Michelin: 24-Stunden-Rennen am Nürburgring

Michelin: 24-Stunden-Rennen am Nürburgring

— 02.06.2016

Entscheidung fällt im Sekundenduell

Das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring endete mit einem deutlichen Resultat für Michelin: Partnerteams der französischen Premiummarke belegten bei dem Eifelklassiker die ersten fünf Plätze.

Für Michelin war es bereits der 17. Erfolg bei diesem Langstreckenmarathon seit 1993. Den Sieg holte sich in einem dramatischen Finale der Mercedes-AMG GT3 von Black Falcon mit Bernd Schneider, Maro Engel, Adam Christodoulou und Manuel Metzger am Steuer. Der Nürburgring-Klassiker hat in diesem Jahr in vielerlei Hinsicht Geschichte geschrieben. Nie zuvor gab es einen knapperen Zieleinlauf, nie zuvor musste der Eifelmarathon aufgrund von Wetterkapriolen so früh unterbrochen werden – nach nur vier Runden sorgte erst ein Wolkenbruch im Bereich "Schwedenkreuz" und "Aremberg" für dramatische Szenen, nur wenige Hundert Meter später führte dann zentimeterdick auf der Straße liegender Hagel zur Roten Flagge. Nach fast dreistündiger Unterbrechung konnte das Rennen fortgesetzt werden, die ersten drei Runden auf der 25,378 Kilometer langen Gesamtstrecke absolvierten die Teilnehmer hinter dem Safety-Car.

Führende Autos fuhren auf Michelin-Reifen

Die verbliebenen gut 20 Stunden standen klar im Zeichen von Mercedes-AMG und Michelin. Am Anfang konnten die beiden identisch besetzten Haribo-Renner von Uwe Alzen, Lance David Arnold, Maximilian Götz und Jan Seyffahrt mit den Startnummern 8 und 88 das Geschehen dominieren. Kurz vor 23 Uhr zog das Gummibärchen-Team die "8" dann wie geplant zurück und konzentrierte sich auf das führende Schwesterauto, das ebenfalls auf Rennreifen von Michelin rollte. Bis um 12 Uhr mittags verteidigte der schwarze GT3-Mercedes die Führung, dann musste er eine 92-Sekunden-Zeitstrafe antreten: Alzen war in einer Code-60-Zone – eingerichtet, um eine Unfallstelle abzusichern – zu schnell gewesen. Dies riss die Mannschaft aus dem Kampf um den Sieg.

Nach 24 Stunden entschied ein Sekundenduell das Rennen

Als schnellster Nicht-Mercedes auf Rang fünf: Der BMW M6 GTR von Rowe Racing vertraute ebenfalls auf Rennreifen von Michelin.

©BRfoto

Erneut einsetzender Regen sorgte indes auf der Nordschleife wieder für erschwerte Bedingungen, die Wahl der richtigen Rennreifen rückte noch stärker in den Vordergrund. Inzwischen hatte der HTP-Mercedes von Christian Vietoris, Marco Seefried, Christan Hohenadel und Renger van der Zande die Spitzenposition an sich gerissen, dicht gefolgt vom Black Falcon-Auto mit der Startnummer 4. Knapp zehn Minuten vor Rennende mussten die Erstplatzierten noch einmal zum Nachtanken an die Box, wodurch ihr Vorsprung auf den Markenkollegen auf wenige Sekunden zusammenschmolz. Um 15.29 Uhr überquerten die beiden Kontrahenten dicht an dicht zum letzten Mal die Ziellinie und nahmen eine weitere Rennrunde in Angriff. Noch auf dem Grand Prix-Kurs nutzte Maro Engel eine Unaufmerksamkeit seines Vordermanns und presste sich mit Nachdruck vorbei – es war die Entscheidung um den Sieg. Der HTP-Mercedes beendete die diesjährigen 24 Stunden Nürburgring nur 5,697 Sekunden hinter dem Gewinner und sorge damit bei der 44. Ausgabe dieses Klassikers für den bislang knappsten Zieleinlauf.
Platz drei ging an den Haribo-Mercedes vor einem weiteren AMG GT3, den sich Hubert Haupt, Yelmer Buurman, Maro Engel und Dirk Müller teilten. Erst auf Platz fünf folgte mit dem Rowe-BMW M6 GT3 von Dirk Werner, Maxime Martin, Philipp Eng und Alexander Sims eine neue Marke – allerdings auch auf Rennreifen von Michelin.

