Formel E Bolide

Michelin Vorschau: Formel E in Berlin

Die Formel E bietet packenden Rennsport

Am Samstag gastiert die FIA Formel E-Meisterschaft in Berlin. Die Elektro-Boliden rollen alle auf speziell entwickelten Rennreifen von Michelin.
Die rein elektrische Rennserie FIA Formel E nutzt in Berlin erneut einen eigens errichteten, 2,37 Kilometer langen Parcours auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof. 20 Rennprofis versprechen brisante Positionskämpfe und Rad-an-Rad-Duelle. Ihre Elektro-Boliden rollen einheitlich auf Rennreifen von Michelin – sie wurden speziell für die Formel E entwickelt und sind ganz besondere Allround-Talente.

Hohes Anforderungsprofil für den Pilot Sport EV2

Ganz gleich ob rauer Beton, griffiger Asphalt oder rutschige Boulevards, bei staubiger Hitze oder im kühlen Regen: Der MICHELIN Pilot Sport EV2 hat seine Vielseitigkeit in der Formel E längst bewiesen. Dabei ist das Anforderungsprofil, das der zu Beginn der Wintersaison 2016/2017 neu eingeführte Rennpneu erfüllen muss, besonders komplex und in dieser Form einzigartig. Dies beginnt bereits bei seiner Dimension: Keine andere Formelserie setzt einen 18-Zoll-Reifen im Niederquerschnittformat ein, obwohl er mit seinen flachen Flanken den Pneus sportlicher Serienfahrzeuge entspricht. Und so, wie ein Sportwagen bei Wind und Wetter mit ein und demselben Satz Reifen den Alltagsverkehr abseits winterlicher Verhältnisse meistern muss, geht auch die Formel E während der gesamten Saison mit diesem einen Typ des MICHELIN Pilot Sport EV2 an den Start. Einzige Ausnahme: Es regnet monsunartig. Dann darf aus Sicherheitsgründen ein sogenannter Typhoon-Reifen eingesetzt werden. Hinzu kommt die außergewöhnliche Langlebigkeit: Pro Rennwochenende und Rennwagen stehen den Teilnehmer pro Fahrzeug lediglich fünf Vorder- und fünf Hinterreifen zur Verfügung – also für die beiden freien Trainingssitzungen, das Qualifying, die SuperPole-Runde und das Rennen selbst. Gerade auf dem groben, den Verschleiß fördernden Flughafenbelag von Tempelhof eine schwierige Aufgabe. Hierdurch rückt die Ausdauerqualität des Pneus noch stärker in den Vordergrund, zugleich schont der geringere Materialeinsatz und der stark reduzierte Transportaufwand die Umwelt.

Der Fahrbahnbelag in Berlin-Tempelhof fordert die Reifen massiv

Überraschung der Saison: Jean-Eric Vergne führt die Fahrerwertung im privaten Techeetah mit Antriebstechnik von Renault an.

©MICHELIN

"Der ePrix von Berlin bietet eine sehr interessante Streckenführung mit einer guten Balance zwischen längeren Geraden, engen und schnellen Kurven", erläutert Serge Grisin, bei Michelin Motorsport verantwortlich für das Formel E-Engagement. "Mit ihrer betonartigen Straßenoberfläche nimmt sie aber auch die Reifen so hart ran wie kein zweiter Kurs im aktuellen Formel E-Kalender. Dies gilt speziell für die ersten Trainingssitzungen, wenn noch wenig Gummiabrieb auf der Strecke liegt. Unser MICHELIN Pilot Sport EV2 hält aber auch dieser besonderen Herausforderung sicher stand, wie das Vorjahresrennen hier in Berlin gezeigt hat – obwohl sich der Untergrund bei strahlendem Sonnenschein auf über 40 Grad Celsius aufgeheizt hatte. Deshalb fühlen wir uns für den bevorstehenden ePrix auf dem Flugplatzkurs von Tempelhof gut gewappnet."

Kompaktes Eintagesformat lockt Hauptstadtpublikum an

Werkspartner von Michelin: Für Jaguar Racing greifen Mitch Evans und Nelson Piquet jr. ins Lenkrad des Formel E-Boliden.

©MICHELIN

Wie alle anderen Rennen der Formel E findet auch der ePrix von Berlin als Eintagesformat statt. Die Action auf der Strecke geht am Samstagmorgen um 9.00 Uhr mit dem ersten Freien Training los. Ab 11.30 Uhr folgt für 30 Minuten das zweite Training – die Elektro-Rennwagen vom Typ Spark  STR_01E drehen dabei jeweils mit 200 kW (entspricht 272 PS) ihre Runden. Die gleiche Leistung steht auch im Qualifying zur Verfügung. Es beginnt um 14.00 Uhr und wird in fünf Gruppen aufgeteilt, die per Los zusammengestellt werden. Die vier Fahrer pro Gruppe haben sechs Minuten Zeit für ihre fliegende Runde. Die jeweils Schnellsten rücken auf in die sogenannte SuperPole, in der es ab 14.45 Uhr um die Startreihenfolge der fünf Erstplatzierten geht. Anders als sonst üblich schalten die Ampeln für das 45-Runden-Rennen in Berlin nicht gegen 16.00 Uhr, sondern erst kurz nach 18.00 Uhr auf grün. Die Fahrer starten stehend und ohne Aufwärmrunde, sie können über bis zu 180 kW Antriebsleistung verfügen. Zur Rennhalbzeit, wenn die Energiereserven zur Neige gehen, werden die Fahrzeuge gewechselt. Im zweiten Rennwagen dürfen jene drei Piloten, die ein Online-Voting gewonnen haben, temporär eine Zusatzenergie von 100 Kilojoule als "FanBoost" einsetzen – etwa für ein Überholmanöver.

