Mietwagen-Klau

Mietwagen-Klau

— 10.07.2002

Tatort Flughafen

Die Zahl der geklauten Autos sinkt – nur an den Flughäfen nicht. Vor allem auf Nobelkarossen der Autovermieter haben es die Diebe abgesehen.

Der Frankfurter Flughafen ist nicht nur Deutschlands Drehscheibe Nr. 1, sondern auch ein Eldorado für Autodiebe. Denn hier parken Hunderte von Mietwagen. Fast neue Modelle aus der Nobelklasse wie z. B. Mercedes SLK, Audi TT oder Porsche 911. Schon jedes fünfte in Deutschland geliehene Auto verschwindet am Flughafen, berichtet BILD Frankfurt. Die Diebe stehlen die Fahrzeuge einfach aus dem Mietwagenparkhaus am Terminal 1 oder von den umliegenden Vermiet-Stellplätzen. Dabei wird es ihnen bisher sehr leicht gemacht: Schlampige Schlüsselverwahrung und mangelnde Überwachung an Ausfahrten sorgen für ein leichtes Spiel. Auch für betrügerische Mitarbeiter ist es nicht schwer, unerkannt in den Besitz eines Fahrzeugschlüssels zu gelangen, um so den Mietwagen zu entwenden.

Am Frankfurter Flughafen verschwanden im letzten Jahr allein 55 Miet-Pkw, bundesweit waren es 304 geklaute Fahrzeuge bei Autovermietern. Kriminelle Schwerpunkte sind auch die Flughäfen von München und Hamburg. Doch damit soll jetzt Schluss sein: "Der Diebstahl von Mietfahrzeugen steigt entgegen dem Trend kontinuierlich an. Wir mussten Maßnahmen ergreifen", sagt Kommissar Timo Göttlich von der Frankfurter Polizei. Videoüberwachung, elektronische Kfz-Kennung, schwarze Listen über Klau-Angestellte, sogar verdeckte Ermittler sollen nun dem Schrecken ein Ende bereiten. Bundesweit haben die Kriminalisten zugeschlagen und konnten Erfolge verbuchen. So machte die Frankfurter Polizei eine Bande dingfest. "Wir haben eine Tätergruppe ausgehoben. Seitdem sind die Diebstähle am Flughafen deutlich zurückgegangen", so Göttlich.

Aber auch die Autovermieter schlafen nicht. Kunden, die schon aufgefallen sind, haben sie inzwischen ins Visier genommen. Klaus Langmann-Keller vom Bundesverband der Autovermieter Deutschlands (BAV): "Es gibt eine Warndatei. Hier haben wir Personen aufgeführt, die schon Fahrzeuge unterschlagen haben oder sonst wie aufgefallen sind." Auf diese Datei haben alle Autovermieter Zugriff. Im Schnitt konnten seitdem 15 bis 20 Verträge pro Woche "mit auffälligen Personen" verhindert werden. (autobild.de/BILD)

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