Bilder: Mercedes SL gegen BMW 6er

Mercedes SL/BMW 6er: Test

— 15.03.2012

Gesucht: Das beste Cabrio der Welt

Der neue SL ist gut gerüstet, da kann Mercedes keiner so leicht an den Karren fahren. Oder doch? Wie wäre es mit dem 650i von BMW: auch offen, auch V8, ähnlich stark, nur billiger.

Er hatte es schon immer gut, der SL. Echte Konkurrenten, die in die gleiche Kerbe hauen, waren von jeher dünn gesät, und so ist das bis heute. Wer denn auch? Der Elfer von Porsche? Zu stressig. Maserati oder ähnliche Exoten? Zu nervig. Der schöne Jaguar XK? Könnte passen, ist aber nicht mehr ganz frisch. Doch da gäbe es ja noch einen, genau, den 6er von BMW – häufig vergessen, aber neu aufgelegt und technisch mit allen Wassern gewaschen. Sieht der Alu-Bulle SL jetzt rot?

Überblick: Alle News und Tests zum BMW 6er

Video: Mercedes SL 500

Erste Fahrt im neuen SL

Zum SL 500 passt der 650i, auch ein Turbo-V8 und daher ähnlich satt motorisiert. Aus 4,4 Liter Hubraum holt BMW 407 PS und 600 Nm. Das reicht nicht ganz, um den größervolumigen SL vorzuführen, aber ansonsten sollte es genügen. Auch gemessen am Listenpreis: Für diesen Dampfhammer verlangt BMW kaum mehr als Mercedes für die Schmalspurvariante, den SL 350. 94.300 Euro statt 117.096 für einen 500er, die Differenz kann Kaufimpulse auslösen, selbst in Kreisen der Vielbesserverdienenden. Natürlich kommt noch einiges drauf, denn die Preispolitik von BMW ist genauso schamlos wie die der Stuttgarter. Adaptive Drive (wählbare Programme für Fahrwerk, ESP und Antrieb) sowie die Aktivlenkung (mit Hinterradlenkung) sollte der 6er-Käufer nicht auslassen, kosten aber zusammen 5920 Euro extra. Serienmäßig kann er sich an zwei Rücksitzen erfreuen, die im Benz fehlen – eher Pseudositze, um ehrlich zu sein, denn der Platz langt nur für Menschen mit extrem kurzen Beinen. Das Verdeck besteht aus Stoff, das gefällt uns, der Kofferraum bleibt dennoch kleiner als im SL.

Überblick: Alle News und Tests zum Mercedes SL

Hochgenuss: Für den Mercedes SL 500 spricht vor allem sein großartiger V8-Motor.

Schönheitsvergleich: Neben dem SL sieht der 6er aus wie ein Stretch-Cabrio, denn er ist 28 Zentimeter länger. Ansonsten gibt der SL den Wuchtigeren, der 6er den geringfügig Schlankeren. Beautyqueens sind nach unserem Geschmack beide nicht – der SL etwas verschnörkelt, der 6er nicht kontrovers wie sein Vorgänger, stattdessen ein wenig langweilig. Ungeachtet der vielen Falten, Kanten, Sicken. Umsteigen vom Mercedes in den BMW. Es sitzt sich höher und luftiger hier, mehr Cabrioeffekt, und das Ambiente wirkt etwas frischer und moderner – wieder Geschmacksache, natürlich. Die Mittelkonsole neigt sich – klassisch BMW – zum Fahrer hin, die Instrumente sind sachlicher, übersichtlicher, der zentrale Bildschirm im Cockpit viel größer und besser ablesbar. Keine Unterschiede in der Qualität, beide fühlen sich supergediegen an. Für Windschottfahrer: Die Knopfdruckvariante bietet nur der SL. Wir bewegen uns im südspanischen Hinterland – Sonne, gebirgige Landschaft, leere Straßen, Verhältnisse wie im Prospekt also.

Mehr Details zu BMW 6er und Mercedes SL gibt es in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel mit allen technischen Daten und Tabellen lesen Sie in AUTO BILD 11/2012, ab sofort im Handel.
Wolfgang König

Wolfgang König

Fazit

Die uralte, immer wieder gestellte Frage am Ende des Tages, nach getaner Vergleichsfahrt: Und mit welchem würdest du nach Hause fahren wollen? Die Antwort aller Beteiligten ist hier einstimmig: der SL 500, bitte. Mit Betonung auf 500, denn der Motor macht hier die Musik. Er ist der perfekte offene Zweisitzer (die Werksbezeichnung "Roadster" ist hier weit verfehlt) für entspanntes Schnellfahren. Mithin der ideale SL. Und der BMW? Beeindruckend, was er so alles kann, aber er wirkt vergleichsweise farblos.

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