Mercedes Sprinter Facelift 2013: Fahrbericht

— 08.05.2013

So fährt der neue Sprinter

Der neue Mercedes Sprinter hat ein geliftetes Gesicht und soll rund einen Liter weniger Sprit verbrauchen. So fährt sich der aufgefrischte Kastenwagen!



Daimler hat dem Mercedes Sprinter ein Facelift gegönnt. Nicht nur die Optik wurde aufgefrischt – um den künftigen EU-Regeln gerecht zu werden, wurde der Transporter auf die Schadstoffklasse Euro 6 getrimmt. Die zusätzlichen Bauteile bringen allerdings auch mehr Gewicht auf die Waage, sodass die Nutzlast beim 3,5-Tonner (998 bis 1520 Kilogramm Zuladung) um 30 Kilo gesunken ist. Im Gegenzug soll der kombinierte Kraftstoffverbrauch um knapp einen Liter auf 6,3 Liter sinken. Ob als gemieteter Umzugswagen, Pritsche auf Baustellen oder als Kurierfahrzeug auf der Autobahn, der Sprinter ist neben Iveco Daily, VW Crafter, Fiat Ducato, Ford Transit, Opel Movano und Co nicht mehr aus dem Straßenbild wegzudenken. autobild.de war mit der neuen Generation des Mercedes Sprinter schon auf Tour!

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Video: Mercedes Sprinter

Facelift für den Lastenesel

Das ist neu:
Bis zur A-Säule wurde die Front merklich verändert. Motorhaube und Kühlermaske steigen steiler an. Die neue Lochung zwischen den drei Kühlerlamellen soll den Luftdurchsatz erhöhen. In den Scheinwerfern sind LED-Tagfahrlichter integriert. Von vorne wirkt der Sprinter nun zeitgemäßer – fast schon wie ein SUV. Aus anderen Perspektiven bleibt er ganz der alte Kasten. Im Innenraum wurden die Sitzbezüge erneuert und die Polsterung optimiert. Gut für die Sitzposition und den Rücken, nur die Sitzauflage kommt für Menschen ab 1,85 Meter zu kurz. Mit dem dickeren Multifunktionslenkrad hat der Fahrer den Sprinter besser im Griff. Auch mit den neuen, winzigen Chromleisten auf den Lüftungsreglern bleibt der robuste Nutzfahrzeugcharme im Cockpit erhalten. Sicherlich ist Hartplastik nichts für Haptik-Fetischisten – es lässt sich aber schnell und einfach abwischen und hat damit einen größeren Nutzwert im Sprinter.

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Das große Schiff ist flott unterwegs: Trotz seiner Länge bis zu 7,30 Meter ist der Sprinter gut zu steuern.

So fährt er sich: Der getestete 319 CDI Bluetec mit 190 Diesel-PS zeichnet sich durch sattes Knurren und ordentliches Ansprechverhalten schon im unteren Drehzahlbereich aus. Damit hängt der Selbstzünder gut am Gas und verleiht dem Hecktriebler in Verbindung mit der direkten Lenkung eine Agilität, die weitaus kleinere Fahrzeuge nicht erreichen. Selbst bei 162 km/h Höchstgeschwindigkeit wirkt der Sprinter nicht angestrengt. Lediglich die Windgeräusche an den A-Säulen sorgen bereits ab 80 km/h für eine zunehmende Lautstärke im Innenraum. Trotz drei Zentimeter Tieferlegung bleibt der Federungskomfort nicht auf der Strecke. Unebenheiten schluckt der Sprinter, ohne sie mit heftigen Stößen an die Insassen weiterzuleiten. Bei geringer Zuladung ist die Dämpfung etwas zu weich – offenbar aber notwendig, damit der Sprinter im beladenen Zustand noch Reserven hat.

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Serienmäßig: Der Seitenwind-Assistent bremst gezielt einzelne Räder ab, wenn Windböen drücken.

Diese elektronischen Fahrhilfen gibt es: Die grundsätzlich guten Fahreigenschaften des Sprinter sind Segen und Fluch zugleich: Aus Sicht des Pkw-Fahrers blockieren Kurierdienste auf der Autobahn gerne die linke Spur, außerdem bleibt in einem geschlossenen Kasten schon mal die Ladungssicherung auf der Strecke. Mercedes will mit der Ausstattung gegensteuern und hat künftig fünf Assistenzsysteme im Angebot. Ohne Aufpreis ist allerdings nur der Seitenwindassistent an Bord, er verhindert starkes Ausbrechen bei heftigen Windböen. Laut Statistik ist dieser Seitenwind für jeden fünften Unfall mit großen Transportern auf der Autobahn verantwortlich. Das ans ESP gekoppelte System ist bereits aus der GL-Klasse bekannt und machte auf einer Test-Strecke von Mercedes einen guten und sicheren Eindruck. Daneben stehen Spurhalte-, Fernlicht-, Abstandswarn- und Totwinkel-Assistent in der Preisliste.

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Vielfältig: Über 1000 Varianten gibt es vom Sprinter.

Das kostet er: Der neue Sprinter wird mit Euro 6 (als Bluetec gekennzeichnet) 1428 Euro mehr kosten als sein Vorgänger. So würde ein Kastenwagen mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen in der Basisversion statt 36.057 Euro dann 37.485 Euro kosten. Für Spurhalte- und Totwinkel-Assistent werden rund 1190 Euro fällig, der Fernlicht-Assistent schlägt mit 357 Euro zu Buche. Im Angebot sind unverändert Vier- und Sechszylinder-Dieselmotoren mit einer Leistungsspanne von 95 PS bis 190 PS. Neben den Selbstzündern ist ein aufgeladener 1,8-Liter-Benziner mit 156 PS im Programm, der auch in einer Erdgas-Variante zu haben ist. Für die Kraftübertragung sind entweder ein Sechsgang-Schaltgetriebe oder die Siebengang-Wandlerautomatik zuständig.
Robin Hornig

Fazit

Optisch macht der geliftete Sprinter einen besseren Eindruck als der Vorgänger. Mercedes Nutfahrzeug-Designchef Kai Sieber hat das Gesicht des Sprinter modernisiert, ohne zu übertreiben. Ob die Maßnahmen zur Spritersparnis wie die Tieferlegung von drei Zentimetern Früchte tragen? Angesichts überwiegend unter Volllast fahrender Kurierdienste schwer vorstellbar. Allerdings können sich schon kleinste Ersparnisse positiv auf die gesamte Flotte auswirken. Schade, dass Mercedes den Sprinter nur mit einem der insgesamt fünf neuen Assistenten in Serie ausstattet. Mit Hinsicht auf unterschiedliche Sicherheitsbedürfnisse in anderen Ländern ist die Entscheidung aus wirtschaftlicher Sicht nachvollziehbar. Bleibt zu hoffen, dass Gesetzgeber und Versicherungen in Deutschland mit Zuschüssen und Vergünstigungen Kaufreize für die Systeme beim Kunden schaffen.



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