Michael Schumacher im Interview

Michael Schumacher im Interview

Michael Schumacher im Interview

— 26.02.2004

Schumi: "Mein Bruder ist heiß wie nie"

Der Formel-1-Weltmeister weiß, was in der neuen Saison auf ihn zukommt. Aber Schumi will "das Feld nicht kampflos räumen".

"Ralf kann um den Titel mitfahren"

Schumi, der Große! Einen Tag nach der Niederlage im letzten Bruder-Duell vor dem Start schlug der Weltmeister zurück: Michael Schumacher pulverisierte den Rundenrekord von Imola (1:20,441 Minuten)! Seine Zeit: 1:19,664 Minuten – Schumi-Wahnsinn. Das BILD-Interview kurz vor dem Saison-Start in Australien (7. März).

BILD: Auf wen würden Sie jetzt setzen? Schumi: Schwer. Als ich die ersten Zeiten gesehen hatte, hätte ich mit McLaren als Hauptgegner gerechnet. Aber nach den letzten Analysen sieht es mehr nach Williams und Renault aus. Die haben beeindruckende Runden hingelegt. Endgültig wissen werden wir es aber frühestens in Melbourne.

Letztes Jahr fuhren Sie erst hinterher. Das droht jetzt nicht? Es heißt, es gebe Reifenprobleme ... Stimmt nicht! Und auch letztes Jahr war es mehr Pech als ein Reifenproblem.

Also diesmal ein roter Blitz-Start? Das wünschen wir uns natürlich! Insgesamt wird es aber keine klare, konstante Saison geben. Die, die am Anfang vorne stehen, müssen nicht auch am Ende vorne stehen.

Ihr Bruder will sie unbedingt schlagen. Ralf wirkt heiß wie nie ... Das spüre ich auch, das muss auch so sein. Denn es gibt Gründe: Ralf weiß, dass er zum 1. Mal ein Auto hat, mit dem er von Anfang an um den Titel mitfahren kann.

"Alle warten darauf, dass ich verliere"

Es wird viele Bruder-Duelle geben. Droht der große Schumi-Krach? Quatsch. Es wird Zweikämpfe auf der Strecke geben, mehr nicht. Das liegt in der Natur der Sache. Echten Ärger aber wird es zwischen uns nicht geben. Auch wenn wir zwei starke Charaktere sind: Am Ende gönnen wir uns jeden Erfolg, auch wenn wir vorher am Limit fahren. Wenn einer Mist baut, wie ich 2000 in Barcelona, dann geht man hin, entschuldigt sich – und die Sache ist durch.

Hat Ralf Ihre harten Attacken aus dem Japan-Rennen schon verdaut? Das war eine hitzige Situation, im Eifer des Gefechts. Aber Ralf hat zunächst nur seine eigene und nicht die Gesamtsituation gesehen. Ich glaube nicht, dass er noch sauer ist.

Spricht er mit Ihnen über seinen neuen Vertrag? Nein. Aus dem Alter ist er raus. Ralf triff seine Entscheidungen alleine.

Er will unbedingt noch Weltmeister werden, so lange Sie dabei sind ... Ja, und? Gut so. So muss er denken. So denken auch die anderen. Das große Ziel ist, mich zu schlagen. Darum geht es jetzt: Alle warten darauf, dass ich verliere. Aber ich bin heiß auf den Wettkampf.

Keine schöne Situation, oder? Ich habe kein Problem damit. Keine Angst: Ich werde das Feld keinem kampflos überlassen.

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