Microlino: Retro-Isetta mit Elektroantrieb

Microlino: Isetta-Erbe mit Elektroantrieb

Alle Infos zum Isetta-Erben Microlino

Die BMW Isetta hat einen modernen Nachfolger: der knuffige Microlino mit E-Antrieb, Fronttür und bis zu 215 Kilometer Reichweite. Jetzt gibt's ein seriennahes Modell!

Fast wie die Isetta: Das Design stammt von Marco Brunori. BMW hat sich noch nicht beschwert.

Bitte einsteigen – und zwar vorne! Der Microlino steht bereit, der inoffizielle Nachfolger der legendären BMW Isetta aus den Fünfzigerjahren. Die Schweizer Firma Micro, die eigentlich mit Autobau nichts am Hut hat, präsentierte jetzt ein buntes, seriennahes Modell zum Verlieben. Es hat wie sein Vorbild eine geringere Spurbreite hinten, nur eine Tür und eine durchgehende Sitzbank für zwei Personen. Dazu aber statt eines Motorradmotors einen 15 kW (20 PS) starken Elektro-Antrieb. Der soll für 90 km/h und einen "Sprint" in fünf Sekunden von 0 auf 50 reichen. Es gibt zwei Lithium-Ionen-Batteriepacks (8 kWh/14,4 kWh) für 120 oder 215 Kilometer, die an einer 6-kW-Ladesäule in einer respektive zwei Stunden wieder zu 80 Prozent voll sein sollen.

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Länger als die Isetta, kürzer als der E-Smart

Der Microlino war eine Sensation auf dem Autosalon Genf 2016, auf der IAA 2017 stand dann ein Prototyp. Inzwischen wiegt er 450 Kilogramm leer, mit gut 2,40 m Länge ist er etwas länger (und zudem etwas breiter) als die Isetta, aber kürzer als ein Elektro-Smart (2,69 m). In den Kofferraum (300 l) sollen vier Kisten Bier passen. Geführt wird der Schweizer Stromer wie der Renault Twizy in der seltenen Fahrzeugklasse L7e, ein Airbag ist keine Pflicht, soll aber lieferbar sein. Apropos lieferbar: Laut Micro gibt es bereits 4600 Vorbestellungen, ihre Auftraggeber sollen im Frühjahr/Sommer 2018 beglückt werden. Der Preis wird "ungefähr 12.000 Euro" (so Micro auf seiner Website) betragen.

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"Ein Auto wollte ich nicht bauen"

Doppelfunktion: Die Rückspiegel sind zugleich Scheinwerfer.

Die Herkunft des Microlino ist durchaus kurios: "Das ist kein Auto", schrieb Firmengründer Wim Ouboter 2016 in Großbuchstaben ans Genfer Messe-Podest. Micros Hauptgeschäft waren bislang Tretroller (Scooter) und Skateboards mit Lenker (Kickboards) für Kinder, Erwachsene und Jugendliche. Das soll sich nun ändern. Aber: "Ein Auto wollte und will ich nicht bauen", sagt Ouboter. Unterm Strich ist der Microlino ein besserer Einkaufswagen für die Stadt, mehr nicht. Was durchaus authentisch ist: Schon die 1955 eingeführte Isetta war kein vollwertiges Auto für die große Urlaubsfahrt, sondern ein Gefährt zwischen Motorrad und Personenkraftwagen – ein Kompromiss aus großem Fernweh und kleiner Geldbörse. Aber auch ein knatterndes Spaßmobil, das der Volksmund nicht ohne Grund liebevoll "Knutschkugel" taufte.


Microlino: Retro-Isetta mit Elektroantrieb

Autoren: Claudius Maintz,

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