Mercedes SLR Stirling Moss

Mercedes-Benz SLR McLaren Z 199 Stirling Moss Mercedes-Benz SLR McLaren Z 199 Stirling Moss

Mercedes SLR Stirling Moss

— 17.12.2008

Sturmstärke 350

Mercedes zeigt die letzte Auflage des SLR. Der rattenscharfe "Stirling Moss" hat weder Frontscheibe noch Verdeck, dafür aber Power ohne Ende: 650 PS schieben ihn in 3,5 Sekunden auf Tempo 100, Spitze 350!

So viel lässt sich bereits sagen: Wer die neueste Spielart des Mercedes SLR in Erwägung zieht, muss nicht verrückt sein. Aber es hilft. Auch ein bisschen Kleingeld schadet nicht. Das Gefährt kostet 335.000 Euro mehr als der bisherige Roadster, besitzt aber weder Dach noch Windschutzscheibe. Seitenfenster übrigens auch nicht. Und das bei einer Spitze von 350 km/h. Es dürfte schon ein ganz besonderes Gefühl sein, wenn bei diesem Tempo eine Mücke im Gesicht zerklatscht.

75 gut betuchte Kunden dürfen sich freuen

Doch ein SLR, zumal dieser, ist ja auch nichts für uns Normalsterbliche. Er ist für krisenresistente Multimillionäre gedacht, die sich in einem normalen SLR zu Tode langweilen. Oder die einfach nur ihre Sammlung komplettieren möchten. Und die sich – im Idealfall – noch an Stirling Moss, heute 79 Jahre alt, erinnern, wie er 1955 in einem ähnlich offenen 300 SLR den Sieg bei der Mille Miglia einsackte. Als Gedächtnisstütze nennt Mercedes diese Variante deshalb auch SLR Stirling Moss. 75 derart veranlagte Kunden hofft das Haus weltweit aufstöbern zu können, ab Juni 2009 wird der Extrem-SLR den Roadster ablösen, und im Dezember 2009 soll dann endgültig Schluss sein mit dem in der Formel-1-Schmiede McLaren in England gebauten Überflieger.

3,5 Sekunden bis Tempo 100, Spitze 350

Als Abdeckung der Sitzplätze dienen zwei Carbonpaneele, die bei Nichtgebrauch im Kofferraum deponiert werden.

Was bekommen die SLR-Hasardeure für ihr Geld? Auf jeden Fall die komplette SLR-Technik: Kohlefaserchassis, 650-PS-Kompressor-V8, Fünfstufenautomat, Flügeltüren, die nach vorn öffnen – inklusive der Aussicht, in 3,5 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigen zu können. Dazu – gänzlich neu – eine spektakulär gestylte Karosserie mit pfeilförmigem Bug und Luftauslässen in Gestalt tiefer Höhlen, aus denen seitlich rechteckige Auspuffstutzen ballern. Vor der Fahrerkanzel winzige, nur wenige Zentimeter hohe Windabweiser, dahinter zwei auffällige Hutzen, die als Überrollbügel fungieren. Keine Frage: Einen Temporausch beschert dieser SLR seinem Besitzer bereits stehend in der Garage, so wie er aussieht.

Bremsfallschirm inklusive

Zur Abdeckung der Sitzplätze stehen zwei Carbonpaneele zur Verfügung, die bei Nichtgebrauch im Kofferraum deponiert werden können. Innen findet sich am Schalthebel eine Aluminiumtafel mit Stirling- Moss-Signatur. Und damit der seines Daches beraubte SLR nicht abhebt, sorgt ein vergrößerter Diffusor unter dem Heck für den notwendigen Abtrieb. Und beim Tritt aufs Bremspedal mutiert hinten (wie bei den anderen SLR-Modellen) der Spoiler zur Luftbremse. Ein furioser Abgang für den SLR also. Und die 750.000 Euro dürfte dieses Spielzeug den gut betuchten großen Kindern dieser Welt wohl auch wert sein, plus Mehrwertsteuer versteht sich. Ansonsten gilt die in solchen Fällen gängige Regel: Wer nach dem Preis fragt, kann ihn sich ohnehin nicht leisten.

Autor: Wolfgang König

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