Mercedes S-Klasse 2013 (W222)

Mercedes S-Klasse 2013 (W222)

— 15.05.2013

S-Klasse ohne Killer-Kältemittel

Dank eines Tricks bei der Typgenehmigung darf Daimler seine neue Mercedes S-Klasse ohne das Killer-Kältemittel R1234yf auf den Markt bringen.

(dpa) Wie ein Damoklesschwert schwebte der Streit um das möglicherweise gefährliche Klimaanlagen-Kältemittel R1234yf über dem Start der neuen Mercedes S-Klasse (W222). Weil die Stuttgarter das Killer-Kältemittel boykottieren, drohte ihrem Flaggschiff sogar der Entzug der Zulassung – ein Desaster für den Konzern, der im Rennen mit BMW und Audi ohnehin hinterherhängt. Doch nun steuert die S-Klasse um die entscheidende EU-Richtlinie herum.

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Daimler benutzt einen Trick, um die Zulassung nachträglich in die Vergangenheit zu verlegen: Die S-Klasse wird nicht mit einer neuen Typgenehmigung sondern als Modellerweiterung des Vorgängers zugelassen, wie das Kraftfahrt-Bbundesamt als zuständige Genehmigungsbehörde am 15. Mai 2013 bestätigte.

Mercedes S-Klasse (W222): Vorstellung

Mercedes S-Klasse (W222) Frontansicht stehend Mercedes S-Klasse (W222) Heckansicht fahrend Mercedes S-Klasse (W222) Innenraum Liegesitze
Damit liegt das Datum für die Erstzulassung formal vor dem Stichtag 1. Januar 2011. So kann die S-Klasse das alte Kältemittel R134a ohne drohenden Ärger aus Brüssel verwenden – denn nur solche Modelle, die ihre Typgenehmigung nach diesem Datum erhalten haben, müssen ihre Klimaanlagen schon jetzt mit dem neuen, deutlich klimafreundlicheren Kältemittel kühlen. Für ältere Modelle gilt die Regel erst ab 2017.

Killer-Kältemittel: Terrorgefahr durch R1234yf?

Für die Baureihen A- und B-Klasse funktioniert dieser Kniff allerdings nicht. Die Autos unterscheiden sich baulich so sehr von ihren Vorgängermodellen, dass sie zwingend eine neue Typgenehmigung zur Zulassung brauchten. Trotzdem boykottiert Daimler auch hier das neue Kältemittel, hofft aber noch auf einen Kompromiss mit Brüssel, um die Zulassung seiner Autos nicht zu gefährden.

Killer-Kältemittel R1234yf: Warnung für die Retter

Rettungskarte mit Warnhinweise auf Killer-Kältemittel Rettungskarte mit Warnhinweise auf Killer-Kältemittel Olaf Reichelt
Daimler ist nicht der erste Konzern, der auf diese Weise um das Killer-Kältemittel herumkommt. So beantragte Volkswagen nach eigenen Angaben die Genehmigung für den VW Golf VII so früh, dass das Auto seine Zulassung noch vor dem 1. Januar 2011 bekam, dem Stichtag für die neue Kältemittel-Regeln.

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Killer-Kältemittel

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