Mietauto-Test

Mietauto-Test

— 30.03.2006

Gefährlicher Urlaub

Der ADAC prüfte 58 Firmen an Ferienzielen in Europa – und stellte bei einem Drittel davon gefährliche Mängel an den Leihwagen fest.

Verbogenes Lenkgestänge, profillose Reifen, defekte Scheibenwischer: Den Prüfern vom ADAC blieb der Mund offen, als sie die Fahrzeuge von 58 Mietwagenfirmen genauer unter die Lupe nahmen. Beunruhigendes Ergebnis des Tests: Ein Drittel der untersuchten Autos wiesen gravierende Mängel auf. "Ein Sicherheitsrisiko", urteilte der Club. Noch ernüchternder ist die Bilanz beim Service: Hier waren "Dienstleister" kaum anzutreffen, fast alle Unternehmen kümmerten sich wenig oder gar nicht um die Bedürfnisse der Kunden.

Erstmals wurde die Studie in Zusammenarbeit mit 14 Eurotest-Partnerclubs in sieben Ländern durchgeführt, die zu den beliebtesten Urlaubsziele der Deutschen zählen: die Inseln Rhodos, Kreta, Sardinien, Sizilien, Mallorca und Teneriffa sowie an Festlandsdestinationen Portugal, Spanien und die Türkei. 34 Anbieter erhielten die Noten "gut" oder "sehr gut", doch neun Unternehmen waren "bedenklich", zwölf konnten nicht anders als mit "mangelhaft" beurteilt werden. Allen voran die Autovermietung Avsar im türkischen Urlaubsort Alanya (östliche türk. Riviera): Star im Gruselkabinett des Betriebes war ein 13 Jahr alter Geländewagen Suzuki Samurai, den der sonst zurückhaltende ADAC als "Schrotthaufen" bezeichnet. Abgenutzte Reifen, verbogenes Lenkgestänge, streikende Scheibenwischer und defekte Sicherheitsgurte entdeckten die Tester.

Die Prüfung fand anonym und zur Ferienzeit statt, Prüfkriterien waren neben dem technischem Zustand auch der Service und der eigentliche Mietvorgang. Fazit: Urlauber, die am Ferienort ein Auto mieten wollen, sollten gewisse Sicherheitsvorkehrungen unbedingt einhalten. Dazu gehört eine gründliche Begutachtung des Fahrzeugs sowie die schriftliche Bestätigung des Vermieters, daß der Wagen verkehrsicher ist. Bevor der Mieter unwiderruflich vom Hof fährt, sollt er auch eine Bremsprobe machen und sich vom Funktionieren der Beleuchtung, Hupe und anderen elektrischen Bauteilen überzeugen. Auch ein Blick unter die Motorhaube kann nicht schaden.

Da in vielen Ländern wie auch Spanien und den USA gesetzlich nur sehr niedrige Beträge vorgeschrieben sind, gehen höhere Schadenersatzansprüche bei Unfällen zu Lasten des Fahrers. Dagegen hilft die sogenannte Mallorca-Police, die viele Veranstalter mit anbieten. Ob diese vertraglich geregelte Erhöhung der Deckungssumme vorgesehen ist, sollte vorher geprüft werden.

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