Mercedes SLS electric drive: Fahrbericht
— 28.02.2013Das stärkste E-Auto der Welt
1000 Nm Drehmoment, 751 PS, 250 km/h Spitze, 416.500 Euro teuer – das sind die nackten Fakten zum Mercedes SLS electric drive. Erster Fahrbericht!
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751 PS aus vier Motoren, maximal 250 km/h und purer Fahrspaß – wenn so das Auto der Zukunft fährt, dann kann sie gerne schon heute beginnen. Dummerweise markiert der ab Juni lieferbare SLS electric drive nicht nur bei Power und Performance die Spitze, sondern auch beim Preis: 416.500 Euro machen ihn zum teuersten Mercedes im Modellprogramm. Rasant wie es sich für einen Supersportwagen gehört, beweist der Flügeltürer auf jedem Meter, dass Autofahrern auch in der Zeit nach dem Öl nach Spaß machen kann.
Denn auf Faszination muss bei aller Vernunft keiner verzichten, verspricht Projektleiter Jan Feustel: "Wir haben uns vorgenommen, mit diesem Auto das Thema Supersportwagen neu zu definieren." Dafür stehen nicht nur die vier Elektromotoren nahe der Räder, von denen jeder 188 PS und 250 Nm leistet. Sondern dafür sorgen vor allem die ungeahnten Möglichkeiten bei der Fahrdynamik, die mit dem Elektrokonzept einhergehen: Allradantrieb, eine variable Drehmomentverteilung für jedes Rad und eine Rekuperationsbremse, die sich wie Zurückschalten anfühlt – mit solchen Finessen stellen die Schwaben die bisherigen Erwartungen an ein elektrisch angetriebenes Fahrzeug auf den Kopf.
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Dafür muss man nur auf der Mittelkonsole von C wie City oder Comfort auf Sport oder Sport Plus stellen und danach die Taste mit den vier Rädern drücken. Dann schaltet die Elektronik von 60 auf 80 oder 100 Prozent Leistung. Und der Bordcomputer verteilt die Kraft so, dass man durch die Kurven fliegt wie ein Modellauto auf der Carrera-Bahn. Im Normalbetrieb gutmütig bis zu einem leichten Untersteuern, wird der Rennwagen von Captain Future so zu einer wilden Heckschleuder, mit der man die Schikanen mit einer fast beängstigenden Direktheit angeht. Und bei jedem Gas-, nein Stromstoß fragt man sich, weshalb hier bei 250 Sachen schon wieder Schluss sein soll. So, wie der elektrische SLS anschiebt, müsste er eigentlich locker 300 und mehr schaffen. Dass er es nicht tut, liegt nur an der Rücksicht auf die Reichweite und am Rest von Vernunft, mit der die Entwickler die Fahrdynamikregelung programmiert haben.
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Zwar startet der SLS tatsächlich geräuschlos und geisterhaft. Doch wer weiß besser als die AMG-Entwickler, dass Spaß auch etwas mit Sound zu tun hat. Deshalb haben sie den eSound komponiert. Von außen nicht zu hören, füllt er auf Knopfdruck die Kabine mit einem Klangteppich, der passend zur Fahrsituation aus 20 verschiedenen Soundschnipseln gewoben wird. Aber so richtig überzeugen kann der Elektro-Pop noch nicht. Dafür ist er schlicht zu dezent und zu defensiv.Lesen Sie auch: Gullwing 300 SLC Mercedes W188
Die benötigte Energie liefert im SLS electric drive ein Lithium-Ionen-Akku, den AMG gemeinsam mit den Mercedes Formel 1-Technikern aus Brixworth entwickelt hat. Er wiegt zwar über 500 Kilo, hat dafür aber auch eine Kapazität von 60 kWh: "Kein anderes Elektroauto hat einen Akku mit einer derart großen Energiedichte", freut sich Projektleiter Feustel und verspricht nach immerhin 20 Stunden Ladezeit eine Reichweite von 250 Kilometern. Im Normzyklus mag das zu schaffen sein. Aber bei forcierter Gangart kann man vielleicht mit der Hälfte kalkulieren. Und wenn die Entwicklungsmannschaft über die Nordschleife jagt, dann ist schon nach einer Runde Zeit für den Boxenstopp.Das könnte Sie auch interessieren
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Kommentare zum Artikel (5)
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Als Energiedichte bezeichnet man (wie der Name schon sagt) wie viel Energie pro Masse gespeichert werden kann.
Die stärkere Variante des Tesla Model S hat einen 85kWh Akku eingebaut. Die Kapazität(gemessen in Wh ODER Ah) ist also nichts besonderes.
Wenn das Auto Akkus mit der höchsten Energiedichte eingebaut hat, erklärt das den extremen Preis.
Was ich jedoch fahrlässig finde: Die Geräuschkulisse außerhalb eines Autos ist ja auch zum lokalisieren ebenjenes, z.B. durch einen Fußgänger. Wenn das wegfällt, kann das schon zu einem Unfall führen. Da finde ich die Lösung mit den (absichtlich futuristisch gehaltenen) Elektro-Sounds außerhalb des Fahrzeugs besser: /watch?v=RUmdWCp0diw
Kapazität wird in Amperestunden angegebenund nicht in Kilowattstunden (Leistung).
trotzdem ist die Leistung des Akkus nicht herausragend.
750PS sind ca 550kW, bei 60kWh Akkuleistung kann er nicht lange schnell fahren.
Nun, wenn Preis keine Rolle spielt, bin ich der Meinung, der schnellste Elektrosportwagen sei immer noch das Rimac Concept One
Soll ich jetzt lachen oder wie. Daimler sollte sich mal ihre Beteiligungen genauer anschauen. Da werden die feststellen, dass da eine Firma in Californien aufgeführt ist. Diese Firma stellt das Model S her, welches fast 500km mit einer Akkuladung schafft und das bei ähnlichen Beschleunigungswerten und das zu einem viertel des Preises.