Mercedes-Vorschau: Van und SUV

— 26.03.2010

Mercedes CLR und BLK

Mit Raumautos hat Mercedes bislang kein glückliches Händchen gehabt. Der CLR, eine größere Version der C-Klasse, soll das ändern. Und mit dem BLK wollen die Stuttgarter den BMW X1 angreifen.



Mercedes und ein hohes Dach – bislang will das nicht so recht zusammenpassen. Wirklich beliebt und verbreitet ist eigentlich nur der Mercedes-Reisebus, der Rentner entlang der Mosel kutschiert oder Deutschlands Nationalkicker zum nächsten Länderspiel. Wie mickrig machen sich dagegen die Vans mit Stern. Der Vaneo (Basis A-Klasse) war ein klassischer Rohrkrepierer, die R-Klasse (gleiche Basis wie ML und GL) steht wie Blei, und auch der Viano ist bestenfalls ein Nullsummenspiel mit sprödem Handwerker-Charme. Da ist die Konkurrenz schon einen Schritt weiter: Audi wird nach A3 und A5 Sportback noch in diesem Jahr den A7 nachschieben. BMW lässt dem 5er GT einen Hochdach-3er folgen – ungeachtet der Frage, ob dieses Konzept bei den Kunden wirklich ankommt.

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Ein bisschen Kombi, ein bisschen R-Klasse und Schiebetüren: der Mercedes CLR.

Ein bisschen Kombi, ein bisschen R-Klasse und Schiebetüren: der Mercedes CLR.

Aber Mercedes lässt nicht locker und arbeitet bereits klammheimlich am Nachfolger der R-Klasse. Der nutzt jedoch nicht mehr die Technik der Gelände-Riesen, sondern die stark entschlackte Basis der nächsten C-Klasse (W 205), die 2014 vorgestellt werden soll. Deren neuartiges Baukasten-Prinzip (MRA, siehe unten) gestattet viel mehr unterschiedliche Varianten als die bisherige Plattform-Technik – eine Mini-Revolution, die fast zeitgleich auch Audi und BMW vollziehen. Das neue Raumfahrzeug bei Mercedes hat noch keinen Namen. X205 wäre der passende Entwicklungscode, CLR ist eine mögliche Modellbezeichnung – C für C-Klasse, L für den etwas längeren Radstand, R für die raumfunktionale Karosserie. Hier die wichtigsten Eigenschaften in Kurzform: Top-Variabilität in Bezug auf Laderaum und Sitzanlage, höhere Dachpartie und entsprechend angehobene Sitzposition, Kombiheck mit längerem hinterem Überhang, an die geänderten Proportionen angepasster Vorderwagen, hintere Schiebetüren.

Der CLR wird ein reiner Fünfsitzer ohne optionale dritte Sitzreihe

Der neue Raumtransporter soll sehr variabel werden, kommt aber ohne dritte Sitzreihe.

Der neue Raumtransporter soll sehr variabel werden, kommt aber ohne dritte Sitzreihe.

Der CLR muss deutlich mehr Nutzwert bieten als das T-Modell der nächsten C-Klasse, aber er darf nicht so massig wirken wie die R-Klasse. Und er muss mit innovativer Technik glänzen. Dazu gehört zweifellos das Türkonzept mit den auf Wunsch elektrisch betriebenen hinteren Schiebetüren, deren Führung fast unsichtbar in der unteren Fensterkante verläuft. Die Vorteile: große Türöffnung, platzsparende Schwenkmimik, bequemer Ein- und Ausstieg. Mit einer Dachhöhe von 1,57 Metern sucht der CLR die goldene Mitte zwischen C-Klasse Kombi (1,46) und R-Klasse (1,67). Während der Wettbewerb das Fließheck bevorzugt, setzt Mercedes auch in diesem Segment auf eine relativ steile Klappe mit Zuziehhilfe. Der CLR wird ein reiner Fünfsitzer ohne optionale dritte Sitzreihe. Dafür kann das Gestühl in Reihe zwei so ziemlich alles, außer Kuchen backen und Männchen machen. Besonders clever: Die hinteren Einzelsitze lassen sich versetzt zueinander fixieren. Das schafft genug Platz für drei Erwachsene – ohne störenden Schulterkontakt.

