Chronik: Michael Schumacher 1991 - 2012

Michael Schumacher beendet Karriere

— 04.10.2012

Schumi macht Schluss

Michael Schumacher beendet nach der Saison 2012 seine Formel 1-Karriere. Der erfolgreichste Rennfahrer aller Zeiten in der Königsklasse beendet damit Spekulationen über einen Wechsel zu einem anderen Team.

(dpa/sb) Michael Schumacher beendet nach der laufenden Saison seine Formel 1-Karriere. Das gab der siebenmalige Weltmeister heute (4. Oktober 2012) in Suzuka bekannt. Schumacher beendete nach seinem bevorstehenden Aus beim deutschen Werksrennstall Mercedes damit alle Spekulationen über einen möglichen Wechsel zu einem anderen Rennstall. "Time to say goodbye", meinte Schumacher vor dem sechsletzten Saisonrennen. "Ich habe die Motivation und Energie verloren, die zweifelsfrei notwendig sind." Der Kerpener hatte sich 2006 schon einmal aus der Formel 1 zurückgezogen. 

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2010 war er für den deutschen Autobauer aber in die Königsklasse des Motorsports zurückgekehrt. Bei Mercedes blieben die Erfolge jedoch aus. Schumacher kam in bislang 52 Rennen im Silberpfeil nur einmal aufs Podest, in Valencia wurde er in diesem Sommer Dritter. Ein Sieg war ihm nicht vergönnt. Schumachers Dreijahresvertrag bei Mercedes wurde nicht verlängert. Nicht mal eine Woche, nachdem der Wechsel des 16 Jahre jüngeren Ex-Champions Lewis Hamilton als Schumacher-Nachfolger bekanntgegeben worden war, zog Schumacher vor dem Großen Preis von Japan einen Schlussstrich. Der mittlerweile 43-Jährige erzielte in seiner Karriere 91 Siege und hält viele weitere Rekorde.    

Michael Schumacher: Die Karriere im Rückblick

Erfolge, Skandale, Unfälle – Michael Schumacher hat in zwei Jahrzehnten Formel 1 stets für Aufsehen gesorgt. Nach der laufenden Saison ist Schluss. Eine einzigartige Karriere geht dann zu Ende. Ein Überblick von Jahr zu Jahr. 1991: 25. August, Spa-Francorchamps, 1. Formel 1-Rennen.  Gleich im zweiten Lauf seiner Karriere fährt er in die Punkte. • 1992: 1. Sieg, auch in Spa-Francorchamps. In seiner ersten kompletten Saison wird Schumacher gleich WM-Dritter. •1993: Ein Saisonsieg, WM-Vierter. • 1994: Schumacher gewinnt im Benetton zum ersten Mal den Titel. Überschattet wird die Saison vom Tod Ayrton Sennas (1. Mai) – Schumacher gewann das Rennen in Imola. In der Stunde des WM-Triumphs erinnert Schumacher an Senna. Es wäre sein Jahr geworden, sagt der neue Weltmeister. • 1995: Schumacher verteidigt seinen Titel. Das Duell zwischen dem kompromisslosen Kerpener und dem erneut geschlagenen Damon Hill fesselt die Formel 1-Fans.

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1996: Erstes Jahr bei Ferrari. Aufbauarbeit ist gefragt. Drei Saisonsiege, keine Chance auf den Titel. • 1997: Der Skandal von Jerez: Schumacher fährt im letzten Rennen seinem Titelrivalen Jacques Villeneuve ins Auto. Der Kanadier kann aber im Gegensatz zu Schumacher weiterfahren. Der Kerpener wird wegen Unsportlichkeit aus der WM-Wertung gestrichen. • 1998: Mal wieder Spa. Im Regen fährt Schumacher ins Heck des zur Überrundung anstehenden David Coulthard, Teamkollege des WM-Führenden und späteren Weltmeisters Mika Häkkinen, und scheidet aus. In der Boxengasse kommt es fast zu Handgreiflichkeiten. • 1999: Schumachers schwerster Formel-1-Unfall. In Silverstone rast er wegen eines Bremsdefekts in einen Reifenstapel: Schien- und Wadenbeinbruch. • 2000: Beginn der sagenhaften Titelserie mit Ferrari. Es ist der erste Triumph für die Italiener seit 1979. • 2001: Die Titelverteidigung ist vier Rennen vor dem Saisonende perfekt. Zugleich stellt er den Rekord von Alain Prost ein, der 51 Grand Prix gewann.

2002: Titel Nummer drei mit Ferrari, mit seinem persönlichen fünften WM-Triumph zieht Schumacher mit Juan Manuel Fangio gleich. Allerdings auch: Der Stallorder-Skandal von Spielberg, als Ferrari Rubens Barrichello zugunsten von Schumacher einbremst. • 2003: Mit nur zwei Punkten Vorsprung auf den damaligen McLaren-Mercedes-Piloten Kimi Räikkönen gewinnt Schumacher seine sechste WM. • 2004: Titel Nummer sieben. Triumph in Spa perfekt gemacht. • 2005: Schumacher muss sich Fernando Alonso im Renault geschlagen geben. Dazu noch Bruderzwist in Monaco: Schumacher versucht, seinen Bruder noch auf der Ziellinie zu überholen, um Sechster zu werden. Schumi II tobt: "Manchmal schaltet er sein Gehirn nicht ein." • 2006: Kein Titel, aber mit der 66. Pole Position überbietet er Sennas Rekord. Und wieder ein Skandal: In Monaco stellt Schumacher seinen Ferrari auf der Strecke in den Weg. Ein paar Monate später folgt die Rücktrittsankündigung. • 2007: Schumacher arbeitet seit seinem Rücktritt als Ferrari-Berater.

2008: Weiterhin als Berater der Scuderia im Einsatz. • 2009: Schumacher will für den verunglückten Felipe Massa bei Ferrari einspringen. Die Folgen eines Motorradunfalls im Februar durchkreuzen die Pläne. Dann der Vorweihnachts-Kracher: Schumacher fährt ab 2010 für das Werksteam Mercedes Grand Prix. • 2010: Die Rückkehr ins Renngeschehen. Nicht aber zu alten Erfolgen. WM-Neunter. Meist geschlagen vom eigenen Teamkollegen Nico Rosberg. • 2011: Das zweite Comeback-Jahr verläuft bis zur Sommerpause erneut frustrierend. Doch Schumi hofft weiter auf "Achtungszeichen". • 2012: Der dritte Anlauf im Silberpfeil, viel besser wird es nicht. Bestzeit in der Qualifikation von Monaco, Platz drei in Valencia – zu wenig. Mercedes mustert Schumacher zum Saisonende aus und verpflichtet Lewis Hamilton als Nachfolger. • Am 4. Oktober 2012 erklärt Schumacher sein Karriereende nach der laufenden Saison. Am 25. November nach seinem 308. Formel 1-Rennen geht der Rekordpilot in die PS-Rente.

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