Mercedes SLS AMG Roadster trifft 300 SLS

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Mercedes SLS AMG Roadster trifft 300 SLS

— 26.09.2011

Roadster aus der Traumfabrik

Der offene Mercedes SLS AMG feiert auf der IAA im Sptember 2011 offiziell Premiere. AUTO BILD bat zu einem Familientreffen mit seinen kaum bekannten Vorfahren, den 300 SLS von 1957.

Es soll eine lange Nachtsitzung geworden sein. Ende 2008 grübelten Mercedes-Manager über den Namen für ihren neuen Flügeltürer: SL, wie der Vorgänger von 1954? Schon vergeben. SLR? Geht auch nicht, stand schon am englischstämmigen McLaren-Mercedes. Wie, zum Kuckuck, nennen wir das Baby? Irgendjemand wurde dann in den Keller geschickt – zum Geschichtsbücherwälzen. Und dieser Jemand tauchte später wieder mit dem SLS-Vorschlag auf: "SLS, meine Herren, gab's schon mal Ende der 50er", dozierte er. "Der 300 SLS war aber ein Roadster." Macht nichts. SLS klingt gut, und schließlich stand bereits fest, dass dem Flügeltürer mit zwei Jahren Abstand die offene Version des C 197 folgen sollte. Jetzt ist es so weit. Auf der IAA im September präsentierte Daimler den SLS AMG Roadster und huldigt damit dem Vorgänger. Heute, mehr als ein halbes Jahrhundert später, bringt Mercedes beide "Sport Leicht Super" (SLS) exklusiv für AUTO BILD zusammen.

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Eine Ewigkeit liegt zwischen ihnen, trotzdem zeigen die beiden SLS Gemeinsamkeiten wie zum Beispiel die seitlichen Kiemen.

Trotz mehrerer Retro-Elemente des Neuen hat er mit dem 54 Jahre alten Klassiker allerdings nur den Namen gemein. Denn anders als das Hochleistungs-Sport-Edel-Cabrio von AMG handelt es sich beim 300 SLS um ein straßenzugelassenes Wettbewerbsauto. Und das hört man sofort: Heiser, brutal und völlig ungefiltert bellt der 300 SLS seinen Enkel aus zwei Sidepipes an. Der kontert mit dunklem V8-Bass, geht aber soundmäßig gegen den Oldie trotzdem unter. Kein Wunder: Hier konkurrieren eine fett eingestellte Mechanik-Einspritzung gegen EU-5-Elektronik, dunkle Abgaswolken gegen Vierfach-Hochleistungs-Kat. Während sich die Herrenfahrer einst am Holz-Volant die Hände blutig scheuerten und den Dreck der Piste von den Lippen leckten, verwöhnen den SLS-Piloten heute Sitzkühlung und Nackenföhn. Und mit 571 PS ist er mehr als doppelt so stark wie das SLS-Unikat.

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Nur zwei Exemplare hat die Rennabteilung einst für den Amerikaner Paul O'Shea gebaut, der sie 1957 in der US-Sportwagenmeisterschaft erfolgreich einsetzte. Dank Karosserie und Motor aus Aluminium, Verzicht auf Verdeck, Seitenfenster und Windschutzscheibe sank das Gewicht um satte 337 Kilo. Außerdem stieg die Leistung des Reihensechszylinders dank Einbau einer Sportnockenwelle von 215 auf 235 PS. Da beide 300 SLS verschollen sind, haben die Museumstechniker einen der 29 Serien-Roadster aus Alu nach Unterlagen von Ex-Rennleiter Rudolf Uhlenhaut zur Werks-Replica umgebaut – sogar mit Originalmotor. Für das Rennauto-Duo hatte Mercedes nämlich vorsichtshalber drei Ersatztriebwerke produziert.

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Eines dieser Aluaggregate landete später im 300 SL Roadster, den Ex-Daimler-Entwicklungschef Hans Scherenberg fuhr. Als Mercedes ihn bei einer Inventur entdeckte, war die Basis für die 300-SLS-Replica gefunden. Genau diese historischen Fußnoten sind es, die einen Sportwagenmythos ausmachen und von dem auch der neue SLS profitiert. Heute kaum vorstellbar, dass Daimler-Boss Dieter Zetsche mit einem getunten Sonder-SLS durch Stuttgart bollert. Schade eigentlich. Worüber sollen Stern-Fans 2065 philosophieren? Aber vielleicht kommen bis dahin ja noch mehr Details aus der Nachtsitzung ans Licht.

Technische Daten Mercedes 300 SLSReihensechszylinder • Hubraum 2996 cm3 • Leistung 173 kW (235 PS) bei 5800/min • manuelles Vierganggetriebe • L/B/H 4250/1790/1300 mm • Leergewicht 1040 kg • Spitze 260 km/h • Preis unverkäuflich.
Technische Daten Mercedes SLS AMG Roadster • V8 • Hubraum 6208 cm3 • Leistung 420 kW (571 PS) bei 6800/min • Siebengang- DCT • L/B/H 4638/1939/1261 mm • Leergewicht 1660 kg • 0-100 km/h 3,8 s • Spitze 317 km/h • EU-Mix 13,2 l SP • Preis 195.160 Euro.

Autor: Jörg Maltzan

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