Mercedes SL: Brabus SL T65 RS Vanish

Brabus SL T65 RS Vanish Brabus SL T65 RS Vanish

Mercedes SL: Brabus SL T65 RS Vanish

— 10.06.2010

Die Bestie aus Bottrop

Das ist der Hammer: Jetzt sind sogar die Black Series-Boliden von AMG nicht mehr vor dem Nobeltuner sicher. Gestärkt auf 800 PS, zerreißt der Brabus SL T65 RS Vanish Kontrahenten in der Luft.

Wir helfen gern. Notleidenden Tunern sowieso. Und Brabus erst recht. Weshalb wir nicht lange zögern, als es gilt, zur Stelle zu sein: "Wir haben hier ein Auto stehen, das übermorgen per Luftfracht nach Dubai reist. Den Tank müssen wir dafür allerdings bis auf wenige Liter leeren – sonst darf die Karre nicht in den Flieger. Habt ihr Zeit, den Sprit zu verfeuern?" – Natürlich! Am nächsten Morgen stehen wir vor dem Fahrzeug, dessen Vita wie Frigeo-Brause prickelt. Hält als Basis doch ein Mercedes-Benz SL 65 Black Series her, bei dem sich Werkstuner AMG richtig austoben durfte – auch was die Optik anbelangt, die mit ausladendem Breitbau und fettem Spoilerwerk unverhohlen polarisiert. Gab es für Brabus in Anbetracht dieses Auftritts und einer Serienleistung von bereits heftigen 670 PS überhaupt noch etwas zu tun?

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Gestärkt auf 800 PS, zerreißt der Brabus SL T65 RS Vanish Kontrahenten in der Luft.

Tatsächlich beließ die Truppe um Tuningvisionär Bodo Buschmann Fahrwerk, Anbauteile und Räder im Serientrimm, folierte und lackierte aber eifrig um. Und entfernte alle AMG-Logos. Stattdessen kommen welche von Brabus zum Einsatz – und "Vanish"-Schriftzüge. So heißt das für einen reichen Araber angefertigte Einzelstück nämlich. Im Anschluss knöpfte sich Brabus den turbobeatmeten Zwölfzylinder vor. Die Lader ersetzte der Veredler durch größere, selbst entwickelte Exemplare. Zudem versah er das Fahrzeug mit zwei zusätzlichen Ladeluftkühlern – vier Stück arbeiten Hand in Hand. Dadurch ist eine stabile Thermik gewährleistet – trotz höherem Ladedruck. Maximal 1,4 Bar pressen dem Koloss jetzt 800 PS ab – und abgeregelte 1100 statt ehemals 1000 Newtonmeter Drehmoment.

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Die Optik polarisiert mit ausladendem Breitbau und fettem Spoilerwerk.

Nebeneffekt: Der Motor baut aufgrund des komplexen Kühlsystems höher. Weshalb Brabus einen dominanten Karbondeckel montieren musste. Über dessen Gestaltung lässt sich streiten. Getrieben von freudiger Erregung, starten wir. Bereits im Stand gibt der Motor nachdrücklich Laut. Im Fahrbetrieb wird der V12 dann endgültig zum Tier. Er schreit, schnaubt und schnorchelt, dass es einem das Grinsen nahezu zwangsläufig ins Gesicht hämmert. Der bei der Ausfahrt neben mir sitzende Ulrich Gauffrés, Technikchef bei Brabus, schränkt ein: "Wir bieten diese Auspufflösung nur für Exportfahrzeuge an – für deutsche Straßen ist sie zu laut." Schade: Untermalt der Klang doch perfekt, was sich in Sachen Beschleunigung abspielt.

Mit 3,6 Sekunden bis 100 km/h kann der Brabus SL dem AMG-Serienmodell traktionsbedingt zwar lediglich zwei Zehntel abknöpfen. Läuft im Anschluss aber zur Bestform auf: Mit 9,9 Sekunden bis 200 km/h soll er nicht nur das Basisfahrzeug um beachtliche 1,1 Sekunden schlagen, sondern auch in Performance-Sphären vordringen, die bislang Potenzprotzen wie Ruf Rt12 (9,8 Sekunden) oder Novitec Rosso 430 Scuderia Bi-Kompressor (9,7 Sekunden) vorbehalten waren. Abseits aller Zahlenspiele zählt die praktische Anwendung: Auf einer durchschnittlich frequentierten Autobahn darf der SL zeigen, wozu er imstande ist. Mit Hilfe des Gasfußes weisen wir dem Boliden die Richtung: nach vorn – schnell. Willig folgt das Auto unserem Befehl. Und kehrt eine dunkle Seite hervor, die Deeskalation nur vom Hörensagen kennt, stattdessen eher knallharten Konfrontationskurs fährt.

Mit dem SL T65 RS hat der Tuner ein Monstrum erschaffen

Die Auspufflösung gibt's nur für den Export – für deutsche Straßen ist sie zu laut.

Und die linke Spur für sich allein beansprucht. Sobald dort eine Lücke entsteht, zoomt sich der T65 RS in Warp-Geschwindigkeit Richtung Heckstoßfänger des nächsten rollenden Bremsklotzes. Weniger die Leistung ist es, die dabei imponiert – sondern der furchteinflößende Drehmomentschwall. Der gibt sich trotz aller Urgewalt beherrschbar: Stellt der Fahrer doch rasch fest, dass die Gummiwalzen die abgerufene Power jenseits der 100 km/h kraftschlüssig auf den Asphalt pressen – ohne schwarze Striche. Nach erfolgter Spritztour rollen wir beseelt auf den Hof des Tuners zurück. Als wir die Schwelle zum Firmengelände passieren, fängt die Reservelampe an zu leuchten. Mission erfüllt!
Technische Daten Brabus SL T65 RS
Motor V12, Biturbo
Einbaulage vorn längs
Hubraum 5980 cm3
kW (PS) bei 1/min 588 (800)/550
Literleistung 134 PS/Liter
Nm bei 1/min 1100 (abgeriegelt) 2100
Antriebsart Hinterrad
Getriebe 5-Stufen Automatik
Leergewicht/Zuladung 1795/305 kg
Leistungsgewicht 2,2 kg/PS
Tankvolumen 80 l
Verbrauch 14,4 l Super
0-100 km/h 3,6 s
Höchstgeschwindigkeit 350 km/h
Preis 417.761 Euro
Ben Arnold

Ben Arnold

Fazit

Was dabei herauskommt, wenn Brabus AMG verstärkt? Wahnsinn auf vier Rädern. Mit dem SL T65 RS hat der Tuner ein Monstrum erschaffen – mit verblüffend guten Manieren. Regelmäßige Tankpausen helfen dem Fahrer, die immense Leistung mental zu verarbeiten.

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