Metallerstreik weitet sich aus

Metallerstreik weitet sich aus

— 13.05.2002

Autoindustrie macht den Anfang

Die IG Metall hat zum Wochenanfang ihre Streiks ausgeweitet. Und die Beschäftigten von DaimlerChrysler machten in Berlin-Marienfelde den Auftakt.

Der Tarifkonflikt in der deutschen Metall- und Elektroindustrie - am Montag (13.5.) wurden erstmals Betriebe in Berlin und Brandenburg bestreikt. In Baden-Württemberg begann die zweite Streikwoche, an der sich zum Start 53.000 Metaller in 13 Betrieben beteiligen sollten. In Berlin/Brandenburg hat die Gewerkschaft für die gesamte Woche 10.000 Beschäftigte in 25 Betrieben zu Streiks aufgerufen. Die Beschäftigten von DaimlerChrysler machten in Berlin-Marienfelde den Auftakt. Um 5.00 Uhr hatten Streikposten die Werkstore besetzt, so dass die Frühschicht ihre Arbeit nicht aufnehmen konnte. Der stellvertretende IG-Metall-Chef Jürgen Peters warnte vor etwa 200 Streikenden des Werks die Arbeitgeber vor Aussperrungen. "Wer aussperrt, der will den Flächenbrand und gießt Öl ins Feuer", sagte Peters. Er wies zugleich Vorwürfe zurück, der Streik gefährde den Wirtschaftsaufschwung. "Das ist Unsinn. Im Gegenteil, wir streiken den Aufschwung herbei", sagte Peters. Mehr Geld in den Kassen der Arbeitnehmer bringe die Konjunktur in Fahrt.

In Baden-Württemberg wurde der Streik bei DaimlerChrysler in Sindelfingen und Rastatt sowie Audi in Neckarsulm und den Heidelberger Druckmaschinen fortgesetzt. Im Südwesten hatten in der Vorwoche nach IG-Metall-Angaben 100.000 Metaller die Arbeit niedergelegt. In Nordrhein-Westfalen waren bei den Kölner Ford-Werken rund 10.000 Beschäftigte aufgefordert, für einige Stunden die Arbeit ruhen zu lassen. Auch in Essen, Unna, Hamm und Duisburg sollte es Warnstreiks geben.

In der Tarifauseinandersetzung hatten die Arbeitgeber für die 3,6 Millionen Beschäftigten der Branche bisher 3,3 Prozent höhere Einkommen für 13 Monate und einmalig 190 Euro angeboten, die IG Metall wollte zuletzt eine Vier vor dem Komma durchsetzen. In den derzeitigen Arbeitskampf ging sie mit ihrer ursprünglichen Forderung von 6,5 Prozent. Ein Signal für eine Entspannung und damit für neue Gespräche zwischen den Tarifparteien gibt es derzeit nicht. (autobild.de/dpa)

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