Mercedes SL von FAB Design

— 23.03.2007

White-Body

Jetzt wissen wir’s: Die Schweiz hat nicht nur höhere Berge, sondern auch breitere Autos. Bestes Beispiel: der FAB Design "Mega Wing Widebody"-Breitbau mit V8-Kompressor und 640 PS. Da kann selbst ein echter König als Kunde nicht widerstehen.



Mit Pferdestärken kennt sich Roland Rysanek bestens aus. Der Inhaber der Schweizer Tuningfirma FAB Design verdiente seine ersten Sporen als Jockey. Mittlerweile hat der drahtige Mitfünfziger umgesattelt – von einem auf bis zu 640 PS. So viel leistet sein stärkstes Stück, ein umgebauter Mercedes SL 55 AMG (altes Modell) mit Namen "Mega Wing Widebody". Wo immer der "Mega-Flügel-Breitbau- Benz" auftaucht, wird die Straße eng. Fast zwei Meter misst der weiße Riese an der Hinterachse, was in schmalspurigen Autobahn-Baustellen bisweilen zu Schweißausbrüchen führen kann. Vielleicht fahren deshalb nur wenige seiner extrabreiten Spezialanfertigungen hierzulande. Dorthin, wo Geld nur eine untergeordnete Rolle spielt, die Straßen breiter und Unikate alles sind, verkauft Rysanek am liebsten: "Die meisten Autos gehen in die arabische Welt", erklärt er. "Solch ein Exemplar wie diesen Mercedes SL hat beispielsweise der König von Marokko in seinem Fuhrpark, jedoch in Schwarz mit rotem Leder."

Auf den Flügeltür-Umbau hat Tuner FAB ein Patent

Geschmiedete 20 Zöller. Nochmal, geschmiedete 20 Zöller!

Wer beim Schweizer einen Umbau will, braucht zwar kein blaues Blut, aber eine dicke Brieftasche. Für rund 30.000 Euro gibt’s den handgefertigten Umbau mit neuen Kotflügeln, Frontschürze, angestelltem Unterbau am Heck, Seitenschwellern sowie einer selbst entwickelten Vierrohr-Sportauspuffanlage. Dazu ein Satz dreiteilige, geschmiedete 20-Zöller vom Typ "6 EVO" mit Tiefbettausmaßen, in denen locker zwei Hamster zum Parallelwettrennen antreten könnten. Besonders stolz ist FAB Design auf sein Flügeltüren-Patent, bei dem die Scharnierführung der seitwärts nach oben schwingenden Türen in die Kotflügel integriert wurde. Bei unserem Test erwies sich die Konstruktion als bombenfest, selbst ein SLR oder Enzo kann das nicht besser – allerdings hat so viel Perfektion ihren Preis: 16.000 Euro.

Ähnlich viel kostet die ganz in Weiß gehaltene Leder-/Alcantara-Innenausstattung mit leichtem Grünstich (genau wie die Speziallackierung). Einziges Problem: Das Armaturenbrett spiegelt stark in der Windschutzscheibe. Dafür erstaunlich alltagstauglich in puncto Fahrdynamik: Die serienmäßige Luftfederung kommt mit den gewaltigen Rädern prima zurecht, auf Lenkbefehle reagiert der Dicke erstaunlich agil – nur beim Geradeauslauf diktieren Spurrillen die Richtung.

Drehmoment aus 1001-Nacht

Der Motor leistet 640 PS und jubelt satte 1150 Nm auf den Kurbeltrieb.

Über mangelnde Kraft kann man sich angesichts der Leistungssteigerung (größerer Kompressor, Elektronik, Drosselklappe, optimierte Kühlung) auf 640 PS und 1150 Newtonmeter Drehmoment sowieso nicht beklagen. Trotzdem fährt der FAB SL gegenüber einem Serienmodell keinen Vorsprung heraus, den Spurt auf 100 km/h schafft der normale SL 55 ebenfalls in 4,9 Sekunden. Und auch bei der Höchstgeschwindigkeit "schwächelt" die Tachonadel bei 285 statt bei versprochenen 300 km/h. Grund: die wegen des Breitbaus schlechtere Aerodynamik – oder möglicherweise doch nicht die volle Leistung? Für Rysanek kein Problem. Für ihn zählt Optik mehr als schiere Kraft: "Und da ist der SL mein schönstes Pferd im Stall."

Autor: Ingo Roersch



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