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Michelin: Reifen für Le Mans

— 10.06.2016

Perfekt vorbereitet

Es gibt viele Probleme bei einem 24-Stunden-Rennen in Le Mans. Die Michelin-Reifen gehören nicht dazu. Erfahren Sie mehr über die ständige Reifen-Weiterentwicklung der Ingenieure.

Alles beim Alten und doch alles neu: So lautete das Motto bei Michelin vor dem Start in die neue Saison in der Langstreckenweltmeisterschaft WEC, mit dem Saisonhöhepunkt in Le Mans. An den grundsätzlichen Voraussetzungen, also an den Regeln hat sich in Bezug auf diese Saison nichts verändert. Nach wie vor fahren die Prototypen der Top-Klasse LMP1 mit den für 2015 neu entwickelten schmaleren und leichteren Reifen der Dimensionen 31/71-18 an Vorder- und Hinterachse. Dennoch war keine Zeit für die Ingenieure des Reifenherstellers aus Clermont-Ferrand, die Hände in den Schoß zu legen. Immerhin hatten die drei Hersteller Audi, Toyota und Weltmeister Porsche schon lange vor der Winterpause begonnen, ihre Rennwagen für diese Saison zu überarbeiten oder gar ganz neue Prototypen auf die Michelin-Reifen zu stellen. Ja, so unterschiedlich die WEC-Renner auch sein mögen, eins eint sie: Obwohl das WEC-Reglement Wettbewerb im Bereich Reifen erlaubt, vertrauen alle drei Hersteller auf die Produkte von Michelin. Und es ist eine bekannte Motorsport-Weisheit – neue Autos erfordern für die neue Charakteristik der Rennwagen auch neue Reifen.

Immer neue Herausforderungen

Rund 900 Quadratmeter groß ist das Lager für die 7000 Michelin-Reifen in Le Mans.

Und so standen die Michelin-Ingenieure vor der Herausforderung, für den komplett neuen Audi R18, den weiterentwickelten Le-Mans-Sieger von 2015, den Porsche 919 Hybrid (2l-V4-Turbomotor, Gesamtleistung mit Hybrid 900 PS, Tank 62,5 l) sowie den ebenfalls brandneuen Toyota TS050 Hybrid (2,4l-V6-Biturbo-Motor, Gesamtleistung mit Hybrid 1000 PS, Tank 62,5 l) neue Reifen zu entwickeln. In der Klasse LMP1 bauen die Franzosen im Rahmen des gültigen Reglements für jeden der drei Hersteller Langstreckenreifen, die perfekt zum Fahrwerk und Antrieb des jeweiligen Autos passen. "Wir mussten unsere Reifen an die technischen Eigenschaften der Autos unserer Partner anpassen", erläutert Jérôme Mondain, Leiter des WEC-Programms von Michelin. "Das funktioniert nur in einem Prozess enger Zusammenarbeit. Nachdem wir bei einem gemeinsamen Prolog aller Hersteller erste Daten zu den Autos gesammelt haben, wurden die Pakete in Einzeltests unserer Partner mit viel Feinabstimmung bis zum Saisonauftakt perfektioniert." Die Änderungen an der Konstruktion und Laufflächenmischung haben sich in Rennen bewährt. "Wir haben die Performance der Reifen verbessert", freut sich Mondain über die positiven Erkenntnisse. Tatsächlich war nicht die Lebensdauer der Reifen entscheidend für die Anzahl der Stopps, sondern der Verbrauch der fossilen Energie (Benzin bei Porsche und Toyoto, Diesel bei Audi).

Klasse Gesellschaft: WEC-Fahrzeugklassen im Überblick

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Effektives Reifenhaushalten mit Michelin Hochleistungsreifen

Michelin Motorsport-Direktor Pascal Couasnon: "Die Möglichkeit, neue Technologien unter den anspruchsvollsten Bedingungen des Motorsports zu testen, ist uns extrem wichtig."

Ebenfalls unverändert geblieben ist die Anzahl der zur Verfügung stehenden Slick-Reifen. Für Le Mans gilt: vier Sätze für freies Training, Qualifying und Warm-up, 48 Reifen für das Rennen sowie zusätzlich vier frei verfügbare Extra-Pneus über das ganze Wochenende. Reifenhaushalten ist also durchaus ein Vorteil. Im letzten Jahr absolvierten Audi und Porsche bei ihrem Zweikampf um den Gesamtsieg viele Vierfach-Stints. Das heißt: Um Zeit zu sparen, wurden nur bei jedem fünften Boxenstopp die Reifen gewechselt. Mehr als 700 Kilometer hielten die Hochleistungsreifen von Michelin bei einem Durchschnittstempo von mehr als 200 km/h und Spitzengeschwindigkeiten von über 300 km/h problemlos durch. Das entspricht in etwa der Distanz von zwei Formel-1-Rennen.

Interview mit Motorsport-Direktor Pascal Couasnon über das Michelin-Erfolgsrezept in der WEC

Anders als in anderen Serien, gibt es in der WEC keine Reifendiskussion. Macht Sie das stolz?

Sagen wir mal, es überrascht mich nicht. Wir arbeiten in der WEC mit unseren Partnern sehr eng zusammen, um von der frühesten Entwicklungsphase der Autos Informationen für die benötigten Reifen zu bekommen. Das versetzt uns in die Lage, Michelin-Reifen auf höchstem Niveau mit einer Kombination aus Sicherheit, Schnelligkeit, Vielseitigkeit und Langlebigkeit zur Verfügung zu stellen.

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