Nordschleife stellt Rennreifen vor große Herausforderung

Wetterkapriolen, hohe Geschwindigkeiten, ständig wechselnde Asphaltqualitäten: Die Nürburgring-Nordschleife stellt auch die Rennreifen von Michelin vor große Herausforderungen.

©BRfoto

Kein anderer Reifenhersteller hat bei dem Eifelmarathon ähnlich viele Fahrzeuge ausgerüstet wie Michelin. Speziell bei den Werksteams beziehungsweise den werksunterstützten Rennställen genießen die Pneus aus Clermont-Ferrand einen erstklassigen Ruf, denn die Premiummarke kann auf dem schwierigen Traditionskurs jahrzehntelange Erfahrung und große Erfolge vorweisen.
Dabei stellt der 1927 eingeweihte Eifelkurs besonders die Reifen der technisch ausgeklügelten GT3-Boliden auf eine harte Probe. Die Belastungen könnten pro Runde kaum unterschiedlicher sein – angefangen mit der ständig wechselnden Qualität des Asphaltbelags, die nach einer besonders ausgewogenen Fahrwerks-Balance verlangt. Kleine Bodenunebenheiten lassen die angetriebenen Räder immer wieder kurz durchdrehen und treiben den Verschleiß in die Höhe. Permanent wechselnde Beschleunigungs-, Verzögerungs- und Seitenführungskräfte in Kurvenpassagen wie "Hatzenbach", "Pflanzgarten" oder im Bereich von "Aremberg" bis "Bergwerk" verlangen den Pneus zusätzlich alles ab. Hinzu kommen ausgedehnte Vollgas- und Hochgeschwindigkeitsabschnitte wie die Auffahrt zum "Kesselchen" oder auch die rund drei Kilometer lange "Döttinger Höhe", auf der die gut 500 PS starken Boliden Topspeeds von fast 300 km/h erreichen – eine weitere Belastung für den Rennreifen, der auch noch Dauerläuferqualitäten besitzen muss. In manchen Klassen und Kategorien legen die einzelnen Reifensätze 500 Nordschleifen-Kilometer und mehr zurück. Von den Wetterkapriolen, die das Renngeschehen in diesem notorisch unberechenbaren Mittelgebirge immer wieder auf den Kopf stellen, gar nicht erst zu sprechen – wie auch die 2016er Ausgabe bewies.

Michelin sichert sich 17. Gesamtsieg

Seine Erfolgsgeschichte bei dem Eifelklassiker konnte Michelin um ein weiteres Kapitel ergänzen und hat den 17. Gesamtsieg seit 1993 errungen. Zeitgleich rüstet der Reifenhersteller aber auch zahlreiche Privatteams aus, die in kleineren Klassen erfolgreich kämpften. Insgesamt zählte Michelin neun Klassensiege. So gewannen zum Beispiel Hans Holmlund/Tommy Graberg/Scott Marschall/Moritz Gusenbauer die für den Porsche Cayman GT4 reservierte Cup3-Klasse. In der SP10 setzten sich die Aston Martin-Piloten Markus Lungstrass, Scott Preacher, Jean-Louis Hertenstein und "Takis" durch. In der besonders hart umkämpften GT3 Cup-Klasse SP7 behielt der Black Falcon-Porsche von Andreas Weishaupt, Mario Farnbacher, Arturo Defigus und Alexander Boquoi die Nase vor dem ebenfalls Michelin bereiften Frikadelli-Auto mit Janine Hill, John Shoffner, Arno Klasen und Duncan Huisman an Bord, während in der SP-X der Manthey-Porsche Cayman GT4 CS von Christian Gebhardt, Christoph Breuer und Lars Kern auf Reifen von Michelin triumphierte.

Insgesamt hat Michelin mit 26 Lkw und Transportern rund 9.000 Reifen für das Mega-Motorsport-Festival in die Eifel transportiert. Vor Ort kümmerten sich 45 Mitarbeiter um die Betreuung der Teilnehmer.

Fotos: BRfoto

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