Mercedes Vision Van (2016): Vorstellung/Sitzprobe

Mercedes Vision Van (2016): Vorstellung/Sitzprobe

— 07.09.2016

Der Sprinter von morgen

Mercedes-Benz zeigt die Zukunft des Transporters. Und AUTO BILD erklärt, was sich künftig für Paketempfänger und Zusteller ändern soll.

Einfach nur transportieren war gestern. Mercedes will sich vom Transporterhersteller zum Anbieter für kundenorientierte Gesamtsystemlösungen weiterentwickeln. Der Masterplan für die Zukunft heißt adVANce. Hinter dem Wortspiel verbirgt sich eine breitgefächerte Zukunftsstrategie der Stuttgarter. Mit der Studie Vision Van verdeutlichen sie, was sich alles im Bereich des Transportwesens ändern soll. AUTO BILD erklärt mit der Sitzprobe, wie Sie in Zukunft ihre Pakete bekommen könnten und was sich für Zusteller ändert, wenn es nach Mercedes geht.  
Messepremiere des Mercedes Vision Van ist auf der IAA Nutzfahrzeuge (22. bis 29. September 2016)

Die 24h-Lieferung ist garantiert

Video: Mercedes Vision Van (2016)

Zustell-Fahrzeug der Zukunft

Mit seiner riesigen gewölbten Windschutzscheibe erinnert der Vision Van an einen Motorradhelm. Der Vorteil des ungewohnten Designs wird aber sofort klar, wenn man auf dem Fahrersitz Platz nimmt. Von hier hat der Fahrer den vorderen Bereich sehr gut im Blick, keine A-Säule versperrt die Sicht. Im Griff hat der Zusteller von morgen den Wagen über einen kleinen Joystick (Drive-by-Wire). Daneben gibt es nur wenige Knöpfe für Warnblinkanlage, die Tür, das Betriebssystem und die Gänge. Auf dem Armaturenbrett erscheinen Informationen zur Geschwindigkeit, optimale Zustellwege, die eine Cloud-basierte Steuerungssoftware berechnet oder Infos zu den zwei Drohnen auf dem Dach des Vision Van, den zukünftigen Paketträgern. Der 75 kW starke Elektroantrieb soll den Van bis zu 270 Kilometer weit bringen – und das natürlich lautlos. Vorteil: Wer keinen Krach und Dreck macht, darf auch spät abends und dort unterwegs sein, wo Verbrenner verboten sind. So können Pakete noch besser innerhalb eines Tages geliefert werden.

IAA Nutzfahrzeuge 2016: Highlights

Das Design des Vision Van ist auch ein Ausblick auf den nächsten Sprinter

Der Job des Zustellers wird sich gewaltig ändern

Wer nicht gerade zwei Meter groß ist, kann noch aufrecht im Cockpit des Vision Van stehen. Da Lenkrad, Pedalerie und Mittelkonsole nicht benötigt werden, versperrt auch nichts den Weg des eiligen Zustellers. An der Luke zum Laderaum bekommt der Paketbote automatisch das auszuliefernde Paket. Lästiges Suchen hätte sich damit erledigt. Doch den Großteil der finalen Zustellarbeit sollen ohnehin in Zukunft autonome Drohnen und rollende Miniroboter übernehmen. Im Gegensatz zum Menschen wissen sie meist ganz genau, wo der Empfänger zu finden ist. Ein Szenario, was mit Hinblick auf laufende Tests von Amazon & Co. gar nicht in weiter Ferne liegt.

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Das gab es doch schon mal: Iveco Vision Concept 2014

Mercedes platziert sich clever zwischen Lager und Kunden

Es gibt Warnhinweise, sobald die Lieferdrohnen abheben, wenn das Fahrzeug anhält oder der Zusteller aussteigt.

Mercedes platziert sich clever mit dem Vision Van als eine Art mobile Lieferstation zwischen Warenlager und Kunden. Damit will sich Mercedes einen wichtigen Platz in einer vollständig vernetzten Zustellungskette sichern. Der Plan könnte aufgehen, weil die Reichweite der Drohnen und Roboter begrenzt ist und nicht überall in der Großstadt stationäre Lager errichtet werden können. Der Vision Van fährt ins große Lager, öffnet seine gigantische Heckklappe und bekommt die Waren fertig sortiert in einem Magazin von fahrerlosen Forderfahrzeugen reingeschoben (One Shot Loading). Dazu entwickelt Mercedes unter dem Projektnamen solutions@vans unter anderem automatisierte Laderaumsysteme für Zustellfahrzeuge. Das System spart viel Be- und Entladezeit und Geld, weil der Van schnell wieder seiner Hauptaufgabe nachgehen kann – dem Paketausteilen. Das Szenario lässt sich natürlich auf die Belieferung von Firmenkunden ausweiten und muss nicht bei Privatkunden aufhören.

Mercedes Vision Van (2016): Vorstellung/Sitzprobe



Mehr Details zur Transport- und Logistik-Zukunft, Drohnen und Zustell-Robotern zeigt AUTO BILD in seiner Berichterstattung vom Mercedes Van Innovation Campus auf Snapchat unter @auto_bild

Robin Hornig

Fazit

Experten schätzen, dass sich der Umsatz im E-Commerce weltweit bis 2018 im Vergleich zu 2015 nahezu verdoppeln wird. Der Boom im Onlinehandel und das damit verbundene Wachstum in der Versandbranche fordert eine zeitnahe Weiterentwicklung des Transportwesens. Dafür zeigt Mercedes als erster großer Autohersteller eine große Gesamtstrategie. Und mit Hinblick auf erste Drohnen- und Robotertests im Bereich des Transports erscheint der Vision Van gar nicht mehr so abgedreht wie auf den ersten Blick.

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