Mercedes SLC 250 d (2016): Fahrbericht

Mercedes SLC 250 d (2016): Fahrbericht

— 06.04.2016

Dieser Roadster zündet

Die Roadster-Ikone Mercedes SLK heißt ab sofort SLC. Ob sich mehr als nur ein Buchstabe geändert hat, klärt die erste Ausfahrt im SLC 250 d!

Das Wichtigste vorab: Der SLK heißt ab sofort SLC. Also noch eine Namensänderung bei Mercedes. Jetzt werden einige Leute wieder jammern, was das soll. Aber: Das neue Kürzel ist durch die technische Nähe zur C-Klasse schnell erklärt. In ein paar Monaten haben sich alle dran gewöhnt.
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Video: Mercedes SLC

Aus SLK wird SLC

AUTO BILD hat den für einen Roadster eher untypischen Vierzylinder-Diesel im SLC getestet. Mit 204 PS ist der einzige Diesel im SLC-Programm jederzeit ausreichend motorisiert. Beeindruckend sind die 500 Nm maximales Drehmoment, die bereits bei niedrigen 1600 bis 1800 U/min anstehen und den SLC 250 d herrlich schaltfaul fahren lassen. Zur besseren Einordnung: Das Topmodell Mercedes-AMG SLC 43 hat 520 Nm. Der neue Neungang-Wandler (serienmäßig im SLC 250 d) harmoniert im Comfort-Modus perfekt mit dem starken Diesel. Per Dynamic-Select-Knopf lässt sich der Roadster auch auf Sport trimmen: Im Sport-Modus ist der Roadster deutlich straffer unterwegs. Die Lenkung bietet mehr Rückmeldung und das Getriebe schaltet schneller zurück und später hoch. Noch extremer ist der Modus Sport+, der aber nicht so recht zum Diesel passt, Getriebe und Fahrwerk wirken einen Tick zu nervös und hart. Zudem erreichen die Reifen der 18-Zöller relativ schnell ihre Haftungsgrenze und fangen an zu quietschen.

Mercedes SLC: erste Mitfahrt

Comfort-Modus ist die erste Wahl

Edel und vor allem sparsam lässt sich der SLC 250 d im Comfort-Modus bewegen. Dazu das vollelektrische Metalldach öffnen, die Fenster hochfahren (neu: die kleinen Seitenscheiben hinter der Tür lassen sich jetzt auch separat schließen), das Windschott einstecken und einfach das gute Wetter genießen – ohne Orkan im Innenraum. Frei nach dem Motto: Reisen statt rasen. Den Verbrauch gibt Mercedes mit 4,4 l/100km an. Trotz zügig gefahrener Passstraßen (wohlgemerkt im Sport-Modus) kletterte der Verbrauch nicht über 6,2 l/100km – sehr ordentlich.

Dach öffnet bis 40 km/h – mit einem Trick

Maximal 500 Newtonmeter Drehmoment stemmt der Diesel – ziemlich beeindruckend.

Beim Dach gibt es eine Besonderheit. Es lässt sich während der Fahrt bei bis zu 40 km/h öffnen. Dachte ich zumindest. Also bei 30 km/h die Taste vor der Mittelarmlehne gezogen, nichts passiert. Geschwindigkeit verringern, schreibt der SLC. Neuer Versuch: 20 km/h, nichts. 10 km/h, wieder nichts. Ich muss in die Nachschulung. Die Erkenntnis: Die Entriegelung muss im Stand geschehen, sollte man dann (wegen einer Grünphase) anfahren müssen, öffnet das Dach weiter. Eben bis zu einer Geschwindigkeit von 40 km/h. Genau genommen lässt sich das Dach nicht während der Fahrt öffnen. Also anhalten, Dach öffnen, losfahren und unter 40 km/h bleiben, bis alles im Kofferraum verstaut ist. Funktioniert einwandfrei, klassischer Bedienfehler meinerseits.

Mercedes SLK 200 Kompressor

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Kein neues Modell

Übrigens spricht Mercedes selbst beim SLC nicht von einem neuen Modell, sondern von einer Modellpflege. Die Front wurde an die aktuelle Modellpalette angepasst. Das heißt: neue Scheinwerfer mit Intelligent Light System (1559 Euro extra), umgestaltete Schürze und ein serienmäßiger Diamantgrill. Durch die Änderungen erinnert der SLC nicht zufällig an den großen Bruder SL. Am Heck wurde zudem die Leuchtgrafik der serienmäßigen LED-Rückleuchten überarbeitet. Der SLC wirkt insgesamt frischer und das zeigt Wirkung. Im sonnigen und autoverwöhnten Nizza drehen sich mehr Leute als gedacht nach dem feueropalroten Roadster um. Im Fall des Diesel-SLC liegt das ganz sicher nicht am Sound. Der 2,2-Liter-Selbstzünder hält sich akustisch angenehm zurück. Kein typisches Diesel-Nageln. Wenn der rote Bereich im Drehzahlmesser nicht bei etwas über 4000 U/min beginnen würde, könnte man zwischendurch fast vergessen, dass man in einem Diesel sitzt.
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Der SLC ist online

Beim Infotainment hat Mercedes nachgelegt – der SLC geht nun auch online.

Im Innenraum ändert sich nicht viel. Sitzposition und Kopffreiheit passen. Dafür hat Mercedes beim Infotainment des SLC nachgebessert. Optional ist der kleine Roadster jetzt immer online. Dank fest im Fahrzeug verbauter SIM-Karte lassen sich alle Mercedes me connect Dienste einwandfrei nutzen. Für alle die sich mit dem neuen Namen schwertun, wurde der Schriftzug SLC in den kleinen Leder-Schaltstummel eingelassen.

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Mercedes-AMG R50 Illustration Mercedes SL Illustration Mercedes GLB Illustration
Der in Bremen gebaute SLC steht ab sofort beim Händler. Die Preise starten bei 34.927 Euro für die neue Einstiegsmotorisierung SLC 180 (156 PS und 250 Nm). Für den einzigen Diesel im Programm sind mindestens 43.524 Euro fällig. Dafür gibt es die überzeugende Neungang-Wandlerautomatik serienmäßig. Mit ein bisschen Ausstattung kommt man schnell auf 50.000 Euro.
Autor:

Jan Götze

Fazit

Diesel im Roadster – passt das? Der SLC 250 d wäre nicht meine erste Wahl. Aber wer nicht täglich neue Bestzeiten auf der lokalen Landstraße aufstellen will, sondern gemächlich Cruisen oder vergleichsweise entspannt Reisen will, für den ist der SLC 250 d die richtige Motorisierung. Ausreichend Leistung bei unschlagbarem Verbrauch und das im Cabrio. Insgesamt wurde der SLC im Vergleich zum letzten SLK gezielt verbessert.

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