Ein neues SUV: der BLK

Sportlicher als der BMW X1, vielseitiger als der künftige Audi Q3, dynamischer und günstiger als der GLK: Der Crossover-Ableger der neuen B-Klasse kommt Mitte 2013 wahlweise mit Front- oder Allradantrieb auf den Markt – zu Einstiegspreisen um 33.000 Euro für den 4WD. Aktuell ist der mehr als 40.000 Euro teure GLK 220 CDI die günstigste Möglichkeit, einen neuen Allradler mit Stern zu fahren. Daimler geht offenbar davon aus, dass der Trend zu kompakten Crossover-Modellen noch lange anhält. Nachdem Smart schon vor Jahren die geplante SUV-Version ForMore gekippt hat, müssen wir bis Juni 2013 warten, ehe der gute Stern auf unseren Straßen eine kleinere und günstigere Nummer nachschiebt. Das Projekt trägt das Entwicklungskürzel X156, intern bezeichnet als SUC (Sport Utility Cruiser) oder BLK. Der BLK basiert zusammen mit zwei weiteren B-Klasse-Ablegern und der nächsten A-Klasse auf der brandneuen Mercedes-Frontantriebs-Architektur MFA.

Mit dem B-Klasse-Ableger BLK will Mercedes den BMW X1 angreifen

Angriff auf den BMW X1: Mercedes baut auf Basis der B-Klasse den BLK.

Angriff auf den BMW X1: Mercedes baut auf Basis der B-Klasse den BLK.

Der BLK zielt in die Nische zwischen BMW X1 und Mini Countryman; er hat den kommenden Audi Q3 im Visier, und er will auch den künftigen kleinen Range Rover LRX nicht ungeschoren davonkommen lassen. Überraschenderweise ist der BLK noch Coupé-ähnlicher als der schon ziemlich flache BMW X1. Die Proportionen erinnern ein wenig an den Infiniti FX: lange Haube, große Räder, stark geneigte Windschutzscheibe, fließender Dachabgang, vor allem hinten bullig breite Kotflügel. Was der BLK ganz und gar nicht sein will, ist eine verkleinerte Ausgabe des kantigen, rustikale Vorgänger zitierenden GLK. Die Abmessungen belegen die konzeptionelle Nähe zum BMW X1 (die Maße des X1 zum Vergleich in Klammern): • Radstand 2700 mm (2760 mm), • Länge 4440 mm (4450 mm) • Breite 1800 mm (1800 mm) • Höhe 1500 mm (1550 mm) • Kofferraum 500 Liter (420 Liter).

Alle Erlkönige auf der Erlkönig-Seite von autobild.de

Während im X1 auch in Hinblick auf den US-Markt zumindest ein Sechszylinder überlebt hat, setzt Mercedes beim BLK durchweg auf Vierzylinder. Zum Anlauf werden nur die beiden Top-Motorisierungen mit 4Matic-Allrad zu haben sein, und zwar der Diesel 220 CDI (2,2 Liter, 170 PS) sowie der direkteinspritzende Benziner 220 CGI (2,0 Liter, 204 PS). Auf der Warteliste stehen der 204 PS starke BLK 250 CDI und ein aufgeladener 2,0-Liter-Benziner, dem 238 PS und 400 Nm nachgesagt werden. Beide Motorvarianten wollen die Stuttgarter in Verbindung mit einem Direktschaltgetriebe anbieten. Auch vorgesehen: Wahltaste mit verschiedenen Fahrprogrammen und Schaltpaddeln am Lenkrad.

Autor: Georg Kacher

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