Le Mans Vorschau Michelin

Michelin Vorschau: Le Mans 2018

Die Legende Le Mans ruft

Am Samstag starten in Le Mans 60 Autos in vier verschiedenen Klassen zum wohl härtesten Langstreckenrennen der Welt. Auch 2018 profitieren die Partner von Michelin dabei von komplett neu entwickelten Rennreifen.
13,6 Kilometer pro Runde. 1.440 Minuten. Gleißende Sommerhitze, verregnete Nächte. Rund 250.000 Fans an der Strecke und Millionen Zuschauer an den Fernsehgeräten rund um den Globus. Dramatik und Spannung pur: Der Langstreckenklassiker im Herzen Frankreichs zählt nach wie vor zu den größten und wichtigsten Motorsportveranstaltungen der Welt. In diesem Jahr feiern die 24 Stunden von Le Mans ihren 95. Geburtstag. Schon bei der Erstausgabe im Jahr 1923 steuerte Michelin die Pneus zum Sieg bei: André Lagache und René Léonard gewannen das Rennen zwei Mal rund um die Uhr in ihrem Chenard & Walcker. 95 Jahre später peilt der französische Reifenhersteller den 27. Triumph an – es wäre der 21. in Folge. Etwas ist in diesem Jahr besonders: Le Mans zählt zwar wieder zur Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC (World Endurance Championship), ist aber nur eines von zwei Highlights – die sogenannte "Super-Saison" endet erst im Juni 2019 und schließt eine zweite Ausgabe des 24-Stunden-Marathons ein. Dies wirkt sich auch auf die einzelnen WEC-Wertungen aus: Statt mit doppelten Punkten geht das Mythos-Rennen jeweils nur 1,5-fach in die Fahrer-, Team- und Herstellertabellen ein.

Konkurrenzfähig über extreme Distanzen

In Le Mans eine feste Größe: Michelin peilt beim französischen Langstreckenklassiker den 21. Sieg in Folge an.

©Michelin

Besonders schnell, ausgesprochen haltbar und unter allen Bedingungen zuverlässig sicher: Das sind die wesentlichen Attribute, die erfolgreiche Rennreifen für die 24 Stunden von Le Mans mitbringen müssen. So wie die Pneus von Michelin. Dabei setzt der Straßenkurs im französischen Departement Sarthe den Reifen enorm zu. Fünfmal pro Runde – die bestenfalls weniger als 200 Sekunden dauert – beschleunigen die Prototypen auf Geschwindigkeiten über 300 km/h, um anschließend extreme Kurvenquer- und Bremskräfte zu übertragen. Während die permanenten Streckenabschnitte mit viel Grip und ebenem Asphalt aufwarten, zeichnet sich speziell die legendäre, rund sechs Kilometer lange "Hunaudières"-Gerade durch Längsrillen aus. Als Landstraße D338 dient sie an 51 Wochen im Jahr dem Schwerlastverkehr. Der Hochgeschwindigkeits-Charakter des "Circuit des 24 Heures" beeinflusst auch die aerodynamische Abstimmung der Rennwagen, die in Le Mans traditionell mit einem "Low Downforce"-Paket an den Start gehen – also mit besonders niedrigem Luftwiderstand, der naturgemäß mit geringem aerodynamischem Abtrieb einhergeht. Speziell in rasant schnellen Streckenabschnitten wie den Porsche-Kurven wirkt sich dies nachhaltig auf die Rennreifen aus, denn der fehlende Anpressdruck bietet ihnen weniger Unterstützung. Auch wenn die Pneus von MICHELIN besonders viel mechanischen Grip bieten, so beeinflusst dieser Faktor das Abriebverhalten und damit auch die Ausdauereigenschaften.
Dennoch meistern die Rennreifen von MICHELIN in Le Mans zuweilen Herkulesaufgaben. 2011 zum Beispiel legte Benoit Tréluyer mit einem Fünffach-Stint 55 Runden oder 750 Kilometer mit seinen Pneus von Michelin zurück und sparte auf diese Weise wertvolle Zeit beim Boxenstopp – gemeinsam mit seinen Audi-Teamkollegen André Lotterer und Marcel Fässler gewann der Franzose das Rennen mit 13,854 Sekunden Vorsprung. Auch in diesem Jahr will Michelin seinen Partnern in der LMP1-Kategorie wieder Vier- oder sogar Fünffach-Stints ermöglichen. Aus Sicht des Reifenherstellers wären sogar noch längere Distanzen denkbar, doch das Reglement limitiert die maximale Lenkzeit pro Fahrer auf vier Stunden am Stück.

Toyota und Fernando Alonso setzen alles auf den Gesamtsieg

Zieht bei den diesjährigen 24 Stunden von Le Mans alle Blicke auf sich: Fernando Alonso hat seine beiden Formel 1-Titel auf Michelin geholt.

©Michelin

Da war es nur noch einer: Nach dem Rückzug von Audi zum Ende der Saison 2016 und dem Ausstieg des LMP1-Teams von Porsche, das in den vergangenen drei Jahren die 24 Stunden von Le Mans für sich entschieden hat, geht am kommenden Wochenende nur noch Toyota mit Hybrid-Prototypen an den Start. Die in Köln-Marsdorf beheimatete Werksabordnung der japanischen Marke schickt zwei stark besetzte Autos auf Reifen von MICHELIN ins Rennen. Klar im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses steht dabei der TS050 Hybrid mit der Nummer 8: Ihn teilen sich Sébastien Buemi (CH) und Kazuki Nakajima (J) mit Grand Prix-Superstar Fernando Alonso. Der Spanier – 2005 und 2006 gemeinsam mit Michelin Formel 1-Weltmeister – macht nach seinem Ausflug zu den Indy 500 im vergangenen Jahr nun auch seinen Le Mans-Traum wahr. Alonso will damit Nico Hülkenberg nacheifern: Der Emmericher hatte 2015 gemeinsam mit Porsche bei seinem 24-Stunden-Gaststart den Langstreckenklassiker gewonnen und damit auch im Formel 1-Fahrerlager für großes Aufsehen gesorgt. Die schärfste Konkurrenz für Alonso und Co. dürfte dabei aus der Nachbargarage kommen: Auch Mike Conway (GB), Kamui Kobayashi (J) und José Maria Lopez (ARG) wollen Toyota den ersten Le Mans-Sieg der Firmengeschichte schenken.