Starterfeld mit acht Formel 1-Fahrern und vier Werksteams

Mit einem Werksteam vertreten: Für die PSA-Tochter DS gehen die beiden Briten Sam Bird und Alex Lynn in Berlin ins Formel E-Rennen.

©MICHELIN

Rein qualitativ betrachtet erfüllt das Teilnehmerfeld des ePrix von Berlin auch nach internationalen Maßstäben höchstes Niveau: Acht ehemalige Formel 1-Piloten treten gegen Tourenwagen-Weltmeister, Le Mans-Sieger und DTM-Piloten an. Aus deutscher Sicht dabei besonders interessant sind die vier deutschen Fahrer Daniel Abt (ABT Schaeffler Audi Sport), Nick Heidfeld (Mahindra Racing), André Lotterer (Techetaah) und Maro Engel (Venturi Formula E). Fast noch beeindruckender liest sich die Liste der engagierten Autohersteller, die mit Michelin in der Formel E kooperieren. Sie reicht von Audi über die französische PSA-Tochter DS und Jaguar Racing bis hin zu Renault e.dams. Weitere Marken stehen bereits in den Startlöchern: Ab der Saison 2018/2019 tritt Nissan anstelle von Renault an, BMW und Mercedes haben ihren Einstieg angekündigt und ab der sechsten Formel E-Saison, die im Herbst 2019 beginnt, ist auch Porsche werksseitig mit von der Partie.

Darum ist die Formel E für Michelin so von Bedeutung

Der Titelverteidiger belegt aktuell Rang fünf in der Fahrerwertung: Lucas di Grassi vertritt das Team ABT Schaeffler Audi Sport.

©MICHELIN

Das Streben nach einer nachhaltigen und umweltgerechten Mobilität treibt Michelin seit Gründung des Unternehmens im Jahr 1889 an und spiegelt sich im aktuellen Firmen-Claim "Wir bringen Sie weiter" wider. Als erste Rennserie der Welt, die auf rein elektrisch angetriebene Fahrzeuge setzt, legt auch die Formel E ihren Schwerpunkt auf diese zukunftsorientierten Werte. Eine Zusammenarbeit lag somit auf der Hand. Zugleich nutzt Michelin seine umfassenden Engagements in den unterschiedlichen Motorsportkategorien auf zwei und vier Rädern immer auch für einen Technologietransfer in die Serienprodukte des Herstellers. Dies gilt für die Formel E im Besonderen. Der besonders energie-effiziente und rollwiderstandsoptimierte MICHELIN Pilot Sport EV ist in puncto Ausdauerleistung, Performance und Reifenformat so nah an den Serienreifen der Premiummarke wie kein anderer Pneu einer Formel-Rennserie. Dies ermöglicht eine noch unmittelbarere Weitergabe des gewonnenen Know-hows.

Neues Publikum in Stadtzentren angesprochen

Auch ihr spezielles Rennformat macht die Formel E für Michelin besonders attraktiv: Die ePrix werden in den Stadtzentren von Metropolen ausgetragen und erreichen auf diese Weise ein ganz neues urbanes Publikum, das andernfalls kaum eine Motorsportveranstaltung besuchen würde. Darüber hinaus bieten die für Zuschauer frei zugänglichen e-Villages nahe der Strecken eine willkommene Gelegenheit, die Besucher über die essenzielle Rolle zu informieren, die der Reifen in Bezug auf nachhaltige Mobilität spielt. Tatsächlich setzen konventionelle Automobile mit Verbrennungsmotor zwischen 20 und 25 Prozent der Antriebsenergie ein, um den Rollwiderstand der Pneus zu überwinden. Mit dem Pilot Sport EV2 hat Michelin diese Herausforderung auch im Motorsport angenommen: Gegenüber dem Vorgängerprodukt ermöglicht der neue Wettbewerbsreifen mit der identischen Batterieladung den Formel E-Autos eine zusätzliche Rennrunde – bei zeitgleich nochmals höherer Performance. Ein Effekt, der sich auch bei elektrisch angetriebenen Straßenfahrzeugen auswirkt: Auf rollwiderstandsoptimierten Reifen von Michelin verbessert sich zum Beispiel die Reichweite des Renault ZOE um sechs Prozent.

Fotos: MICHELIN

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