Metaller-Streik hat begonnen

Metaller-Streik hat begonnen

— 06.05.2002

Autoindustrie macht den Anfang

Bereits am Sonntagabend traten knapp 2000 Beschäftigte im Mercedes-Benz-Werk in Sindelfingen ihre Nachtschicht nicht an.

Der erste Streik in der Metall- und Elektroindustrie seit sieben Jahren hat am Montagmorgen (6.5.) in Baden-Württemberg großflächig begonnen. Tausende Metaller der Frühschicht waren von der IG Metall aufgerufen, nicht zur Arbeit zu erscheinen. Die Arbeitgeber lehnten zu Streikbeginn ein verbessertes Angebot ab. Insgesamt sind 50.000 Beschäftigte in 20 baden-württembergischen Betrieben aufgefordert, sich am Streik zu beteiligen. Den Auftakt zu dem Arbeitskampf hatten bereits am Sonntagabend (5.5.) knapp 2000 Beschäftigte der Nachtschicht im Mercedes-Benz-Werk in Sindelfingen gemacht. Dort wurde der Streik am Morgen fortgesetzt. Schwerpunkt des ersten Streiktags ist die Automobilindustrie, darunter auch Werke von Porsche und Audi.

Ziel des Streiks ist eine Lohn- und Gehaltserhöhung um 6,5 Prozent. Die Gewerkschaft werde den Kampf entschlossen führen, bis ein akzeptables Ergebnis erreicht sei, sagte IG-Metall-Chef Klaus Zwickel am Montagmorgen vor rund 600 Metallern vor dem Porsche-Haupttor in Stuttgart-Zuffenhausen. Gleichzeitig warnte er die Arbeitgeber vor Aussperrungen. Solche Maßnahmen würden den Konflikt verhärten und verlängern.

Zwickel forderte die Arbeitgeber auf, ein neues Angebot vorzulegen. Die IG Metall sei weiter verhandlungsbereit. Diese Forderung wies der Präsident des Arbeitgeberverbandes Südwestmetall, Otmar Zwiebelhofer, am Montagmorgen zurück. "Wir sind mit unserem Angebot von 3,3 Prozent und 190 Euro an die Obergrenze dessen gegangen, was wir uns vorstellen können und was der Mittelstand tragen kann", sagte er am Montag im ARD-Morgenmagazin. Zwickel wies Vorwürfe zurück, der Streik beeinträchtige den Aufschwung in Deutschland.

Baden-Württembergs IG Metall-Bezirksleiter Berthold Huber betonte, die Gewerkschaft sei kein Bittsteller im Tarifkonflikt. Sie verlange eine faire Beteiligung für gute Arbeit. Einen Abschluss unter dem Ergebnis der Chemiebranche könne er sich nicht vorstellen, sagte Huber. In der Chemieindustrie hatten sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer auf 3,3 Prozent geeinigt.

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