Privatteams wollen Toyota auf Michelin-Reifen die Stirn bieten

Stark besetzt: Rebellion Racing schickt zwei LMP1 ins Rennen – eines mit den ehemaligen Porsche-Werksfahrern Neel Jani und André Lotterer.

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Dass der 24-Stunden-Triumph für den japanischen Autogiganten nicht zum Selbstläufer wird, dafür wollen gleich mehrere LMP1-Privatteams sorgen – wie zum Beispiel Rebellion Racing. Die Eidgenossen kehren mit dem Rebellion R13-Gibson in die Topkategorie zurück und haben sich stark aufgestellt. So nehmen in der Startnummer 1 gleich zwei Le Mans-Gesamtsieger Platz: Neel Jani (CH) gewann 2016 gemeinsam mit Porsche an der Sarthe, sein letztjähriger Teamkollege André Lotterer (D) war zwischen 2011 und 2014 dreimal mit Audi erfolgreich. Beide besitzen umfangreiche Erfahrung mit den Rennpneus von MICHELIN. Verstärkung am Steuer erhalten sie vom Brasilianer Bruno Senna, dem Neffen der Formel 1-Legende. Aus deutscher Sicht nicht ganz so bekannt, aber ebenfalls ein schlagkräftiges Trio bilden Frankreichs Nachwuchshoffnung Thomas Laurent, Mathias Beche (CH) und der junge US-Amerikaner Gustavo Menezes im zweiten Rebellion R13.

Weitere Formel 1-Stars wie Jenson Button am Start

Starpilot unter den privaten LMP1-Teilnehmer: Ex-Formel 1-Weltmeister Jenson Button (M.) fährt für SMP und auf Michelin.

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Allerlei bekannte Namen finden sich auch in den übrigen sechs Klasse-1-Prototypen, die in der Le Mans-Teilnehmerliste stehen – darunter natürlich auch das Team ByKolles aus Greding bei Nürnberg. Teamchef Boris Bermel setzt auf den Österreicher Dominik Kraihamer, Oliver Webb (GB) und Tom Dillmann (F). Einen der beiden Ginetta-Mecachrome des chinesischen Teams CEFC TRSM (einstmals Manor) teilen sich die drei britischen Le Mans-Haudegen Oliver Turvey, Oliver Rowland und Alex Brundle. Dragonspeed spielt in der LMP1 und LMP2-Klasse mit, in der Topkategorie teilen sich Renger van der Zande (NL), Ben Hanley (GB) und der Schwede Henrik Hedman das Cockpit des BR1-Gibson. Für einen weiteren Höhepunkt im Fahreraufgebot sorgt SMP Racing aus Russland: Hier kurbelt Ex-Formel 1-Weltmeister Jenson Button (GB) gemeinsam mit dem Grand Prix-erfahrenen Vitaly Petrov und Mikhail Aleshin (beide RUS) am Lenkrad des einen BR1-AER, für den zweiten ist das Trio Stéphane Sarrazin (F), Egor Orudzhev und Matevos Isaakyan (beide RUS) zuständig.

Bis zu 1.000-LMP1-PS zerren an den Rennreifen

Privates LMP1-Team aus Deutschland: ByKolles Racing aus Greding bei Nürnberg vertraut in Le Mans auf Rennreifen von Michelin.

©Michelin

Anders als im vergangenen Jahr treten in der LMP-Topkategorie Rennwagen mit und ohne Hybridantrieb gegeneinander an. Während der elektrifizierte Antrieb des Toyota TS050 Hybrid bis zu 1.000 PS an alle vier Räder weiterleitet, setzen die privaten Teams auf heckgetriebene Rennwagen ohne zusätzlichen Elektro-Boost. Zudem kommen bei CEFC TRSM, Dragonspeed, Rebellion, ByKolles und SMP vier verschiedene Motorenkonzepte und ebenso viele Chassis-Spezifikationen zum Einsatz. Michelin passte die profillosen Slicks daher den jeweiligen Bedürfnissen an und berücksichtigte auch die konzeptbedingten Unterschiede hinsichtlich der Gewichtsverteilung. Bei den LMP1-Rennwagen ohne Hybridunterstützung legten die Entwickler von Michelin den Fokus insbesondere auf die Vorderreifen, da diese keinerlei Antriebskräfte auf den Asphalt übertragen müssen.
Dabei gilt für alle LMP1-Fahrzeuge: An Vorder- und Hinterachse kommen einheitlich 18-Zoll-Pneus der Dimension 31/71 zum Einsatz. In Le Mans können die Teams auf das komplette WEC-Reifenportfolio von Michelin zurückgreifen, das alleine drei unterschiedliche Slicks für trockene Bedingungen sowie den ebenfalls profillosen Intermediate-Reifen MICHELIN Hybrid für feuchte Fahrbahnen umfasst. Regnet es, sorgen die profilierten "Wet-" und "Full Wet-Pneus" für Traktion und Sicherheit.

Fotos: Michelin

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