomotor weckt 612 Pferde sowie ein Drehmoment von 1000 Newtonmetern. Die Beschleunigung von null auf 100 km/h dauert 4,4 Sekunden. Fast schon ein Witz, dass beide bei 250 km/h eingebremst werden. Einen Fortschritt unter der Haube vermeldet Mercedes trotzdem: Der Verbrauch sinkt um drei Prozent.

LED-Tagfahrlicht im AMG-Design

Fr bescheidene Naturen hat der S 63 AMG "nur" 525 PS.

Was ist also neu bei den Affalterbacher berfliegern? Leicht erkennbar ist der S 65 durch drei Doppel-Streben im strker gepfeilten Grill, whrend der S 63 fnf einzelne Streben spazieren fhrt. Dazu kommen eine neue Frontschrze mit AMG-spezifischen LED-Tagfahrlichtern und zwei seitliche Luftauslsse pro Seite. Der Fachmann registriert neue Auenspiegel und die modifizierte Heckschrze, in der der Mittelteil des Diffusoreinsatzes ab sofort in Wagenfarbe lackiert ist. Neue Heckleuchten mit 52 LED sorgen auch von hinten fr einen unverwechselbaren Auftritt. Unterschiede gibt es beim Rderwerk: Der S 63 AMG verfgt ber in Titangrau lackierte, glanzgedrehte AMG-Vielspeichen-Rder in 19 Zoll mit Reifen der Dimensionen 255/40 (vorn) und 275/40 (hinten). Beim S 65 AMG sind 20 Zoll groe, in Titangrau lackierte und polierte Schmiederder in 255/35 (vorn) und 275/35 (hinten) montiert.

Elektronik gegen Seitenwind

So reist man rasend: Am Rautenmuster im Leder erkennt der Fachmann den S 65 AMG.

Das Sportfahrwerk mit Active Body Control (ABC) hat erstmals als Serienausstattung eine Seitenwindstabilisierung: Bei starken Windben auf der Autobahn kompensiert die Elektronik des ESP den Einfluss des Seitenwindes durch Variieren der Radlastverteilung binnen Millisekunden. Auch fr die Kurvenhatz gibt es ein technisches Schmankerl: Bei der neuen Torque Vectoring Brake bewirkt ein gezielter Bremseneingriff am kurveninneren Hinterrad ein Eindrehen des Fahrzeugs. So soll das Dickschiff in Verbindung mit der ebenfalls neuen Direktlenkung noch prziser einlenken. Wie bisher ist im S 63 AMG die Speedshift 7G-Tronic verbaut, der S 65 AMG muss wegen des unglaublichen Drehmoments mit der Fnfgang-Automatik Vorlieb nehmen. Schaltpaddles am Lenkrad haben beide.

Assistenz-Systeme im Paket

Beim Achtzylinder sind AMG-Sportsitze in Naturleder vorne mit Klimatisierung, Massage-, Multikontur- und Fahrdynamikfunktion an Bord, die der V12 mit noch edlerem Leder im Rautendesign noch toppen will. Dazu packt Mercedes die neuesten Sicherheitssysteme in die Topsportler. Kleine Auswahl: Attention Assist, adaptiver Fernlicht-Assistent, Spurhalte-Assistent und die mit dem Abstandsradar gekoppelte Pre-Safe-Bremse sowie der Nachtsicht-Assistent mit Infrarot-Kamera machen die AMG-Renner sicherer denn je. Preise nennt Mercedes noch nicht, im Juni 2009 rollen beide zum Hndler. Der S 65 AMG brigens nur in der Langversion, die das schnelle Vergngen noch etwas teurer macht.

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