Militär: Wölfe
— 07.02.2013
Gepanzerter Wolf aus China
Bisher war der Wolf nur bei den Deutschen und Briten angesagt. Jetzt setzen auch Russen und Chinesen auf diese Militär-Spezies.
Militärs sind Tierfreunde. Zumindest wenn es um ihre Fahrzeuge geht.
Leopard,
Puma,
Bison oder
Husky, die Namen gepanzerter Fortbewegungsmittel erinnern an einen Zoo-Besuch. Am häufigsten trifft man auf die Gattung der Wölfe. So leistet der auf der
Mercedes G-Klasse basierende Wolf seit über 20 Jahren seinen Dienst in der deutschen Bundeswehr. Von außen sind viele der Mercedes-Wölfe neben der mattgrünen Lackierung an Verzurr-Ösen zu erkennen. Diese werden für den Lufttransport benötigt. Alle Modelle verfügen über einen während der Fahrt zuschaltbaren Allradantrieb, der in Straßen- und Geländeübersetzung unterteilt ist. Hinzu kommt eine Differentialsperre für die Vorder- und Hinterachse. Neben der normalen Beleuchtung gibt es einen Tarnlichtkreis: sehen ohne gesehen zu werden. Außerdem verfügt der Wolf, anders als die zivile G-Klasse, über Gewehrhalterungen zwischen Fahrer- und Beifahrersitz, Kartenleselampe sowie eine Spatenhalterung.
Britische Army-Soldaten mit dem Land Rover Wolf unterwegs im Irak. Auf die Panzerung wurde hier verzichtet.
Der in England beheimatete Wolf stammt vom zivilen
Land Rover Defender ab. Mit seinen 1,6 Tonnen wiegt der Landi in der Kurzversion eine Tonne weniger als der deutsche Wolf, unterscheidet sich aber kaum im Größenverhältnis. Das Cockpit ist ähnlich spartanisch wie beim
Mercedes. Wichtiger als Komfort ist der Platz für die Soldaten samt Ausrüstung. So bietet auch der Landi-Wolf jede Menge Halterungen für Waffen. Anders als die beiden alten europäischen Wölfe ist der russische Wolf (russisch: Volk) ein Jungtier, das erst noch lernt zu jagen. Seit 2010 ist der Volk in der Erprobung. Anders als
Land Rover und Mercedes hat der Russe keine direkten zivilen Vorbilder. Hersteller
VPK hat allerdings als militärische Sparte der
GAZ-Gruppe Erfahrungen mit Trucks und Bussen. Kaum verwunderlich, dass er standardmäßig 2,5 Meter länger ist als die kurzen Versionen von Defender und G-Klasse. Seine 7,5 Tonnen beinhalten allerdings eine Panzerung, die in der Basisversionen der anderen beiden fehlt.
Den russischen Wolf gibt es neben der 4x4-Variante auch als 6x6. Gleiches beim Mercedes Wolf.
Zuletzt haben wir es mit einem sehr scheuen Exemplar zu tun: dem chinesischen Wolf. Abgesehen von einem leicht verwackelten Video-Clip (siehe unten) gibt es recht wenig vom Jüngsten im Wolfsrudel. Das Militärfahrzeug wurde im Sommer 2012 vorgestellt. Mit seiner Größe und dem Gewicht (5,8 Tonnen) ordnet sich der Chinese hinter dem Volk und vor den Basisversionen der beiden Europäer ein.
Weitere Gemeinsamkeiten und Unterschiede sehen Sie oben in der Bildergalerie.
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